Neu auf wallstreet:online?
Jetzt registrieren | Login
x
Benutzername:

Passwort:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

Analyse Zucker: Trader und Analysten überwiegend bärisch

 |  09.11.2011, 12:59  |  2106 Aufrufe  |   0  | 

Im Oktober startete das Vermarktungsjahr 2011/12 für Zucker. Weltweit wird dabei das Angebot die Nachfrage übersteigen. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechnet mit einem Anstieg der Zuckerproduktion um 4,1 Prozent auf 173,1 Mio. Tonnen. Gleichzeitig geht auf der Nachfrageseite der Bedarf an Zucker zurück. Die International Sugar Organisation in London beziffert den Angebotsüberschuss mit 4,2 Mio. Tonnen, während die UBS-Rohstoffexperten sogar von 6 Mio. Tonnen ausgehen.

 

Insgesamt sind in den vergangenen Wochen die Nahrungsmittelpreise gesunken. Der Nahrungsmittel-Index der FAO fiel im Oktober um vier Prozent auf ein 11-Monats-Tief. Für Schwellenländer, denen zuletzt wegen hoher Nahrungsmittelpreise eine starke Inflation zu schaffen machte, ist das eine positive Entwicklung.  

Aufschlussreich ist eine Umfrage des Nachrichtendienstes Bloomberg von Ende Oktober, nach der Zucker-Trader und Analysten so bärisch waren wie seit drei Monaten nicht mehr. Insgesamt wurden nicht nur für Rohrzucker, sondern auch für den in London gehandelten raffinierten weißen Zucker (Sugar No.5) Kursrückgänge erwartet. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs erwarten für die kommenden sechs Monate einen Preisrückgang bei Rohrzucker um 10 Prozent.  

Spekulativ orientierte Investoren dürften sich für die kommenden Monate bei Zucker bereits short positioniert haben; und so ist anzunehmen, dass die Erwartung sinkender Kurse mittlerweile eingepreist ist. Weißer Zucker fiel in diesem Jahr bereits um 12 Prozent.

Bricht man den weltweiten Angebotsüberhang auf die Regionen herunter, ergibt sich ein differenziertes Bild: Der einstmals weltgrößte Importeur Russland wird aufgrund höherer eigener Produktion voraussichtlich im kommenden Jahr 56 Prozent weniger Zucker importieren.

Wachsende Zuckerimporte werden dagegen für China erwartet. Hier soll die Zuckerproduktion 2011/12 nach Angaben der chinesischen Zuckervereinigung um 10 Prozent auf 11,5 Mio. Tonnen steigen. Die Nachfrage liegt bei geschätzten 14 Mio. Tonnen. Das Defizit soll durch Importe gedeckt werden.  

Neben Angebot und Nachfrage werden die Zuckerpreise auch durch politische Auflagen bestimmt. So wird es innerhalb der EU keinen Angebots- sondern einen Nachfrageüberschuss geben. Davon profitiert etwa der Zuckerkonzern Südzucker. Hersteller zahlen dagegen für den Rohstoff mehr, und der Discount-Handel hat die Zuckerpreise deutlich erhöht. Seit 2006 soll durch Handelsbeschränkungen und Subventionen die Produktion von Zucker reduziert werden.

Der mit Abstand größte Zuckerproduzent ist Brasilien. 2010 produzierte das Land 39,6 Mio. Tonnen. Davon gingen 27,3 Mio. in den Export. Nach längerer Unsicherheit wird immer deutlicher, dass die brasilianische Ernte nur geringfügig hinter dem Vorjahr zurückbleiben dürfte. Nach Angaben der Zuckerindustrievereinigung UNICA liegt der Abstand zur Vorsaison nur bei noch 3,1 Prozent.

Zucker wird an mehreren Börsen in unterschiedlichen Klassifizierungen gehandelt. Der Hauptunterschied ist der zwischen Zucker Nr. 11, der sich ausschließlich auf Rohrzucker bezieht und Zucker Nr. 5, der den europäischen Rübenzucker mit einbezieht und an der  Londoner International Financial Futures Exchange (LIFFE) gehandelt wird.

Auf der Handelsplattform von WorldSpreads handeln Sie e-Spreads auf Zucker Nr. 5.

Hinweis laut §34b WpHG: Der Autor ist in den entsprechenden Wertpapieren / Basiswerten derzeit nicht investiert. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Bewerten Sie diesen Artikel: (
0
Bewertungen)

Ihren XING-Kontakten zeigen

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Nachrichtensuche

Enthaltene Werte

WertpapierKursZeitPerf. in %
0,1958
25.05.
0,00
0,2999
25.05.
-1,28

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
04.12.

Autor

Robert Waidhaas ist Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von WorldSpreads in Frankfurt/Main. Als erstes Brokerhaus bietet WorldSpreads in Deutschland und Österreich den Handel mit e-Spreads an.

Zuvor leitete Robert Waidhaas den Bereich Aktienderivate SalesTrading für den deutschsprachigen Markt bei BearStearns International und war für internationale Investment-Banken in New York und London tätig.