Wall Street Eröffnung Kaum verändert, Hewlett-Packard unter Druck
New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes können sich im frühen Dienstaghandel nicht von ihren Vortagesverlusten erholen. Dabei belasten enttäuschende Daten zur US-Wirtschaftsleistung. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verschlechtert sich um 0,09 Prozent auf 11.536,94 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) um 0,29 Prozent auf 2.530,36 Zähler steigt. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) legt um 0,09 Prozent zu auf 1.194,01 Punkte.
Die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal 2011 mit beschleunigtem Tempo angewachsen. Dies geht aus einer ersten Schätzung hervor, die das US-Handelsministerium heute vorlegte. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um revidiert 2,0 Prozent (vorläufig: +2,5 Prozent), während Volkswirte einen Anstieg um 2,5 Prozent prognostiziert hatten. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft lediglich um 1,3 Prozent erhöht.
Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren steht heute im frühen Handel der bereits gestern nach Börsenschluss veröffentlichte Quartalsausweis von Hewlett-Packard (ISIN US4282361033/ WKN 851301). Der IT-Konzern konnte im vierten Fiskalquartal 2010/11 die Gewinnerwartungen auf bereinigter Ebene klar übertreffen. Der Umsatz fiel daneben leicht oberhalb der Erwartungen aus. Der Ausblick enttäuschte allerdings. Der Umsatz belief sich auf 32,1 Mrd. Mrd. US-Dollar, nach 33,3 Mrd. US-Dollar im Vergleichszeitraum. Analysten hatten zuvor Umsätze von 32,05 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Nettogewinn wurde mit 239 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cents je Aktie angegeben, nach 2,54 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EPS wiederum wurde auf 1,17 US-Dollar, nach 1,33 US-Dollar im Vorjahr, beziffert. Analysten hatten hier ein EPS von 1,13 US-Dollar erwartet. Das Unternehmen erwartet für das erste Fiskalquartal 2011/12 ein bereinigtes EPS von 83 bis 86 Cents. Analysten erwarten hier Umsätze von 31,41 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 1,11 US-Dollar. Der Titel gibt um 3,8 Prozent nach. Für eine Enttäuschung sorgte auch der Technologiekonzern Analog Devices (ISIN US0326541051/ WKN 862485). So hat man vor dem Hintergrund rückläufiger Umsätze im vierten Quartal auch einen Gewinnrückgang verzeichnen müssen. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Zudem fiel auch der Ausblick schwach aus. Das Papier verschlechtert sich um 0,9 Prozent.
Für Campbell Soup (ISIN US1344291091/ WKN 850561) geht es um 1,7 Prozent nach unten. Der Nahrungsmittelkonzern konnte im ersten Fiskalquartal 2011/12 das Vorjahresergebnis nicht erreichen. Auch der Umsatz war leicht rückläufig. Allerdings wurden die Erwartungen der Analysten gewinnseitig geschlagen, während man beim Umsatz enttäuschte. Hormel Foods (ISIN US4404521001/ WKN 850875) verteuern sich daneben um 1,4 Prozent. Der Nahrungsmittelhersteller musste im vierten Quartal trotz eines Umsatzwachstums einen leichten Gewinnrückgang ausweisen. Zurückzuführen war dies auf ein schwächeres operatives Gesamtergebnis der Segmente. Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Zudem wurde ein starker Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben. Nach enttäuschenden Zahlen zum dritten Quartal brechen Chico`s FAS (ISIN US1686151028/ WKN 907418) um 12,3 Prozent ein. Der auf Damenmode spezialisierter Einzelhändler verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang. Dabei haben stärkere Preissenkungen die Margen beeinträchtigt. Zudem hatte man unter höheren Ausgaben zu leiden. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt.
Für eine positive Überraschung sorgte Medtronic (ISIN US5850551061/ WKN 858486). Der Medizintechnikhersteller hat seinen Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines soliden Umsatzwachstums deutlich verbessert. Dabei hatte das Vorjahresergebnis unter Sonderbelastungen zu leiden. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Zudem wurde der Jahresausblick bestätigt. Der Titel klettert um 3,5 Prozent nach oben. Der Solartechnikkonzern LDK Solar (ISIN US50183L1070/ WKN A0MSNX) musste indes im dritten Quartal einen Verlust hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf einen deutlichen Umsatzrückgang. Für die Aktie geht es um 5,3 Prozent nach unten.
Für Aufsehen sorgt ferner ein Pressebericht zur Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388). Wie es heißt, wurde die Bankgesellschaft gewarnt, sie müsse Schritte zur Stärkung ihrer Bilanz unternehmen, sonst würden ihr Zwangsmaßnahmen drohen. So hätten Regulierungsbehörden dem Board des Kreditinstituts, das seit Mai 2009 im Rahmen eines Memorandum of Understanding operiert, verständlich gemacht, dass sie weitere Fortschritte in den Bereichen Governance, Risk und Liquidity Management erwarten. Sollte die Bank dieser informellen Aufforderung nicht nachkommen, könnte sie sich den Angaben zufolge mit staatlichen Durchsetzungsmaßnahmen konfrontiert sehen. Das Papier verteuert sich um 1,1 Prozent.
Zudem gibt es heute Nachrichten von der Akquisitionsfront. Pfizer (ISIN US7170811035/ WKN 852009) wird Excaliard Pharmaceuticals übernehmen. Bei Excaliard handelt es sich um ein 2007 gegründetes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung neuartiger Medikamente zur Behandlung von Hautfibrose (Narbenbildung der Haut) spezialisiert hat. Die Akquisition soll noch vor Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Die Aktie des Pharmakonzerns notiert annähernd auf Vortagesniveau.
Der Finanzinvestor KKR (ISIN US48248M1027/ WKN A1C10P) wird schließlich einem Pressebericht zufolge ein Konsortium anführen, das die Samson Investment Co. übernehmen will. Wie es heißt, hat die Transaktion ein Gesamtvolumen von 7 Mrd. US-Dollar. Bei Samson Investment handelt es sich um einen privaten Öl- und Gasexplorer mit Sitz in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma. KKR rücken um 0,3 Prozent vor. (22.11.2011/ac/n/m)

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