Börse Frankfurt Schluss DAX schießt nach oben, Bankenwerte auf der Überholspur
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte gingen am Donnerstag mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel. Die Anleger honorierten damit den Umstand, dass sich die EU-Staats- und Regierungschefs gestern auf umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise verständigt haben. So wurde für Griechenland ein Schuldenschnitt von 50 Prozent vereinbart. Zudem wird der Umfang des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro gehebelt. Des Weiteren müssen sich die wichtigsten Banken Europas mehr als 100 Mrd. Euro an frischem Kapital besorgen. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 5,35 Prozent auf 6.337,84 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) 3,88 Prozent auf 9.386,60 Stellen stieg. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 2,67 Prozent auf 4.655,31 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verbesserte sich um 1,89 Prozent auf 718,04 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 1,45 Prozent auf 133,66 Punkte, während sich der Euro um 2,07 Prozent auf 1,4173 US-Dollar verteuerte.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 2,3 Prozent im Plus. Konjunkturseitig werden morgen in den USA die persönlichen Auslagen und Einkommen für September, die Arbeitskosten für das dritte Quartal und die Daten zur Verbraucherstimmung Uni Michigan für Oktober erwartet.
BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11) legten um 7,5 Prozent zu. Der Chemiekonzern musste für das dritte Quartal einen Gewinnrückgang vermelden, während der Umsatz zulegen konnte. Für das Gesamtjahr geht BASF davon aus, dass Umsatz und Ergebnis (EBIT vor Sondereinflüssen) weiterhin signifikant über den Vorjahreswerten liegen werden. Trotz der Einstellung der Erdölförderung in Libyen und negativer Währungseffekte konnte der Umsatz um 11,6 Prozent auf 17,61 Mrd. Euro gegenüber dem dritten Quartal 2010 gesteigert werden. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 1,19 Mrd. Euro, nach 1,25 Mrd. Euro im Vorjahr. Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) verteuerten sich daneben um 7,1 Prozent. Der Pharmakonzern hat den Gewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert. So erhöhte sich der Konzernumsatz um 1,0 Prozent auf 8,67 (Vorjahr: 8,58) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einer Steigerung von 4,8 Prozent. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um 17,4 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis wurde mit einem Plus von 125,3 Prozent auf 642 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie nahm auf 1,12 (Vorjahr: 0,95) Euro zu.
Deutsche Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) verbesserten sich um 3,4 Prozent, obwohl die Fluggesellschaft in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Gewinnrückgang ausweisen musste. Der Umsatz stieg indes im Berichtszeitraum um 9,6 Prozent auf 22,14 Mrd. Euro. Beim operativen Ergebnis wurde ein Rückgang von 5,6 Prozent auf 578 Mio. Euro verzeichnet. Die vergleichbare operative Marge verringerte sich dabei um 0,5 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Unter dem Strich wurde beim Konzernergebnis ein deutlicher Rückgang auf 288 Mio. Euro ausgewiesen, nach 524 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) hat indes das dritte Quartal 2011 mit einem Gewinnwachstum abgeschlossen und ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. So wuchsen die Umsatzerlöse des Börsenbetreibers gegenüber dem Vorjahresquartal um 20 Prozent auf 604,7 Mio. Euro. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss mit NYSE Euronext und Kosten für Effizienzprogramme belief sich das EBIT auf 356,4 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,33 Euro. Die Aktie stieg am Ende um mehr als 6,2 Prozent.
Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) legten um 10,5 Prozent zu. Der Automobilkonzern wartete in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus auf. Der Konzernumsatz lag mit 116,28 Mrd. Euro um 25,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei konnten die Auslieferungen an Kunden im Vorjahresvergleich um 14,1 Prozent auf rund 6,2 Millionen Fahrzeuge gesteigert werden. Beim Vorsteuerergebnis wurde ein Zuwachs auf 16,64 Mrd. Euro verzeichnet, nach 5,44 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei standen positive Effekte aus At Equity Beteiligungen und aus stichtagsbezogener Bewertung der Put-/Call-Rechte bezüglich der Porsche Zwischenholding GmbH in Höhe von 6,8 Mrd. Euro zu Buche. Beim Nachsteuerergebnis wurde ein Gewinn von 13,64 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem Nachsteuergewinn von 4,03 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unterdessen fuhren Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) um 3,1 Prozent vor. Der Automobilkonzern hat im dritten Quartal 2011 einen Gewinnrückgang ausgewiesen. So sank das Konzern-EBIT auf 1,97 Mrd. Euro, nach 2,42 Mrd. Euro im dritten Quartal 2010. Um Sondereffekte bereinigt lag das EBIT aus dem laufenden Geschäft mit 2,11 Mrd. Euro jedoch höher als im entsprechenden Vorjahresquartal mit 2,02 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis schrumpfte auf 1,36 (Vorjahr: 1,61) Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,21 (Vorjahr: 1,44) Euro. Der Umsatz ist deutlich um 5 Prozent auf 26,4 Mrd. Euro gestiegen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 8 Prozent. Für 2011 rechnet Daimler weiterhin mit einem Konzern-EBIT aus dem laufenden Geschäft, das sehr deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegen wird. Ferner wird ein weiterer Anstieg des Konzern-Umsatzes auf deutlich mehr als 100 Mrd. Euro erwartet. An der Indexspitze des DAX schossen Commerzbank um mehr als 16 Prozent und die Deutsche Bank mit Gewinnen in ähnlicher Größenordnung nach oben, während am unteren Ende mit Fresenius und Fresenius Medical Care nur zwei Werte in der Verlustzone notierten.
Im MDAX brachen RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) um 6 Prozent ein. Der Krankenhausbetreiber konnte in den ersten neun Monaten 2011 Umsatz und Gewinn steigern. Die Umsatzerlöse wuchsen um 2,9 Prozent auf rund 1,96 Mrd. Euro. Der Konzerngewinn übertraf mit 120,3 Mio. Euro den Wert der Vergleichsperiode 2010 um 12,2 Prozent. Der Bahntechnikkonzern Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) legte unterdessen eher schwache Zahlen für die ersten neun Monaten 2011 vor. Wesentlicher Grund hierfür sind zeitliche Verschiebungen bei Projekten in China. Auch in Russland kam es zu Verzögerungen. Darüber hinaus haben der Baustopp in Libyen sowie eine verzögerte Auftragsvergabe in Südeuropa und Skandinavien die Geschäftsentwicklung belastet. So sank der Konzernumsatz auf 863,8 Mio. Euro, nach 1,01 Mrd. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Ferner schrumpfte der Konzernüberschuss auf 39,2 Mio. Euro, gegenüber 75,9 Mio. Euro im Neunmonatszeitraum 2010. Das Papier legte um 4,9 Prozent zu. Ferner ging es für die Aktie des Werkzeug- und Maschinenbauers GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) um 6,2 Prozent nach oben. Das Unternehmen konnte mit seinen Zahlen zum dritten Quartal überzeugen. So lag der Umsatz mit 419,7 Mio. Euro um 27 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal um 49 Prozent auf 540,7 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich auf 16,6 Mio. (Vorjahr: 5,4 Mio.) Euro.
Zahlen gab es heute auch aus dem TecDAX. AIXTRON (ISIN DE000A0WMPJ6/ WKN A0WMPJ) verteuerten sich um 1,7 Prozent, obwohl der Technologiekonzern im dritten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch ausweisen musste. So lag der Umsatz mit 89,8 Mio. Euro um 49 Prozent unter dem Vorjahreswert von 175,6 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach auf 0,6 Mio. Euro ein, nachdem man im Vorjahreszeitraum hier noch einen Gewinn von 54,3 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Break Even erzielt, nach einem Gewinn von 38,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Zur Begründung für den deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch verwies AIXTRON unter anderem auf den unerwartet starken Rückgang der hohen Investitionsaktivitäten der asiatischen LED-Hersteller. Unterdessen wurde die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Bezahldienstleister Wirecard (ISIN DE0007472060/ WKN 747206) hat derweil nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal den Umsatz um 19,6 Prozent auf 84,8 Mio. Euro gesteigert. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 21,4 Prozent auf 23,3 Mio. Euro. Der Titel verbesserte sich um 0,9 Prozent. Unterdessen legte die Software AG (ISIN DE0003304002/ WKN 330400) heute bereits die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor und bestätigte dabei die vorab am 18. Oktober veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse. Das Papier stieg daraufhin um 2,3 Prozent.
DAX: 6.337,84 (+5,35 Prozent) MDAX: 9.386,60 (+3,88 Prozent) SDAX: 4.655,31 (+2,67 Prozent) TecDAX: 718,04 (+1,89 Prozent) (27.10.2011/ac/n/m)

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