US-Aktien Warren Buffett geht shoppen
Findet Warren Buffett keine guten Investments mehr? Das vermuteten viele Anleger noch vor wenigen Tagen. Der berühmte Investor verordnete seiner Investmentholding Berkshire Hathaway überraschend ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm, nachdem die A-Aktie unter die magische Marke von 100000 US-Dollar abgetaucht war.
Doch jetzt zeigt sich: Dem Starinvestor gehen die Ideen so schnell nicht aus. Vielmehr war das „Orakel von Omaha“ in den vergangenen Monaten auf großer Einkaufstour. Wie das neue 13F-Berichtsformular von Berkshire Hathaway beweist, hat Buffett seit dem 30.6. nicht nur (wie von uns prognostiziert) seinen Bestand in der Discounterkette Dollar General kräftig aufgestockt, sondern ist in sechs Unternehmen neu eingestiegen! Neben der PLATOW-Lesern bekannten Drogeriekette CVS Caremark, dem Chiphersteller Intel und der Kreditkartenfirma Visa hat die Investmentlegende auch jeweils rund 200 Mio. US-Dollar in die Satellitenfernsehfirma DirecTV und den Rüstungskonzern General Dynamics gesteckt.
Am spektakulärsten ist aber sicherlich der Einstieg in IBM. Das Paket ist derzeit nicht nur rund 10 Mrd. Dollar wert, sondern auch ein milliardenschwerer Ausflug in die Hochtechnologie – ein Segment, das Warren Buffett bisher gemieden hat. Selbst wenn der neue Portfoliomanager Todd Combs für den Kauf verantwortlich gewesen sein sollte: „Big Blue“ hätte es wohl nicht ins Portfolio geschafft, wenn der IT-Konzern Buffetts strengen Kriterienkatalog nicht erfüllt hätte.
Aufschlussreich ist auch, was der Starinvestor derzeit nicht kauft: Aktien europäischer Banken! Buffetts wenig schmeichelhafte Einschätzung: Dafür sei es noch zu früh. Das sagt immerhin ein Mann, der der Bank of America und Goldman Sachs mit Milliardenbeträgen aushalf. Wir meinen: Mit dieser skeptischen Einschätzung wird Warren Buffett wieder einmal richtig liegen!

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