Börsen in Europa am Mittag Weiter im Minus, Credit Suisse auf Tauchstation
Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes notieren nach wie vor im Minus. Dabei belasten negative Vorgaben aus Übersee ebenso wie die anhaltenden Sorgen um die Schuldenkrise in Europa. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) gibt derzeit um 1,76 Prozent nach auf 2.248,04 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verliert 0,90 Prozent auf 2.251,88 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren ebenfalls im Minus.
Die Wall Street dürfte heute schwächer in den Handel starten. So verliert der Dow Jones Future derzeit 0,91 Prozent. Der NASDAQ-Future fällt momentan um 0,87 Prozent zurück, während der S&P-Future um 0,91 Prozent nachgibt.
Das europäische Statistikamt Eurostat legte heute seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal 2011 vor, wonach die Wirtschaft mit unverändertem Tempo angewachsen ist. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das BIP in der Eurozone (ER16) und in der gesamten Europäischen Union (EU27) um jeweils 0,2 Prozent. Im zweiten Quartal 2011 war das BIP um jeweils 0,2 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich zog die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,4 Prozent an, während sie im Vorquartal um 1,6 Prozent angezogen war. In der EU27 lag das BIP um 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach einem Plus von 1,7 Prozent im zweiten Quartal.
Die Beschäftigungssituation in Frankreich hat sich im dritten Quartal 2011 verbessert. Dies gab die nationale Statistikbehörde INSEE bekannt. So kletterte die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal um 7.400 und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 159.500. Im zweiten Quartal hatte die Beschäftigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Vergleich zum Vorquartal um 33.300 zugenommen. Damit lag die Beschäftigung nahezu unverändert auf Vorquartalsniveau und um 1,0 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich derweil im Oktober 2011 mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. Dies teilte die nationale Statistikbehörde INE in Madrid mit. So reduzierte sich die jährliche Inflationsrate auf 3,0 Prozent, nachdem sie im September noch bei 3,1 Prozent gestanden hatte. Der für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HVPI) wies unverändert eine Jahresteuerung von 3,0 Prozent aus und lag damit deutlich über dem Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Im September hatte der HVPI ebenfalls um 3,0 Prozent zugelegt.
Italien verzeichnete indes im September 2011 ein kleineres Handelsbilanzdefizit. Laut der Statistikbehörde Istat schrumpfte der Passivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,8 Mrd. Euro, nach einem Defizit in Höhe von 3,7 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei wuchsen die Exporte auf Jahressicht um 10,3 Prozent auf 33,04 Mrd. Euro und die Importe um 3,6 Prozent auf 34,88 Mrd. Euro an.
Die Aktie von Burberry (ISIN GB0031743007/ WKN 691197) fällt im britischen FTSE 100 um 4,9 Prozent zurück und markiert damit weiterhin das Indexende. Dabei teilte der Luxusartikelhersteller heute mit, dass sich sein Gewinn im ersten Halbjahr deutlich erhöht hat, was mit einer weltweiten Nachfrage nach Luxusgütern und einem aggressiven internationalen Expansionsprogramm zusammenhängt. Zudem wurde die Dividende um 40 Prozent angehoben. Deutliche Abschläge von jeweils 3,8 Prozent sind ebenso bei Royal Bank of Scotland und Barclays auszumachen. An der Indexspitze behaupten sich nach wie vor Smith & Nephew mit einem Plus von 1,8 Prozent sowie BSkyB mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent.
Anteile von Hennes & Mauritz (ISIN SE0000106270/ WKN 872318) legen in Stockholm um 0,9 Prozent zu. Die Bekleidungskette konnte im Oktober 2011 ein klares Umsatzplus ausweisen. So verbesserte sich der konsolidierte Gesamtumsatz im Oktober währungsbereinigt um 8 Prozent. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, gingen indes um 2 Prozent zurück. Zum 31. Oktober 2011 hatte der Konzern insgesamt 2.410 Filialen, im Vergleich zu 2.143 Filialen am 31. Oktober 2010. Papiere von Electrolux (ISIN SE0000103814/ WKN 853138) geben derweil über 8 Prozent nach. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Haushaltsgeräten teilte heute mit, dass er sein bisheriges Kosteneinsparziel verdoppelt hat. Zudem will man die Produktionskapazitäten schneller verringern.
Im Schweizer SMI bewegen sich aktuell lediglich Nestlé mit einem Plus von 1,1 Prozent im grünen Bereich. Anteile der Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800) verlieren 4,2 Prozent an Wert und markieren damit das Indexende. Die Ratingagentur Moody's hat angekündigt, die Bonitätseinstufung für die Großbank möglicherweise zu senken. Als Gründe gab Moody's die schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen für das dritte Quartal an. Zudem stehe die Bankgesellschaft angesichts des derzeitigen Umfelds vor schwierigen Herausforderungen. Aktuell wird Credit Suisse mit der Note Aa2 eingestuft. Auch Finanztitel wie UBS, Julius Bär und Zurich Financial Services bewegen sich mit Abschlägen zwischen 1,7 Prozent und 3,2 Prozent deutlich im negativen Bereich.
Papiere von Semperit (ISIN AT0000785555/ WKN 870378) liegen in Wien mit einem Minus von 0,1 Prozent nur knapp im roten Bereich. Der Industriekonzern verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Für das vierte Quartal rechnet Semperit mit einem deutlichen Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der Saisonalität zum Jahresende und planmäßiger Revisionsstillstände in einzelnen europäischen Werken werde aus derzeitiger Sicht jedoch davon ausgegangen, dass das erfreuliche Absatzniveau des dritten Quartals im Schlussquartal 2011 nicht in vergleichbarer Höhe wiederholt werden kann. Für Anteile der Vienna Insurance Group (ISIN AT0000908504/ WKN A0ET17) geht es aktuell um 4,9 Prozent nach unten. Der Konzern konnte zwar in den ersten neun Monaten dank der starken Entwicklung in Osteuropa mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten, allerdings musste man beim Finanzergebnis angesichts der Schuldenkrise in Europa einen Rückgang von 10,8 Prozent auf 798,6 Mio. Euro hinnehmen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.248,04 (-1,76 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.251,88 (-0,90 Prozent) FTSE 100 (London): 5.465,76 (-0,97 Prozent) CAC40 (Paris): 3.048,49 (-1,94 Prozent) MIB (Mailand): 15.131,59 (-2,15 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.220,40 (-1,81 Prozent) SMI (Zürich): 5.626,79 (-0,62 Prozent) ATX (Wien): 1.862,40 (-2,73 Prozent) (15.11.2011/ac/n/m)

0
