Börsen in Asien Uneinheitlich, Stahlwerte nach Zahlen im Blick
Tokio (aktiencheck.de AG) - Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten EU-Gipfels zur Lösung der europäischen Schuldenkrise tendierten die wichtigsten asiatischen Börsen am Mittwoch uneinheitlich. Der DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verschlechtert sich aktuell um 0,05 Prozent auf 294,51 Punkte.
Die Hoffnung auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik versetzte die Anleger in China heute in Kauflaune. Der Shanghai Composite rückte um 0,74 Prozent auf 2.427,48 Stellen vor. Etwas kleiner fiel der Zuwachs in Hongkong beim Hang Seng (ISIN HK0000004322/ WKN 145733) aus, der um 0,52 Prozent auf 19.066,54 Zähler zulegte. Unter den Einzelwerten fielen Lenovo Group (ISIN HK0992009065/ WKN 894983) mit einem Zugewinn von 6 Prozent ins Auge. Wie bereits gestern bekannt wurde, hat der Computer-Hersteller über seine Tochtergesellschaft Lenovo Germany Holding GmbH einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit dem deutschen Computer-Hersteller MEDION (ISIN DE0006605009/ WKN 660500) abgeschlossen. Wie MEDION erklärte, ist für die außenstehenden Aktionäre ein Barabfindungsangebot in Höhe von 13,00 Euro und ein jährlicher Ausgleich in Höhe von brutto 0,82 Euro (netto 0,69 Euro) je Stückaktie für jedes volle Geschäftsjahr vorgesehen. Diese Zahlungsverpflichtungen werden durch eine Patronatserklärung der Lenovo (Singapore) Pte. Ltd., einer indirekten 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Lenovo Group, zusätzlich gesichert. Die wichtigsten Banktitel notierten ebenfalls im grünen Bereich. Während die Aufschläge bei CCB und HSBC mit 0,4 bzw. 0,5 Prozent relativ moderat ausfielen, ging es für ICBC 1,6 Prozent nach oben. ABC legten sogar um 4,1 Prozent zu. Bank of China (ISIN CNE1000001Z5/ WKN A0M4WZ) rückten um 1,1 Prozent vor. Die Bank hat ihren Gewinn im dritten Quartal um rund 9 Prozent verbessert. Zurückzuführen war dies auf höhere Zinserträge. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. So kletterte der Nettogewinn von 27,2 Mrd. Chinesische Yuan (CNY) im Vorjahr auf nun 29,8 Mrd. CNY. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 33,1 Mrd. CNY ausgegangen. Die Nettozinserträge erhöhten sich im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 57,1 Mrd. CNY.
Ganz leichte Kursverluste wurden im Vorfeld des EU-Gipfels aus Japan gemeldet. Der Leitindex Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) verschlechterte sich um 0,16 Prozent auf 8.748,47 Punkte. Für den breiter gefassten Topix ging es derweil ebenfalls um 0,16 Prozent auf 746,48 Stellen nach unten. Im Zuge der nunmehr auch in Japan anlaufenden Berichtssaison standen heute vor allem auch Quartalsausweise im Blickfeld der Anleger. Für Nippon Steel (ISIN JP3381000003/ WKN 859164) ging es um 2,4 Prozent nach unten. Der größte japanische Stahlkonzern musste im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang hinnehmen. So lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum mit 48,78 Mrd. Japanischen Yen (JPY) um 31,3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 71,05 Mrd. JPY. Der operative Gewinn verringerte sich im Vorjahresvergleich um 45,5 Prozent auf 64,4 Mrd. JPY. Beim Konzernumsatz verzeichnete der Stahlkocher hingegen einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent auf 2,03 Bio. JPY. Unterdessen ist der Wettbewerber JFE Holdings (ISIN JP3386030005/ WKN 724564) im ersten Halbjahr in die Verlustzone gerutscht. Ferner wurde der Ausblick nach unten korrigiert. So fielen die Umsatzerlöse leicht um 0,2 Prozent auf 1,569 Bio. (JPY). Der Nettoverlust belief sich auf 24,31 Mrd. JPY, gegenüber einem Gewinn von 46,05 Mrd. JPY in der Vorjahreshälfte. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern nun einen Nettogewinn von 20 Mrd. JPY (zuvor: 80 Mrd. JPY) sowie Erlöse von 3,36 Bio. JPY (zuvor: 3,40 Bio. JPY) in Aussicht. Der Anteilsschein legte trotzdem um 4,4 Prozent zu.
Fujitsu (ISIN JP3818000006/ WKN 855182) hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung erzielt und profitierte dabei von geringeren steuerlichen Aufwendungen. Die Jahresergebnisprognosen wurden indes bestätigt. Demnach belief sich der Nettogewinn auf 26,1 Mrd. JPY, nach einem Gewinn von 17,4 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis reduzierte sich indes um 35 Prozent auf 24,1 Mrd. JPY. Die Erlöse kletterten um 0,6 Prozent auf 1,11 Bio. JPY. Die Aktie des Technologiekonzerns verteuerte sich um 2 Prozent. Der Videospiele-Hersteller Nintendo (ISIN JP3756600007/ WKN 864009) könnte ferner Presseangaben zufolge für das erste Halbjahr einen deutlich höheren Verlust ausweisen als geplant. Einem Pressebericht zufolge wird der Konzern für die sechs Monate zum 30. September 2011 voraussichtlich einen bereinigten Verlust von rund 100 Mrd. JPY verbuchen, während er selbst lediglich mit einem Verlust von 55 Mrd. JPY rechnet. Auch der Nettoverlust im ersten Halbjahr dürfte über den 35 Mrd. JPY liegen, die Nintendo derzeit prognostiziert. Wie es heißt, hatte der Konzern im ersten Halbjahr Währungsverluste in Höhe von 40 Mrd. JPY zu verkraften. Das Papier gab um 3,8 Prozent nach. Schließlich brachen Olympus (ISIN JP3201200007/ WKN 856840) um 7,6 Prozent ein. Der weltweit viertgrößte Hersteller von Digitalkameras verlautbarte, dass sein Chairman und President Tsuyoshi Kikukawa zurücktritt. Der derzeitige Director Shuichi Takayama wird künftig als President fungieren. Kikukawa wird lediglich noch als Director tätig sein. Zuletzt hatte der Konzern bereits Michael Woodford als President abberufen. Das Unternehmen war in jüngster Vergangenheit wegen nicht veröffentlichter Zahlungen in die Schlagzeilen geraten. Demnach musste man u.a. eine Zahlung von 687 Mio. US-Dollar an eine wenig bekannte Beratungsfirma in Zusammenhang mit einer Übernahme in Großbritannien im Jahr 2008 erklären.
Die philippinische Industrieproduktion ist nach Angaben der nationalen Statistikbehörde im August 2011 mit vermindertem Tempo angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Output um 2,1 Prozent. Für Juli war noch eine Produktionssteigerung um 4,6 Prozent ermittelt worden. Im Vormonatsvergleich zog die Industrieproduktion um 0,1 Prozent an, nach einem Plus von 4,6 Prozent im Juli.
LG Electronics (ISIN US50186Q2021/ WKN 576798), der weltweit drittgrößte Mobiltelefonhersteller, ist im dritten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Zurückzuführen war dies vor allem auf Sonderbelastungen in den Sparten LG Display und LG Innotek. Das operative Ergebnis konnte indes verbessert werden und profitierte dabei vom Absatz hochmargiger Smartphones. Zudem wurde für die nächsten Monate ein Umsatzwachstum in Aussicht gestellt. Den Angaben zufolge belief sich der Nettoverlust auf 413,9 Mrd. Koreanische Won (KRW), nach einem Gewinn von 7,6 Mrd. KRW im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 56,1 Mrd. KRW ausgegangen. Daneben verringerte sich der operative Verlust von 185,2 Mrd. KRW im Vorjahr auf nun 31,9 Mrd. KRW. Der Umsatz lag mit 12,90 Bio. KRW um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Nettoergebnis im Berichtszeitraum beinhaltet eine Sonderbelastung in Höhe von 257,9 Mrd. KRW in Zusammenhang mit der LG Display Co. sowie einen Verlust von 23,5 Mrd. KRW, der beim Komponentenhersteller LG Innotek Co. anfiel. Der Titel rückte um 2,2 Prozent vor.
Die Börse in Indien blieb heute wegen des hinduistischen Feiertags "Diwali" geschlossen. Gestern verabschiedete sich der Leitindex SENSEX (ISIN XC0009698199/ WKN 969819) mit einem Zugewinn von 1,86 Prozent auf 17.254,86 Punkte aus dem Handel.
Nikkei 225 (Japan): 8.748,47 (-0,16 Prozent) TOPIX (Japan): 746,48 (-0,16 Prozent) Hang Seng (China): 19.066,54 (+0,52 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.427,48 (+0,74 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 1.894,31 (+0,30 Prozent) SENSEX (Indien): 17.254,86 JSX (Indonesien): 3.738,61 (+0,76 Prozent) STI (Singapur): 2.769,94 (26.10.2011/ac/n/m)

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