Heul Heul Frankfurt wegen Thanksgiving richtungslos; ifo- Index mit +0,2 % überraschend positiv; Schnäppchenkäufe in Japan; KWS mit Umsatzsprung; Alibaba verliert Räuber; Chinas Autoverkäufe und Indiens Inflation rückläufig; Banken jammern
Lange haben die Banken gepennt. Jetzt plötzlich brauchen sie mehr Zeit, was ihnen ja früh einfällt. Aber auch für Banken gilt: wer zu spät kommt.... Ansonsten überraschte der Ifo- Index. Und auch in Indien wirkt die dämpfende Geldpolitik langsam. In Japan kann man auf niedrigem Bewertungsniveau Schnäppchenkäufe wahrnehmen. Es gibt also neben dem Jammertal der Banken und Europa auch Positives.
Globalyze Marktbericht
Die Wall Street konnte gestern angesichts Thanksgiving einmal durchatmen.
In Frankfurt war die Negativserie ungebrochen. Jedenfalls was den Dax (-0,55 %; 5.428) und den C Dax (-0,28 %; 481,23) betraf. Der Tec Dax konnte überraschend mit +1,72 % (647,22) deutlich zulegen. Positiv überrascht hat auch der ifo-Geschäftsklimaindex, der im November um +0,2 % zulegte. Da man in Frankfurt aber ohne die Amerikaner nicht weiß wohin, wirkte sich das bei dünnem Handel nicht in Kurssteigerungen aus. Das Gerücht, dass die deutsche Regierung angeblich doch Eurobonds zustimmen würde, sorgte bis zum Dementi der Kanzlerin für Käufe. Ganz schlecht kam die Botschaft an, dass Portugal mit der Note BB+ auf Ramschniveau herabgestuft wurde. Wobei ich mich erinnern kann, dass Politiker der Koalition in Talkshows auf die angeblichen Fortschritte in Portugal und Irland verwiesen haben. Da wird für auch gelogen, was das Zeug hält. Den Dax führte gestern die Commerzbank mit +4,14 % und einem kleinen Zwischenhoch auf dem Weg zum Pennystock-Niveau an. Mit -2,92 % und -1,86 % trugen Bayer und Fresenius die rote Laterne. Im Tec Dax gaben die Solarwerte Solarworld und Q-Cells mit -5,38 % und -4,57 % am stärksten nach. Dialog Semiconductor konnte mit +10,26 % ordentlich takten.
Tokyo eröffnete im Minus, konnte sich aber relativ schnell ins Plus retten. Angesichts der äußerst niedrigen Bewertungen waren Schnäppchenverkäufe angesagt. Bei den Branchen lagen Präzisionsmaschinen, Seetransport und Eisen und Stahl vorn. Verlierer waren Großhandel, Kaufhäuser und Gummi. Der ungewisse Ausblick was die Schuldenkrise in Europa betrifft und die Ablehnung von Eurobonds begrenzte allerdings die ansonsten möglichen weiteren Kursgewinne. Während Nintendo und die skandalumwitterte Olympus um +4,1 % bzw. +20,7 % zulegten, gab der chinasensitive Roboterhersteller Fanuc um -0,6 % nach. Elpida stieg nach einer Hochstufung durch SMBC Nikko Securities um +12,7 %. Wobei auch andere Chiphersteller angesichts eines angeblich um +30 % gestiegenen Auftragseingangs bei Tokyo Electron Ltd. zulegten. 796 steigende Aktien standen 653 fallenden Aktien gegenüber. 209 waren unverändert. Die dritte Woche in Folge waren die ausländischen Investoren auf der Verkäuferseite. Sie kauften diese Woche Aktien im Wert von 2,79 Billionen Yen und verkauften 2,87 Billionen Yen. Auch bei den mittel- und langfristigen Anleihen waren die Ausländer Nettoverkäufer. Käufe von 1,3 Billionen Yen standen Verkäufen von 1,97 Billionen Yen gegenüber. Hingegen waren die Japaner bei beiden zum ersten Mal seit fünf Wochen wieder Nettokäufer. Der Nikkei trat mit -0,06 % und 8.160 Punkten auf der Stelle.
Globalyze Pressetour
Alibaba.com Gewinn +12 %. Trotz steigender Kosten und rückläufiger zahlender Kunden steigerte die in Peking beheimatete e-commerce-Plattform Umsatz und Gewinn um +11 % auf 1,6 Mrd. Yuan bzw. um +12 % auf 409,7 Mio. Yuan.
Standpunkt: Wobei 409 Mio. Yuan ca. 64,4 Mio. Dollar entsprechen. Während die operativen Aufwendungen mit dem Umsatz um ca. +13 % stiegen liefen die umsatzbezogenen Kosten mit +26 % auf 304,7 Mio. Yuan deutlich aus dem Ruder. Zudem fielen die zahlenden Kunden um -3,4 %. Das alles ist nicht gerade prickelnd.
Lebensmittelinflation sinkt auf 9,01 %. Nach fünf Wochen zweistelliger Inflation ist die Preissteigerung indischer Lebensmittel wieder mit 9,01 % im einstelligen Bereich angekommen. Vor einem Jahr lag diese bei 11,38 %.
Standpunkt: Insgesamt gegen die Preise in diesem Segment derzeit deutlich zurück. So liegen die Preise von Gemüse, die noch vor Wochen mit 27,26 % stiegen, jetzt bei „nur“ noch 17,60 %. Und auch Obst liegt statt bei 5,99 % bei 4,59 %. Die dreizehnte (!) Zinserhöhung durch die Notenbank seit März 2010 zeigt also langsam ihre Wirkung. Was ein gutes Zeichen ist. Schließlich eröffnet ein weiterer Preisrückgang wieder geldpolitische Spielräume. Antizyklische Investoren werfen deshalb bereits jetzt wieder einen vorsichtigen Blick Richtung Indien.
Chinas Autoverkäufe bei +5 % bis +8 %. Gemäß einer Mitteilung des Direktors des Ministeriums für Industrie und Information Huang Libin sollen die Autoverkäufe in 2012 maximal um +8 % wachsen. In den Vorjahren waren es +25 %.
Standpunkt: In den ersten 10 Monaten dieses Jahres wuchsen die Fahrzeugverkäufe in China um +3 % auf 15,2 Mio. Einheiten. Das ist von den 32 % im letzten Jahr ein scharfer Einbruch. Grund dafür ist, dass die Subventionen bzw. die Unterstützung seitens des chinesischen Staates eingestellt wurden. Stattdessen haben die großen Städte zur Vermeidung von Verkehrsinfarkten die Verkäufe limitiert. Was für uns schlechterdings nicht vorstellbar ist. Das aber ist China. Jeder der chinesische Aktien kauft, sollte über diese massive Eingriffe in die Wirtschaft, die das Länderrisiko erhöhen, wissen. Insofern ist für uns weiter Vorsicht angebracht. Es gibt viele Länder in denen deutlich mehr „Markt“-wirtschaft und Rechtssicherheit herrscht.
Jammer-Banken betteln. Obwohl die Banken nun seit 2008 nun wirklich genug Zeit hatten ihr Kapital zu erhöhen, betteln diese bei der europäischen Aufsicht EBA um mehr Zeit für die Umsetzung der verschärften Kapitalanforderungen.
Standpunkt: Diese Banken gehen mir so etwas auf den Zeiger, das glauben Sie nicht. Wobei sie nicht nur betteln, sondern auch unverhohlen drohen. Damit wird bald Schluss sein. Wenn Sie uns helfen. Wir haben deshalb eine Petition für ein Trennbankensystem und eine Öffnung des Kreditwesengesetzes von unten her eingebracht (Link: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18805). Bitte zeichnen Sie die mit und geben Sie diese an Bekannte, Angehörige und Verwandte weiter. Es ist an der Zeit, dass in diese verstaubte Branche endlich etwas frischer Wind kommt. Bitte helfen Sie alle mit. Die sollen endlich Wettbewerb spüren und ihre Boni und Tantiemen hart verdienen. Falls sie solche im freien Wettbewerb überhaupt noch bekommen würden. Der Schutzzaum um die Banken muss endlich fallen.
KWS erwartet zweistellige Rendite. Mit einer Umsatzsteigerung von +30 % auf 93,1 Mio. Euro und einer Verbesserung des in diesem Quartal üblichen negativen Ergebnisses um +6 % auf -22,6 Mio. Euro wächst KWS weiter.
Standpunkt: Derzeit säen die Landwirte Wintergetreide und Winterraps aus. Insofern steht das Getreidegeschäft derzeit im Vordergrund. Ein 30 %-iger Umsatzanstieg kann sich sehen lassen. Dass in diesem Quartal das Ergebnis saisonbedingt negativ erscheint, ist gebongt. Allerdings ist die zum Umsatz unterproportionale Verbesserung des Ergebnisses nicht gerade berauschend. Nun wollen wir erst einmal sehen, was uns das nächste Quartal bringt.
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