Value Was zählt
Wieder einmal hat Warren Buffett unvermutet zugeschlagen. Mit dem Einkauf bei IBM hat er die Analysten- und Investorengemeinde einmal mehr überrascht.
Der mittlerweile 81 Jahre alte Warren Buffett ist immer für eine Überraschung gut. Und meistens überrascht er nicht nur, sondern liegt auch richtig damit. Jedenfalls war dies bei dem Burlington Northern Santa Fee Deal der Fall. Allein mit dieser Beteiligung hat er sich eine goldene Nase verdient. Hätte er nicht bereits eine.
Dass auch Warren Buffett nur ein Mensch ist, wenngleich ein außergewöhnlicher, zeigt die Sache mit den Massenvernichtungswaffen. Just mit jenen hat er vor kurzem ca. -2 Mrd. Dollar Verlust gemacht. Was er und seine Berkshire Hathaway Inc. mit einer Marktkapitalisierung von über 79 Mrd. Dollar aber ohne weiteres verschmerzen können. Wobei es da doch den ein oder anderen gegeben haben mag, der das mit Schadenfreude aufnahm. Da er noch vor kurzem diese als Teufelszeug gegeißelt hat. Wobei jedem Fehler passieren und angesichts einer solchen Erfolgsserie wie der von Warren, Schadenfreude mit Sicherheit unangemessen ist. Schließlich hat er, auch wenn er dabei immer auch seinen Vorteil wahrnahm, in der Finanzkrise in den USA eine deutlich stabilisierende Rolle gespielt. Exemplarisch zeigte er, wie das Vertrauen in eine Person und dessen Handeln eine ganze Volkswirtschaft - zumindest etwas - beruhigen kann.
Nun lesen wir heute, dass Warren bei IBM mit 10,7 Mrd. Dollar eingestiegen ist. Damit hält er nun satte 5,4 % des Technologieanbieters. Nach State Street Global Advisors ist die Berkshire Hathaway Inc. damit nun der zweitgrößte Großaktionär in dem nach Exxon Mobile, Apple und Microsoft viertgrößten gelisteten amerikanischen Unternehmen. Und das soll es nun auch gewesen sein. Die Käufe sind seiner Aussage nach abgeschlossen.
Sieht man sich einmal die Kursentwicklung von IBM an, so muss das nicht verkehrt sein. Immerhin hat die weltweite bekannte Marke in diesem Jahr bereits ein Kursplus von +28 % gemacht. Was sich in diesen unruhigen Zeiten mehr als sehen lassen kann. Da macht es einem Warren Buffet auch wenig aus, dass die Aktie nahe ihrem Allzeit-Hoch notiert und bereits das fünfzehnfache des 2010-er Gewinns und das 12,7-fache des 2012-er Gewinns wert ist.
"What matters is what the company does in the future" ist seine Antwort an diese Tatsache hinterfragende Journalisten. Er betont also, dass es ihn nicht kümmere, weil allein die Zukunft zählt. Und die sieht er für IBM offensichtlich rosig.
Und so zeigt Warren Buffett wieder einmal beinahe lehrbuchhaft, was Value Investment bedeutet. Wichtigste Aufgabe eines so vorgehenden Investors ist es sich Gedanken über die zukünftige Unternehmensentwicklung zu machen und den inneren Wert des Unternehmens zu bestimmen. Ist der höher als an der Börse, ist die Aktie ein Kauf.
So einfach kann ein Investment in Aktien sein.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.
Ihr Norbert Lohrke
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