Börse Frankfurt Schluss Abschläge, centrotherm gesucht, Commerzbank erneut unter Druck
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten im heutigen Handelsverlauf ihre anfänglichen Zugewinne wieder abgeben. Unter anderem belasteten die negativen Kommentare von EZB-Chef Draghi im Anschluss an die turnusmäßige Notenbanksitzung. Ferner lastete die Meldung, dass die deutschen Banken nach Einschätzung der europäischen Aufsichtsbehörde EBA für Krisenzeiten insgesamt rund 13 Mrd. Euro weiteres Kernkapital benötigen, auf der Stimmung der Anleger. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 2,01 Prozent auf 5.874,44 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 2,05 Prozent ab auf 8.668,49 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,75 Prozent nach unten auf 4.358,33 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 1,64 Prozent auf 675,29 Punkte zurückfiel. Der Bund Future gewann zuletzt 0,03 Prozent auf 135,56 Zähler, während der Euro um 0,57 Prozent auf 1,3322 Dollar abgibt.
An der Wall Street notieren die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 1,25 Prozent im Minus. Morgen werden in Deutschland die endgültigen Zahlen zum Verbraucherpreisindex und HVPI für November 2011 veröffentlicht. Ferner stehen die Zahlen zum deutschen Außenhandel für Oktober und zu den Beschäftigten und zum Umsatz im Handwerk für das dritte Quartal auf der Agenda. In den USA werden die Handelsbilanz für Oktober und die vorläufigen Zahlen zum Verbrauchervertrauen des Conference Boards für Dezember bekannt gegeben.
Das Verarbeitende Gewerbe erzielte im Oktober 2011 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ein kräftiges Umsatzwachstum. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 3,5 Prozent, nach 6,3 Prozent im September. Hierbei zogen der Inlandsumsatz um 4,0 Prozent und die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern um 3,0 Prozent an.
An der Spitze im DAX waren heute Fresenius Medical Care mit einem Aufschlag von 1,0 Prozent zu finden. Zu den wenigen Gewinnern zählten ferner Merck und Fresenius mit einem Plus von 0,5 Prozent bzw. 0,1 Prozent. Daneben gaben Anteilsscheine der Munich Re (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) 1,5 Prozent ab. In einer Pressemitteilung bezifferte der Rückversicherer die mögliche Schadensbelastung aus der verheerenden Flutkatastrophe in Thailand für den Konzern auf rund 500 Mio. Euro vor Steuern. Die Schätzung ist nach Aussage des Konzerns noch mit Unsicherheiten behaftet, da sich das Wasser nur sehr langsam zurückzieht und zum Teil noch nicht vollständig abgeflossen ist. Eine Schadenschätzung in den besonders betroffenen Industriegebieten rund um Bangkok sei daher nach wie vor schwierig. Folge des Hochwassers sind nicht nur Schäden an den Gebäuden, sondern vor allem auch an den darin befindlichen oft teuren Produktionsanlagen.
Wenig gefragt waren auch Anteilsscheine von METRO: Nachdem der Einzelhandelskonzern die Märkte vor wenigen Tagen mit einer Gewinnwarnung für das laufende Fiskaljahr geschockt hatte, setzte sich die Verlustserie für die Aktie auch am heutigen Handelstag mit einem Minus von 3,1 Prozent weiter fort. Unter anderem hat die Aktie wie bereits am Vortag unter negativen Analystenkommentaren zu leiden. Am unteren Ende des DAX verloren Papiere von K+S und Commerzbank 5,0 Prozent bzw. 9,5 Prozent an Wert.
Im MDAX zeigten sich Anteilsscheine von SGL Carbon mit Aufschlägen von 1,1 Prozent an der Spitze. Gefragt waren daneben auch Brenntag und GSW Immobilien mit Zugewinnen von 1,0 bzw. 0,9 Prozent. Der Aufsichtsrat der Symrise AG (ISIN DE000SYM9999/ WKN SYM999) setzt auf Kontinuität in der Führungsspitze und hat deshalb den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinz-Jürgen Bertram bis Ende 2017 verlängert. Wie der Aromenhersteller am Donnerstag verkündete, wurden auch die Verträge von Hans Holger Gliewe, Vorstand der Division Flavor & Nutrition, sowie von Finanzvorstand Bernd Hirsch bis Ende 2015 verlängert. Darüber hinaus gehört Achim Daub als Vorstand der Division Scent & Care dem Führungsgremium an. Zuletzt gab der Wert um 0,8 Prozent ab.
Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) hat mit der zum französischen Mischkonzern SAFRAN (ISIN FR0000073272/ WKN 924781) gehörenden Sagem-Gruppe eine Absichtserklärung über ein Joint Venture vereinbart. Demnach haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Entwicklung sicherheitskritischer Software und Hardware für militärische und zivile Luftfahrtanwendungen zusammenzulegen. Zuletzt gab der Wert um 1,1 Prozent nach.
Schwächer präsentierten sich am unteren Ende Anteilsscheine von Aareal Bank und Rheinmetall mit Abschlägen von 6,1 Prozent bzw. 6,2 Prozent.
Im TecDAX präsentierten sich Anteilsscheine von centrotherm nach positiven Analystenkommentaren mit einem deutlichen Aufschlag von 3,8 Prozent an der Spitze. Carl Zeiss Meditec (ISIN DE0005313704/ WKN 531370) konnte ebenfalls deutlicher zulegen und verbesserte sich um 1,6 Prozent. Am Morgen hatte der Medizintechnikkonzern für das abgelaufene Fiskaljahr einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vorzuweisen gehabt. MorphoSys (ISIN DE0006632003/ WKN 663200) konnte einen Erfolg beim Programm CNTO 1959 vermelden. Wie der Biotechnologiekonzern am Donnerstag bekannt gab, hat sein Partner Janssen Biotech Inc. (ehemals Centocor Ortho Biotech Inc.) eine klinische Studie der Phase 2 mit dem HuCAL-basierten Antikörper CNTO 1959 in Patienten begonnen, die an der Hautkrankheit Psoriasis leiden. Dies löste eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys aus. Zuletzt konnte die Aktie des Biotechnologiekonzerns 0,8 Prozent anziehen. Unter Druck stand indes die Aktie von SolarWorld, die 5,3 Prozent abgeben musste.
DAX: 5.874,44 (-2,01 Prozent) MDAX: 8.668,49 (-2,05 Prozent) SDAX: 4.358,33 (-1,75 Prozent) TecDAX: 675,29 (-1,64 Prozent) (08.12.2011/ac/n/m)

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