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Bad Schäuble Bernanke stellt easing und action in Aussicht; gute Quartalsergebnisse im Material- und Energiesektor pushen Wall Street; Deutschland und Frankreich blamiert; Tokyo feiert Tag der Kultur; HRE Mrd.-„Lapsus“ ohne Folgen; Petrochina jetzt Nr. 4; Mastercard m

 |  03.11.2011, 08:00  |  646 Aufrufe  |   0  | 

Ein Bundesfinanzminister, der das Verschwinden und Wiederauftauchen von 55 Mrd. Euro nicht merkt bzw. ohne Konsequenz lässt, ist nicht tragbar. Auch, wenn wir uns inzwischen an Billionen Euro-Summen, die unsere zukünftigen Generationen noch stark belasten werden, gewöhnt haben. Bad Bank, Bad Schäuble. In den USA ist die FED angesichts der Prognosesenkung für die US-Wirtschaft wieder für eine Lockerung der Geldpolitik zu haben. Mastercard und Hugo Boss zeigen, dass man immer noch gutes Geld verdienen kann.

 

Globalyze Marktbericht

Die Aussage des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, dass die FED Gewehr bei Fuß stehen würde um die Politik des leichten Geldes fortzusetzen, wenn das Wirtschaftswachstum abgewürgt werden würde, sorgte an der Wall Street für gute Stimmung. Wörtlich sagte er: „FED is prepared to take action as appropriate“. Das heißt soviel wie, dass „die FED bereit steht, sofern es erforderlich ist.“ Als Ergebnis der Sitzung ließen die FED-Verantwortlichen die Zinssätze unverändert. Ferner senkte sie die Prognose für das US-Wirtschaftswachstum in 2012 von 2,9 % auf 2,5 %. Auch die Arbeitslosenrate wurde von bisher 7,8 % bis 8,2 % auf 8,5 % bis 8,7 % hochgesetzt. Dennoch waren alle 10 S&P 500-Sektoren im Plus. Im Dow legten bis auf einen alle Werte zu. Dow, Nasdaq und S&P 500 gingen +1,53 % (11.836), +1,27 % (2.639) und +1,61 % (1.237) mit aus dem Markt. Wobei sich diesmal die Banken an die Spitze setzten. Bank of America legte um +5 % zu, American Express um +2,7 % und J.P. Morgan Chase um +2,8 %. Sehr erfreuliche Quartalsergebnisse aus dem Energie- und Materialsektor wie u.a. von EOG Resources (+12 %) oder Pioneer Natural Resources (+13 %) ließen Alcoa um +3,2 %, Chevron um +2,4 % und Exxon Mobil um +1,9 % steigen. MasterCard konnte nach einem +38 % Gewinnsprung um +7 % zulegen. Auch Gold nahm wieder um +1 % auf 1.728,70 Dollar je Unze zu. Wie auch Rohöl, das um +0,4 % auf 92,51 Dollar je Barrel stieg. MF Global Holdings, die Insolvenz (Chapter 11) anmeldeten, brachen um -79 % ein.

 

Frankfurt erholte sich nach dem Griechenlanddesaster vom Vortag wieder etwas. Wobei der Dax am Anfang kurzzeitig ins Minus rutschte. Für positive Stimmung sorgte die Meldung, dass Griechenland auch ohne die für diesen Monat geplante Hilfszahlung von 8 Mrd. Euro nicht vor einer Pleite stehen würde und erst einmal weiter machen könne. Jedenfalls hat Griechenland damit die Regierungen Deutschlands und Frankreichs völlig blamiert. So eine Stimme aus dem Analystenlager. Dax, Tec Dax und C Dax stiegen um +2,24 % (5.965), +1,39 % (682,99) und +2,12 % (526,76). Im Dax schoben sich Volkswagen und Lufthansa mit +5,73 % und +4,70 % nach vorn. Fresenius Medical Care war nach den gestrigen zurückhaltenden Quartalszahlen mit -0,87 % größter Verlierer. Im Tec Dax war das die PSI mit -2,96 %. Gewinner hingegen waren die zuletzt unter die Räder gekommenen Q-Cells mit +10,34 % und Adva Optical Network mit +5,13 %.

 

In Tokyo waren wegen des Feiertags „Tag der Kultur“ die Börsen geschlossen.

 

Globalyze Pressetour

 

Internet rettet Comcast. Steigende Internetnutzer sorgten trotz rückläufiger Pay-TV Einnahmen und schwacher Ergebnisse beim Neuerwerb NBC Broadcost Network sowie Universal Movie Studio für einen Gewinnanstieg von +4,7 %.

 

Standpunkt: Akquisitionsbedingt ist der Umsatz um +51 % auf 14,34 Mrd. Dollar gestiegen. Tut man so als ob NBC Universal bereits letztes Jahr da gewesen wäre sind es nur +4,9 %. Bei NBC stieg der Umsatz um +4,6 % auf 5,2 Mrd. Dollar. Der Gewinn von Comcast im 3. Quartal lag bei 908 Mio. Dollar. In der Videosparte verlor Comcast 165.000 Abonnenten nach 275.000 im Jahr zuvor, während im Internetsegment 261.000 hinzugewonnen werden konnten. Da die Lage bei Comcast, nicht zuletzt wegen der Neuakquisitionen zu unübersichtlich ist, rate ich derzeit von einem Engagement eher ab.

 

MasterCard Volumen pusht Gewinn um +38 %. Weil die Ausgaben und die Anzahl der Transaktionen mit +18 % bzw. +21 % zweistellig anstiegen, konnte der Kreditkartenbetreiber den Gewinn um +38 % auf 717 Mio. Dollar steigern.

 

Standpunkt: Der Nettoumsatz lag bei 1,82 Mrd. Dollar. Das angesichts dieser guten Zahlen der Aktienkurs steigt, ist nicht verwunderlich.

 

Petrochina in Top5 Liste. Mit einer Verfünffachung seiner Assets von 52 Mrd. Dollar auf derzeit 255 Mrd. Dollar in 10 Jahren und einer 7,5-fachen Steigerung des Umsatzes ist Petrochina das erste asiatische Unternehmen unter den Top5.

 

Standpunkt: Noch vor 10 Jahren lag das Unternehmen an 12. Stelle. Nun hat es den Sprung auf Platz 4 geschafft. Das zeigt, welche enorme Dynamik in China herrscht. Platz 1 bis 3 haben übrigens ExxonMobil, Chevron und Gazprom inne. Die französische Total SA belegt Platz 5. Interessant ist auch, die starke asiatische Präsenz, die sich dadurch ausdrückt, dass sich unter den 250 größten Energiefirmen 70 oder 28 % aus Asien befinden.

 

Hugo Boss EBIT steigt um +24 %. Wegen des weiter starken in China und den USA sowie dem fortgesetzten Ausbau des eigenen Einzelhandels steigerte Boss den Umsatz in Q3 um +14 % auf 615 Mio. Euro und das EBIT auf 159,7 Mio. Euro.

 

Standpunkt: Die Zahlen sehen alles in allem recht gut aus. Wermutstropfen ist die Rohertragsmarge, die von 59,2 % im Vorjahresquartal auf nun 58,8 % zurückging. Was auf steigenden Kostendruck schließen lässt. Das sollte man als Investor im Auge behalten. Erwähnenswert sind der Abbau der Nettofinanzverbindlichkeiten um -19 % auf 247,2 Mio. Euro und der Anstieg des Eigenkapitals um +43 %. Das sind gute Zahlen.

 

HRE Lapsus von 55,5 Mrd. Euro folgenlos. Mit der Ausrede unterschiedlicher Statistikprobleme und Bilanzierungsmethoden bleibt der „Rechenfehler“ laut Schäuble ohne personelle Konsequenzen.

 

Standpunkt: Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass dieser Bundesfinanzminister vollkommen untragbar geworden ist, dann ist dieser zu einem „ärgerlichen Fehler“ verniedlichte Skandal. Wir sprechen immerhin um eine Größenordnung, die 16 % des gesamten Haushalts der Bundesrepublik Deutschland. Sollten hier mit Wissen oder sogar auf Anordnung von Herrn Schäuble so etwas wie stille Reserven in Form eines Schattenhaushalts geschaffen werden? Als ehemaliger und langjähriger Mitarbeiter einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kann ich nur feststellen, dass bei einem solchen „Fehler“ das interne Kontrollsystem katastrophal aussehen muss. Und zwar sowohl bei der HRE als auch der Bad Bank FMS-Wertmananagement. Erschreckend ist auch das sich PriceWaterhouseCoopers als Wirtschaftsprüfer herausredet. Diese haben bei der Prüfung die Pflicht, sich davon zu überzeugen, dass das interne Kontrollsystem in Ordnung ist. Was es wohl nicht gewesen sein kann. Und dann muss sich natürlich ein Prüfer, gerade wenn die Buchhaltung outgesourct wurde, von der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung überzeugen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man schlappe 50 Mrd. Euro einfach so übersehen kann. Da scheint mehr im Busch zu sein. Was weiß ich nicht. Es riecht bzw. stinkt aber gewaltig. Mein Vertrauen in diese Regierung und in diesen unfähigen Finanzminister, der mit allen Tricks arbeitet und auch das Parlament nicht sachgerecht informiert (Stichwort: Hebel) ist erschüttert. Ein Rücktritt ist längst überfällig. Wie lange müssen wir uns diese Unfähigkeit noch bieten lassen? Was muss eigentlich noch passieren bis jemand in diesem Land Verantwortung übernimmt? Gibt es die überhaupt noch, die „Verantwortung“?

 

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