Börse&Märkte Wochenrückblick KW48
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - In der vergangenen Woche haben sich die internationalen Leitindizes deutlich stärker entwickelt. So zog der DAX im Wochenvergleich um 10,70 Prozent an, während der Dow Jones STOXX 50 eine Zunahme von 8,14 Prozent vorzuweisen hatte. Der japanischeNikkei-Index stieg daneben im Wochenvergleich um 5,93 Prozent. In den USA steht beim Dow Jones gegenüber dem letzten Handelstag der Vorwoche bis dato ein Plus von 6,68 Prozent zu Buche.
Börse & Märkte: Deutschland
Am Montag konnten die deutschen Leitindizes mit deutlichen Pluszeichen in die neue Woche starten. Der DAX gewann unter anderem 4,6 Prozent. Die Aktie von Daimler gewann am Montag 7,9 Prozent und war damit stärkster Wert im DAX. Der Automobilkonzern wird die Produktion seiner Luxusmarke Maybach einstellen. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. DieCommerzbank (+4,1 Prozent) will einem Medienbericht zufolge zur Stärkung ihrer Kapitalquote weitere Anleihen zurückkaufen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Montag) plant die Bank, bestimmte Anleihen unter ihrem Nennwert zurückzunehmen und die Besitzer mit neuen Aktien auszuzahlen. Das Institut strebt nach Angaben der Wirtschaftszeitung auf diese Weise eine Entlastung von 600 Mio. bis 1 Mrd. Euro an. Für Anteile von Bayer ging es 4,8 Prozent voran. Der Pharmakonzern und Regeneron Pharmaceuticals starten eine klinische Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von VEGF Trap-Eye (Aflibercept für Injektionen ins Auge) bei der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration (wet AMD) in China. MAN (+6,1 Prozent) und die Investmentgesellschaft IPIC aus Abu-Dhabi haben sich darauf geeinigt, dass MAN die gesamten Anteile von IPIC an Ferrostaal zurückkauft. Der MDAX wurde von der TUI-Aktie angeführt. Im Windschatten von Thomas Cook (Thomas Cook Group) rückte das Wertpapier fast 10 Prozent vor. Thomas Cook erfreute die Anleger mit der Nachricht, von den Banken eine neue Kreditlinie erhalten zu haben.
Am Dienstag konnten die deutschen Standardwerte nach einem schwächeren Handelsbeginn in die Pluszone drehen. Dabei wurden die Sorgen über eine weitere Ausweitung der Euro-Krise sowie Befürchtungen über eine mögliche Abstufung des Ausblicks für die Bonitätsnote Frankreichs weitestgehend ignoriert. Gleichzeitig profitierte die Stimmung der Anleger von positiven Vorgaben aus den USA. Der DAX gewann zuletzt 0,95 Prozent auf 5.799,91 Punkte. Im DAX waren Anteilsscheine des Düngemittelkonzerns K+S gefragt. Einer Pressemitteilung zufolge hat der Aufsichtsrat dem Vorhaben des Vorstands zugestimmt, das Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan zu realisieren. Hierzu wurden Investitionen in Höhe von insgesamt 3,25 Mrd. Kanadische Dollar (CAD) (entspricht rund 2,4 Mrd. Euro) genehmigt. Nachdem die Aktie am Morgen mit recht deutlichen Minuszeichen gestartet war, rückte der Wert zuletzt mit einem Plus von rund 3 Prozent auf Platz 2 im DAX vor. Ebenfalls deutlich fester präsentierten sich Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF(+2,1 Prozent). Zuvor hatte der Konzern einen starken Ausblick für die kommenden Geschäftsjahre abgegeben. Wie es in der Pressemitteilung heißt, will der weltweit führende Chemiekonzern bis 2020 schneller wachsen als das weltweite BIP. Dabei gehe man von einem jährlichen BIP-Wachstum von durchschnittlich 3 Prozent aus, das damit etwas höher als in den vergangenen zehn Jahren ist. Der Anstieg der Chemieproduktion wird mit durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr eingeschätzt. BASF strebt an, weiterhin zwei Prozentpunkte über der globalen Chemieproduktion zu wachsen und damit ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr bis 2020 zu erzielen. Insgesamt will die BASF einen Umsatz von rund 115 Mrd. Euro und bei weiterer Stärkung der Ertragskraft ein EBITDA von 23 Mrd. Euro im Jahr 2020 erreichen. Mit im vorderen Drittel des Daxwaren auch Anteilsscheine des Industriegaseherstellers Linde zu finden (+1,3 Prozent). Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, werde Linde die gesamte Gasversorgung des Stahlunternehmens Hebei Puyang Iron and Steel Ltd. in Wu'an (Hebei Provinz, Nordchina) übernehmen und hierfür rund 120 Mio. Euro investieren. Am unteren Ende des DAX waren Anteilsscheine von Daimler mit einem Abschlag von 0,8 Prozent zu finden. Außerdem notierten RWE auf dem letzten Platz mit 1 Prozent im Minus.
Nach einem schwachen Start nahmen die deutschen Standardwerte am Mittwoch deutlich an Fahrt auf. Nachdem zunächst negative Kommentare der Ratingagentur S&P im Bankensektor für schwächere Notierungen sorgte, überraschten die sechs weltweit bedeutendsten Notenbanken mit ihrer Entscheidung, in einer abgestimmten Aktion am Geldmarkt zu intervenieren, um die Finanzmärkte mit mehr Liquidität auszustatten. Der DAX gewann zuletzt 4,98 Prozent auf 6.088,84 Punkte. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hielt im Oktober 2011 weiter an, so hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Nach vorläufigen Berechnungen erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,5 Millionen Personen einen neuen Höchststand. Ferner fiel die Zahl der Arbeitslosen um 24.000 auf 2.713.000. Dieser Rückgang fiel stärker aus als in den Vorjahren. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 214.000 ab. Zudem lag auch der deutsche Einzelhandelsumsatz im Oktober 2011 über dem Vormonatsniveau. Im Fokus standen vor allem Bankenwerte. Aktien der Deutsche Bank lagen nach anfänglichen Verlusten zuletzt mit 6,2 Prozent im Plus. Am Dienstagabend hatte S&P im Rahmen einer Branchenstudie zum Bankensektor die Bonitätsnoten zahlreicher US-Kreditinstitute und europäischer Großbanken herabgestuft. Bei der Deutschen Bank wurde das Rating "A+" zwar bestätigt, der Ausblick wurde jedoch von "stabil" auf "negativ" gesenkt, womit dem führenden deutschen Kreditinstitut möglicherweise bald eine Abstufung drohen könnte. Bei der Commerzbank(+4,1 Prozent) wurde sowohl die Bonitätsnote "A" als auch der negative Ausblick von S&P bestätigt. Einem Medienbericht zufolge zieht die Commerzbank außerdem eine Aufspaltung der Problemtochter Eurohypo in Betracht. Ferner will der Versicherungskonzern Allianz (+5,6 Prozent) einem Medienbericht zufolge den Geschäftsbereich Sachversicherungen in den kommenden Jahren profitabler machen und in diesem Zusammenhang auch Stellen streichen. Anteile der Deutschen Telekom (+4 Prozent) standen ebenfalls im Fokus: Am Dienstagabend hat die zuständige US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) zugestimmt, den Antrag zum Verkauf der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T (AT&T) zurückzuziehen. Am 24. November hatten beide Konzerne diesen Schritt angekündigt, um sich zunächst darauf zu konzentrieren, die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion durch das Department of Justice zu erhalten. Die Unternehmen beabsichtigen, zu gegebener Zeit ein neues Genehmigungsgesuch bei der FCC zu stellen. Im Anschluss äußerte die FCC jedoch Bedenken in Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des drittgrößten Mobilfunkanbieters auf dem US-Markt an AT&T. Zuletzt gewann der Wert 4 Prozent hinzu.
Am Donnerstag präsentierten sich die wichtigsten deutschen Leitindizes schwächer. Dabei dominierten Gewinnmitnahmen das Bild. Der DAX verlor zuletzt 0,87 Prozent auf 6.035,88 Punkte. Der Chemiekonzern BASF (-1,8 Prozent) hat den Bau einer neuen Anlage zu Herstellung von Ultrason, (Polyethersulfon: PESU), einem ihrer thermoplastischen Hochleistungskunststoffe, am Betriebsstandort in Yeosu (Korea) angekündigt. Ferner konnte die zum Automobilbauer Volkswagen (Volkswagen vz) (-0,7 Prozent) gehörende US-Tochter Volkswagen of America im November ein deutliches Absatzplus vorweisen. So wurden insgesamt 28.412 Modelle abgesetzt, was einem Plus von 40,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die Deutsche Börse (Deutsche Boerse) (-1,6 Prozent) musste für November einen leichten Rückgang beim Transaktionsvolumen im Xetra-Handel ausweisen. Einem Medienbericht zufolge zieht die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) (-0,9 Prozent) angesichts eines möglichen Scheiterns des geplanten Verkaufs der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T Inc. (AT&T) einen Alternativplan in Betracht. Beide Konzerne hätten einen Plan erörtert, der die Auslagerung von Assets der Mobilfunkaktivitäten beider Konzerne in den USA in ein Joint Venture vorsieht. Die deutschen Aktien schlossen am letzten Tag mehrheitlich im Plus. Grund für die gute Stimmung waren unter anderem Gerüchte über EZB-Mittel für Euro-Problemstaaten. Dabei standen insbesondere die Finanzwerte auf der Kaufliste der Anleger.
Der DAX gewann am Freitag 0,74 Prozent auf 6.080,68 Punkte. Zu den Gewinnern zählte die Vorzugsaktie von Volkswagen (Volkswagen vz) (+1,5 Prozent). Die Tochtergesellschaft AUDI (Audi) hat den Absatz in den USA im November 2011 leicht gesteigert. Die zum Pharmakonzern Bayer (-0,1 Prozent) gehörende Tochter Bayer CropScience errichtet ab dem 1. Dezember in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) ein Europäisches Weizenzucht-Zentrum. Am Indexende sackte die Aktie von ThyssenKrupp 6,4 Prozent ab. Wie der Stahl- und Industriekonzern erklärte, wurden im Zusammenhang mit dem vom Vorstand am 29. November 2011 aufgestellten Konzernabschluss Wertberichtigungen von 2,1 Mrd. Euro bei Steel Americas und 800 Mio. Euro bei Inoxum (vorher Stainless Global) vorgenommen. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 15 Prozent auf 49,09 Mrd. Euro. Ferner stieg das bereinigte Konzern-EBIT um 42 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro. Aus den Wertberichtigungen ergibt sich im Ergebnis ein negatives ausgewiesenes EBIT in Höhe von -988 Mio. Euro sowie ein Jahresfehlbetrag von -1,78 Mrd. Euro.
Börse & Märkte: USA
Die US-Börsen sind mit deutlichen Zugewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Neben der Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone sorgte ein erfolgreicher Auftakt des Weihnachtsgeschäfts im US-Einzelhandel für Kauflaune bei den Anlegern. Der Dow Jones gewann unter anderem 2,59 Prozent. Die Baugenehmigungen in den USA sind im Oktober 2011 nicht so stark gestiegen wie zunächst angenommen. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington am Montag bekannt. So wurden insgesamt 0,644 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurde der vorläufig veröffentlichte Wert nach oben korrigiert. Zunächst hatte das US-Handelsministerium einen Anstieg um 10,9 Prozent auf 0,653 Millionen Baugenehmigungen gemeldet, nach 0,589 Millionen im September. Daneben hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im November 2011 erhöht. Wie das Commerce Department mitteilte, kletterte die Zahl gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent auf 307.000 Häuser, während Volkswirte eine Zahl von 312.000 erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 303.000 (vorläufig: 313.000) Häusern ermittelt worden. Dagegen wurde das entsprechende Vorjahresniveau von 282.000 um 8,9 Prozent übertroffen. Für Kauflaune sorgte vor allem der erfreuliche Start der Einzelhandelsbranche in das Weihnachtsgeschäft. So verzeichnete der US-Einzelhandel am "Black Friday" einen neuen Umsatzrekord. Wie der Branchenverband NRF am Sonntag mitteilte, wurde am "Black Friday", dem Tag nach dem Feiertag Thanksgiving, mit 11,4 Mrd. US-Dollar ein neuer Umsatzrekord verbucht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 6,6 Prozent. Am gesamten Wochenende wurde mit 52,4 Mrd. US-Dollar sogar 16 Prozent mehr umgesetzt als im vergangenen Jahr. Neben verlängerten Öffnungszeiten sorgten auch die guten Wetterverhältnisse für die Konsumlaune bei den Amerikanern. Vor diesem Hintergrund standen unter anderem Anteilsscheine von Amazon.com (+6,4 Prozent) im Fokus. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wurden am Tag nach "Thanksgiving" mehr als viermal so viele Geräte des populären eBook-Readers verkauft als ein Jahr zuvor. Die US-Großbank Citigroup (+6,0 Prozent) muss sich nun wohl doch wegen zweifelhafter Hypotheken-Geschäfte vor Gericht verantworten. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht, hat ein New Yorker Gericht den Vergleich zwischen der Citigroup und der amerikanischen Börsenaufsicht SEC für nichtig erklärt. Im Zuge des Vergleichs sollte die US-Bank 285 Mio. US-Dollar bezahlen, um damit die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Dieser Vergleich ist nun geplatzt. Deutlich schwächer präsentierten sich die Anteilsscheine von Greif (-5,1 Prozent). Zuvor hatte der Verpackungshersteller seine Prognose für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert.
Am Dienstag zeigten sich die US-Börsen mit gemischten Tendenzen. Besonders die Schuldenkrise in Europa und den USA standen hierbei im Blickpunkt. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,28 Prozent auf 11.555,63 Punkte. Die Immobilienpreise in den USA sind im September 2011 gegenüber dem Vormonat gesunken. Wie aus dem S&P Case/Shiller Homeprice-Index hervorgeht, schrumpften die Häuserpreise im Berichtsmonat in den wichtigsten 20 Städten gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, nach einem Plus von 0,1 Prozent im August. Dagegen kletterte der FHFA-House-Price-Index im September 2011 auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Für August war ein Preisrückgang um 0,2 (vorläufig -0,1) Prozent ausgewiesen worden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging der Index damit um 2,2 Prozent zurück. Weiteren Angaben zufolge hat sich das US-Verbrauchervertrauen des Conference Board im November 2011 verbessert. Demnach kletterte der entsprechende Index auf 56,0 Punkte, nach revidiert 40,9 (vorläufig: 39,8) Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 42,5 Punkten erwartet. Für Furore sorgte AMR (-84 Prozent), nachdem die Muttergesellschaft der US Fluglinie American Airlines vor Handelsstart freiwillig einen Antrag auf Gläubigerschutz bei den zuständigen US-Behörden eingereicht hat. In einer Pressemitteilung des Konzerns hieß es, man wolle mit diesem Schritt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtkonzerns im internationalen Vergleich wieder herstellen. Dabei solle der Schuldenstand des Konzerns verringert, und die Kostenstruktur weiter verbessert werden. Nach Aussage von AMR bleibe das operative Geschäft von dem Antrag auf Gläubigerschutz unberührt und werde unverändert weiter geführt. Bei den Einzelwerten stand zudem die Aktie des Technologiekonzerns Seagate (Seagate Technology) (+3,7 Prozent) im Fokus: Am Vorabend nach Börsenschluss hatte der Festplattenspezialist eine optimistische Umsatzprognose für das zweite und dritte Quartal des laufenden Fiskaljahres abgegeben. Weniger gut kamen indessen die Geschäftszahlen der Juwelierkette Tiffany (TiffanyCo) (-8,7 Prozent) bei den Anlegern an: Zwar konnte der Konzern bei Umsatz und Ergebnis die Analystenschätzungen übertreffen: Der Ausblick auf das vierte Quartal lag indessen unter den Erwartungen der Marktteilnehmer.
Am Mittwoch konnten die US-Börsen ihre Zugewinne in den Feierabend retten und deutlich im Plus schließen. Der Dow Jones gewann bis Handelsende 4,24 Prozent auf 12.045,68 Punkte hinzu. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat das jüngste Beige Book veröffentlicht. Diesmal erklärte sie, dass sich die Wirtschaft weiter erhole, von einer robusten Wachstumsrate jedoch weiterhin entfernt sei. Daneben ermittelte die Vereinigung derChicagoer Einkaufsmanager für November 2011 einen Zuwachs beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 62,6 Punkten, nach 58,4 Punkten im Vormonat. Die US-Beschäftigung hat sich nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) im November 2011 weiter erhöht. Wie ADP mitteilte, stieg die Beschäftigtenzahl im Privatsektor gegenüber dem Vormonat um 206.000. Anteilsscheine von Autodesk legten 8,2 Prozent zu. Das Unternehmen hatte erklärt, dass es Horizontal Systems übernehmen wird und davon ausgeht, dass die Transaktion im vierten Fiskalquartal abgeschlossen wird. Der Lebensmittelkonzern United Natural Foods (+8,6 Prozent) musste im ersten Quartal angesichts hoher Einmalbelastungen einen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte indessen jedoch beim bereinigen Gewinn die Analystenschätzungen erfüllen. Des weiteren will der Baumaschinenhersteller Caterpillar (+8,1 Prozent) seine Produktionskapazitäten in Indien weiter ausbauen. Das Unternehmen kündigte ein millionenschweres Investitionsprogramm an und will dabei mehr als 210 Mio. US-Dollar investieren. Bereits am Dienstagabend hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor´s die Bonität zahlreicher US-Banken heruntergestuft, so z. B. bei der Bank of America von zuletzt "A" auf "A-". Der Ausblick wurde dabei auf "negativ" belassen. Auch das Rating der Citigroup wurde um eine Stufe auf "A-" gesenkt. Die Bonitätsnote vonGoldman Sachs Group wurde um eine Stufe auf "A-" nach unten revidiert, die Großbank JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan ChaseCo), rutschte um eine Stufe auf "A" herab. Der Ausblick wurde hier mit "stabil" bestätigt. Dennoch zählen Finanzwerte heute zu den größten Gewinnern an der Wall Street: Citigroup legte bis Handelsende 8,9 Prozent zu, Goldman Sachs gewann 7,9 Prozent, JP Morgen zeigte abschließend ein Plus von 8,4 Prozent, während die Bank of America 7,3 Prozent fester notierte. Grund für diese Kurssteigerung sind die Lockerung der Geldpolitik in China und die zuvor angekündigte konzentrierte Aktion der internationalen Notenbanken.
Nach dem Kursfeuerwerk vom Vortag ging es an den US-Börsen am Donnerstag kaum vom Fleck. Der Dow Jones verlor 0,21 Prozent auf 12.020,03 Punkte. Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 26. November 2011 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6.000 auf 402.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 390.000 prognostiziert hatten. Die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes in den USA haben sich im November verbessert. So hat sich der ISM-Index von 50,8 Punkten im Vormonat auf nun 52,7 Zähler erhöht. Volkswirte waren von einem Wert von 51,0 Punkten ausgegangen. Ferner sind die Bauausgaben in den USA im Oktober 2011 gestiegen. Demnach haben sich die Bauausgaben gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent erhöht, nach einem Plus von 0,2 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Anstieg von 0,3 Prozent geschätzt. Kroger (+0,8 Prozent), der größte Lebensmittelhändler in den USA, konnte im dritten Quartal den Umsatz steigern und das Ergebnis je Aktie verbessern. Für das laufende Fiskaljahr wurde die Gewinnprognose auf 1,95 bis 2,00 US-Dollar je Aktie angehoben, nachdem man zuvor ein EPS von 1,85 bis 1,95 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Hier gehen Analysten von einem EPS von 1,96 US-Dollar aus. Der Buchhändler Barnes & Noble (BarnesNoble) (-16,3 Prozent) präsentierte enttäuschende Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 6,56 Mio. US-Dollar bzw. 17 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettoverlust von 12,57 Mio. US-Dollar bzw. 22 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Im Automobilsektor standen die November-Absatzzahlen im Fokus. Branchenprimus General Motors konnte im November mit einem Absatzplus in den USA aufwarten. So wurden im Berichtszeitraum insgesamt 180.412 Modelle in Nordamerika abgesetzt, was einem Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford (Ford Motor) steigerte den US-Absatz um 13,3 Prozent auf 166.865 Fahrzeuge. Die Verbesserung ist vor allem auf die starke Entwicklung bei SUVs zurückzuführen. Zudem hat der Konzern seine Produktionsprognose für das erste Quartal 2012 um 3 Prozent auf 675.000 Fahrzeuge erhöht. Während es bei GM um 1,6 Prozent nach unten ging, gaben Ford-Titel um 0,1 Prozent nach.
Am Freitag wurden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die jedoch bei der Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft leicht unter den Erwartungen ausfielen: Die Arbeitslosenquote fiel indessen besser als von Ökonomen erwartet aus. Demnach erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 120.000. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 123.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Anstieg um revidiert 100.000 im Oktober. Ferner fiel die Arbeitslosenquote auf 8,6 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch bei 9,0 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten jedoch mit einem unveränderten Stand von 9,0 Prozent gerechnet. Von Interesse waren daneben auch die Geschäftszahlen des US-Einzelhandelskonzerns Big Lots, der vor Handelseröffnung sein Zahlenwerk für das dritte Quartal veröffentlichte. Beim Nettogewinn wurde ein Rückgang auf 4,19 Mio. US-Dollar bzw. 6 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 17,69 Mio. US-Dollar bzw. 23 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr wurde die konzerneigene Prognose beim um Einmaleffekte bereinigten Gewinn auf 2,85 bis 2,92 US-Dollar je Aktie nach oben revidiert, nachdem man hier zuvor ein EPS von 2,80 bis 2,90 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Ferner hat der FestplattenherstellerWestern Digital , nachdem bekannt wurde, dass sich der Investor Ronny Pecik über die RPR Privatstiftung mehr als 15 Prozent an der Telekom Austria gesichert hat.
Börse & Märkte: Europa
Im Freudentaumel befand sich Thomas Cook mit einem Plus von 20,7 Prozent. Der britische Reisekonzern erhält von einem Bankenkonsortium neue Kreditlinien. Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hat von den zuständigen Behörden die Zulassung für das Bluthochdruckmittel Rasitrio in Europa erhalten. Bei Rasilez handelt es sich den Angaben zufolge um eine Pillenkombination, mit der der Blutdruck auf drei Arten gesenkt werden könne. Der Titel stand mit einem Plus von 1,7 Prozent dennoch in der unteren Hälfte des SMI. Der Index wurde angeführt von den Finanztiteln Credit Suisse und Swiss Re mit Kursgewinnen von 5,8 und 5,0 Prozent.
In Europa gaben am Dienstag nach einem zunächst schwachen Handelsauftakt am Ende die Bullen den Ton an. Besonders die Hoffnung auf eine baldige Euro-Rettung sorgte für Kauflaune. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann am Ende 0,56 Prozent auf 2.234,17 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,72 Prozent auf 2.224,70 Zähler. Konjunkturseitig hat sich die Wirtschaftsstimmung in der EU im November 2011 erneut eingetrübt. So schrumpfte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 92,8 Punkte, nach 93,8 Punkten im Oktober. Ferner gab der Index für die Eurozone auf 93,7 Zähler nach, während er im Vormonat bei 94,8 Punkten gelegen hatte. Weiteren Angaben zufolge hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im November 2011 eingetrübt. So verringerte sich der entsprechende Indexstand auf -0,44 Punkte, nach -0,19 Punkten im Vormonat und +0,93 Punkten im November 2010. Bei den Einzelwerten konnte Remy Cointreau (+2,9 Prozent) im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn zulegen. Unter dem Strich wies der zweitgrößte französische Spirituosenhersteller einen Nettogewinn von 47,5 Mio. Euro aus, nach 14,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt kletterte der Nettogewinn auf 61,5 Mio. Euro, nach 50,6 Mio. Euro. Vor dem Hintergrund der starken Entwicklung im ersten Halbjahr bestätigte der Konzern im Anschluss eine Prognose und stellt für das Gesamtjahr weiterhin einen deutlichen Ergebnisanstieg in Aussicht. Der französische Ölmulti Total (TOTAL) (+0,7 Prozent) will in den kommenden Jahren Milliarden in seine Chemiesparten investieren und seine Präsenz in Asien ausbauen. "Wir wollen sowohl in der Petrochemie als auch mit unseren Spezialitäten expandieren", sagte François Cornélis, stellvertretender CEO von Total und Chef von Total Chemicals, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Wir planen dazu, in den nächsten Jahren jeweils etwa eine Milliarde Euro zu investieren, jeweils zur Hälfte in die Petro- und die Spezialchemie." In Wien legten derweil die Titel vonVienna Insurance Group um 5,1 Prozent zu, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen seine Marktposition in Polen durch einen Zukauf verstärkt hat. Zur Wochenmitte bauten die wichtigsten europäischen Börsen ihre Zugewinne bis Handelsende aus und schlossen deutlich im positiven Bereich. Der Dow Jones EURO STOXX 50 kletterte 4,31 Prozent auf 2.330,43 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich abschließend um 3,34 Prozent auf 2.299,00 Zähler.
Die EU-Statistikbehörde Eurostat teilte am Mittwoch mit, dass die Verbraucherpreise im November 2011 mit unverändertem Tempo angestiegen sind. So verharrte die jährlicheInflationsrate bei 3,0 Prozent, während sie im Vormonat schon bei 3,0 Prozent gestanden hatte. Weiteren Angaben zufolge hat sich dieArbeitsmarktsituation im Euroraum im Oktober 2011 verschlechtert. Im Euroraum (ER17) kletterte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf 10,3 Prozent, nach 10,2 Prozent im Vormonat und 10,1 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 9,8 Prozent, im Vergleich zu 9,7 Prozent im September 2011 und 9,6 Prozent im Oktober 2010. Auf der Unternehmensseite hat der französische Baukonzern Bouygues (3,7 Prozent) mehrere Großaufträge aus Singapur erhalten. So wurde die Bausparte in Singapur, Dragages Singapore, unter anderem mit der Errichtung eines Wohnhauskomplexes mit einer Fläche von rund 90.000 Quadratmetern beauftragt. Außerdem erhielt Dragages Singapore einen Auftrag zum Bau eines Apartment-Blocks im Ardmore Park. Der Gesamtwert beider Aufträge wurde auf rund 160 Mio. Euro beziffert. Weiteren Angaben zufolge konnte der österreichische Baukonzern STRABAG (STRABAG SE) (-1,7 Prozent) in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres bei Umsatz und Ergebnis zulegen und hat im Anschluss die Prognose für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Beim Periodenergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Anstieg auf 112,2 Mio. Euro erzielt, nach 108,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) hat die Ratings zahlreicher Großbanken gesenkt. In der Schweiz wurde der Ausblick für die Credit Suisse Group (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) von zuvor "stabil" auf "negativ" gesenkt, während das Rating mit "A+"bestätigt wurde. Bei derUBS wurde die Bonitätsnote indessen um eine Stufe auf "A" nach unten revidiert. Beide Titel verbuchen heute dennoch einen Kursgewinn von 4,7 Prozent. In Frankreich wurden die Ratings und der Ausblick der führenden Kreditinstitute Société Générale , Crédit Agricole und BNP Paribas , von Standard & Poor´s bestätigt. Die Aktien gewannen in Paris zwischen 4,6 und 8,4 Prozent hinzu. Bei britischen Großbanken zeigte sich S&P indessen skeptischer: So wurde die Bonitätsnote der Lloyds Banking Group um eine Stufe auf "A-" gesenkt. Auch die Royal Bank of Scotland Group (RBS) (Royal Bank of Scotland (RBS)) wurde auf "A-" herabgestuft. Die Aktien notierten zum Handelsende mit einem Plus von 7,1 Prozent bzw. 7,5 Prozent.
Schließlich konnten die wichtigsten europäischen Börsen am Donnerstag ihre anfänglichen Kursverluste im Mittagshandel abbauen und teilweise in die Gewinnzone vorrücken. Am Ende schlossen die Indizes aber dank Gewinnmitnahmen wieder klar im roten Bereich. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,71 Prozent auf 2.313,84 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50verschlechterte sich um 0,52 Prozent auf 2.287,12 Zähler. Dabei konnteKingfisher (+2,2 Prozent), die größte Baumarktkette in Europa, im dritten Quartal beim Umsatz zulegen und das Ergebnis verbessern. Dank der umgesetzten Effizienzsteigerungsmaßnahmen und höherer Margen verbesserte sich der Gewinn (Retail Profit) auf 273 Mio. GBP, was einem Plus von 13,9 Prozent entspricht. Der schweizerische Mischkonzern ABB (-1,2 Prozent) hat einen weiteren Auftrag aus Indien erhalten. Der von der Powergrid Corporation of India Ltd. vergebene Auftrag hat einen Gesamtwert von 38 Mio. US-Dollar und umfasst die Lieferung von Ausrüstung für die Unterstation Champa im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh.
Am Freitag warteten die Märkte hatten gespannt auf die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in der sie vor dem Bundestag ihre Position zur Schuldenkrise erläuterte. Im Vorfeld des EU-Krisengipfels in der kommenden Woche erklärte Merkel, dass sie eine Änderung der europäischen Verträge anstrebt um eine Schuldenbremse einzubauen, wogegen sie Eurobonds weiterhin ablehnt. Die Erzeugerpreise der europäischen Industrie haben sich im Oktober 2011 erhöht, jedoch mit vermindertem Tempo. Binnen Monatsfrist zogen die Preise in der Eurozone um 0,1 Prozent und in der gesamten Union (EU27) um 0,2 Prozent an. Davor waren die Preise im September in den beiden Gebieten hingegen um 0,3 bzw. 0,4 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich kletterten die Industrie-Erzeugerpreise in der Eurozone um 5,5 Prozent und in der EU27 um 6,4 Prozent. Im September hatte die Jahresteuerungsrate bei 5,8 bzw. 6,9 Prozent gelegen. Wie der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel mitteilte, baut er seine Aktivitäten in Korea aus und hat die Akquisition des Beschichtungs-Geschäfts der koreanischen SSCP abgeschlossen. SSCP beliefert den koreanischen Mobilfunkmarkt und die Konsumelektronik-Industrie. Daneben hat Heineken seine Marktposition in Großbritannien im Bereich Gaststätten und Pubs durch einen Zukauf ausgebaut. So hat der Bierkonzern eine Vereinbarung zur Übernahme der Galaxy Pub Estate von der britischen Bankgesellschaft Royal Bank of Scotland Group plc (RBS) (Royal Bank of Scotland (RBS)) geschlossen. Der Kaufpreis für das aus insgesamt rund 918 Pubs bestehenden Portfolios wurde auf rund 412 Mio. Britische Pfund (GBP) (umgerechnet 480 Mio. Euro) beziffert.
Börse & Märkte: Asien
Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte wiesen zu Beginn der neuen Handelswoche deutliche Pluszeichen auf. Der Shanghai Composite verzeichnete nur einen leichten Aufschlag um 0,12 Prozent. Der Hang Seng konnte sich dagegen nach Meldungen über einen erfreulichen Start des Weihnachtsgeschäfts mit einem Plus von 1,97 Prozent aus dem Handel verabschieden. Der Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 1,56 Prozent. Unter den Einzelwerten machte erneut der Automobilkonzern Toyota auf sich aufmerksam. Medienberichten zufolge will das Unternehmen in Kürze eine engere Kooperation mit BMW eingehen. Gerüchten nach sähen die Verträge vor, dass BMW Dieselmotoren an Toyota liefere. Toyota werde im Gegenzug den Münchnern seine Hybridtechnologie zur Verfügung stellen. Die Aktie von Toyota beendete am Montag den Handel in Tokio mit einem Plus von 2,9 Prozent. Aus dem Automobilsektor konnten auch Honda (+4,1 Prozent) und Nissan (+2,9 Prozent) auf die Überholspur wechseln. Auch Exportwerte wie Sony (+2,3 Prozent) und Panasonic (+3,1 Prozent) tendierten sehr fest.
Gute Vorgaben aus den USA ließen auch am Dienstag die meisten asiatischen Indices steigen. Nach wie vor nutzen einige Investoren die zum Teil günstigen Bewertungen und deckten sich mit Aktien aus China ein. Der Shanghai Composite stieg um 1,23 Prozent auf 2.412,39 Zähler. DerHang Seng verbesserte sich um weitere 1,21 Prozent auf 18.256,20 Punkte. Der Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 2,30 Prozent bei 8.477,82 Punkten. Auf der Unternehmensseite stand u.a. die Aktie vonNintendo (+2,3 Prozent) im Fokus. Presseberichten nach verkauft sich das Spiel "Super Mario 3D Land" in den USA hervorragend. Ferner ist bekannt geworden, dass Panasonic von Toyota (JP3633400001/ WKN 853510) einen Großauftrag erhalten hat. So wird Panasonic künftig Lithium-Ionen-Batterien für das Hybrid-Serienmodell "Prius" des japanischen Autobauers liefern. Die Aktie von Panasonic beendete in Tokio den Handel mit einem Plus von 2,8 Prozent und das Papier von Toyota stieg um 1,8 Prozent.
Gemischte Vorgaben aus den USA und das Downgrade großer Investmenthäuser durch Standard & Poor's sorgte am Mittwoch an den asiatischen Aktienmärkten für eine überwiegend schwache Entwicklung. Zudem gab es Verunsicherung wegen der möglicherweise rasch anstehenden Zulassung internationaler Aktien an den Bösen Chinas. Der Shanghai Composite brach um 3,27 Prozent auf 2.333,41 Zähler ein und der Hang Seng konnte sich vergleichsweise noch relativ gut behaupten und verlor "nur" um 1,46 Prozent auf 17.989,30 Punkte. Wie aus einer Pressemitteilung der Peoples Bank of China hervorgeht, wurden die Mindestreservesätze für Geschäftsbanken im Reich der Mitte um 0,5 Prozentpunkte gesenkt. Relativ gut konnten sich heute die Aktienmärkte in Tokio behaupten, die sich bisher in der Handelswoche sehr positiv entwickelt haben. Eine starke Kurserholung in der zweiten Handelssitzung dämmte die Verluste merklich ein und der Nikkei-Index schloss lediglich mit einem Minus von 0,51 Prozent bei 8.434,61 Punkten. Von der Konjunkturseite wurden u.a. Daten für die heimische Industrieproduktion für Oktober 2011 veröffentlicht. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) bekannt gab, erhöhte sich die Fertigungsmenge gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent. Im September hatte der Output der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft hingegen um 3,3 Prozent unter dem Vormonatsniveau gelegen. Zudem hat der Verband der japanischen Automobilhersteller JAMA verkündet, dass die japanische Kfz-Produktion im Oktober 2011 gestiegen ist. Unter den Einzelwerten stand am Mittwoch u.a. die Aktie von Toshiba (-1,1 Prozent) im Fokus. Das Unternehmen hat Umstrukturierungen in seiner Halbleitersparte angekündigt. Dadurch will der Konzern die Kostenstruktur weiter optimieren und sich im Halbleitersegment künftig vor allem auf hochpreisige Produkte konzentrieren.
Die überraschende Intervention der Notenbanken wirkte am Donnerstag in Asien nach und sorgte für satte Kursaufschläge. Die Börsen in China reagierten nach der überraschenden Lockerung der Geldpolitik durch die chinesische Notenbank sowie nach Intervention der großen internationalen Notenbanken mit hohen Kursgewinnen. Der Shanghai Composite rückte um 2,29 Prozent auf 2.386,86 Zähler vor und der Hang Seng kletterte um über 1.000 Punkte auf 19.002,30 Punkte (+5,63 Prozent). Die Aktienmärkte in Tokio tendierten ebenfalls sehr fest, auch wenn die Aufschläge nicht so hoch ausgefallen sind wie an anderen Börsenplätzen. Möglicherweise haben sich einige Marktteilnehmer zurückgehalten und hatten Angst vor eventuellen Enttäuschungen vom EU-Gipfel. Letztendlich ging der Nikkei-Index mit einem Aufschlag von 1,93 Prozent auf 8.597,38 Punkten aus dem Handel. Von der Konjunkturseite wurden heute Daten für den Absatz japanischer Automobilkonzerne für den Monat November 2011 publiziert. Wie der japanische Verband der Kfz-Händler (Japan Automobile Dealers Association - JADA) bekannt gab, kletterte der gesamte Kfz-Absatz, gemessen an der Zahl der Neuzulassungen, um 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 252.236 Fahrzeuge. Bei den Einzelwerten fand u.a. die Aktie von Toyota (+2,3 Prozent) großes Interesse. So wurde mit BMW (DE0005190003/ WKN 519000) eine weitreichende Kooperation vereinbart. Im Rahmen der Absichtserklärung planen die beiden Unternehmen eine Zusammenarbeit bei der Grundlagenforschung im Bereich Lithium-Ionen Batterietechnologie der nächsten Generation. Gleichzeitig vereinbarten die BMW Group und Toyota Motor Europe (TME), die europäische Tochtergesellschaft von Toyota, die Lieferung von verbrauchseffizienten Dieselmotoren der BMW Group an TME.
Die Börsen in Asien tendierten am Freitag zum Teil weiter freundlich und wiesen moderate Kursaufschläge auf. Die Börsen in China verabschiedeten sich uneinheitlich ins Wochenende. Während auf dem Festland die Kreditvolumina der vier großen Banken des Landes für Enttäuschung sorgten und auf den Kursen lastete, konnte sich die Börse in Hongkong mit einem leichten Plus ins Wochenende retten. Der Shanghai Composite gab demnach um 1,10 Prozent auf 2.260,66 Zähler nach, während der Hang Seng um 0,20 Prozent auf 19.040,40 Punkte stieg. Die gute Stimmung in Tokio hielt an. Als Gründe werden gute US-Wirtschaftsdaten, eine Beruhigung der Euro-Schuldenkrise und ein sich abschwächender Yen gegenüber dem Euro genannt. Der Nikkei-Index ging mit einem Plus von 0,54 Prozent auf 8.643,75 Punkten ins Wochenende. Nachdem am Vorabend die US-Absatzzahlen der Automobilkonzerne für den Monat November veröffentlicht wurden, standen am Freitag in Tokio die Aktien des Sektors besonders im Fokus. Wie Toyota mitteilte, stiegen die Verkaufszahlen in den USA im Berichtsmonat um 6,7 Prozent auf 137.960 Fahrzeuge. Honda (Honda Motor) dagegen musste einen Absatzrückgang in den USA hinnehmen. Wie der Konzern verkündete, wurden in den USA im November insgesamt 83.925 Modelle abgesetzt, nachdem man im Vorjahresmonat 89.617 Fahrzeuge verkauft hatte. Während die Aktie von Toyota heute in Tokio um 1,0 Prozent fester schloss, ging es für die Papiere von Honda um 0,2 Prozent nach unten.
Börse & Märkte: Termine
In der kommenden Woche stehen unter anderem die Geschäftszahlen von biolitec, TUI Travel, Autozone, Bank Of Montreal, ThyssenKrupp, Carl Zeiss Meditec und Smith & Wesson Holding an.
Börse & Märkte: Konjunktur
Bei den Konjunkturdaten dürften am Montag in der EU der Einzelhandelsumsatz und die Industrieaufträge sowie in den USA der ISM Dienstleistungsindex Aufmerksamkeit finden. Es folgen am Dienstag der Auftragseingang in Deutschland und das BIP in der EU. Am Mittwoch stehen die Beschäftigte und Umsatz Dienstleistungen, Insolvenzen und Produktion im produzierenden Gewerbe in Deutschland sowie die Verbraucherkredite in den USA im Blickpunkt. Am Donnerstag werden in Deutschland der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe, in der EU das EZB-Sitzungsergebnis sowie in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Lagerbestände und Umsätze im Großhandel vorgestellt. Zum Wochenschluss wird noch das japanische BIP, die chinesischen Verbraucherpreise und Industrieproduktion, die deutschen Verbraucherpreise, Außenhandelsdaten und Arbeitskosten sowie die amerikanische Handelsbilanz und Verbraucherstimmung veröffentlicht.
Börse & Märkte: Indizes
Indexstände (02.12.2011, 18:00 Uhr) DAX: 6.080,68 TecDAX: 697,10 Dow Jones STOXX 50: 2.310,10 Nikkei 225: 8.643,75 Dow Jones: 12.047,42 Nasdaq Composite: 2.638,67 (02.12.2011/ac/n/m)
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