Börse Frankfurt Schluss DAX knapp im Minus, Bankentitel unter Druck
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten ihre anfänglichen Zugewinne im heutigen Handelsverlauf nicht vollständig behaupten und tendierten zuletzt uneinheitlich. Unter anderem sorgte die leichte Verbesserung beim ZEW-Index für etwas Optimismus. Bestimmt wurde das Handelsgeschehen jedoch nach wie vor von der weiter schwelenden Schuldenkrise in der Eurozone. Das Augenmerk der Marktteilnehmer richtet sich ferner auf den am Abend anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 0,19 Prozent auf 5.774,26 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 0,33 Prozent zu auf 8.586,85 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,40 Prozent nach oben auf 4.304,49 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 1,02 Prozent auf 672,37 Punkte zulegte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,04 Prozent auf 136,60 Zähler, während der Euro um 0,59 Prozent auf 1,3086 Dollar verliert.
An der Wall Street notieren die wichtigsten US-Indizes zur Stunde uneinheitlich. Am morgigen Mittwoch steht in Deutschland unter anderem die Veröffentlichung der ifo-Konjunkturprognose auf der Agenda. In den USA werden die Ein- und Ausfuhrpreise für November publiziert.
Positive Nachrichten gab es auf Konjunkturseite: So haben sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Dezember 2011 leicht verbessert. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 1,4 Punkte gestiegen und liegen nun bei -53,8 Punkten. Dieser leichte Anstieg beendet einen neunmonatigen Abwärtstrend. Mit dem aktuellen Wert befinden sich die Konjunkturerwartungen unter ihrem historischen Mittelwert von 24,6 Punkten.
Im DAX standen Anteilsscheine des Energieversorgers E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) im Fokus: Am Vorabend nach Börsenschluss hatte der Energieversorger Wertberichtigungen in Milliardenhöhe angekündigt. Wie das Unternehmen am Montag erklärte, hat E.ON im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur Erstellung des Jahresabschlusses 2011 konzernweit einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von ca. 3 Mrd. Euro identifiziert. Die Wertberichtigungen mindern den Konzernüberschuss. Auswirkungen auf das Adjusted EBITDA und den Bereinigten Konzernüberschuss (Bemessungsgrundlage der Dividendenausschüttung) ergeben sich dadurch nicht. Zuletzt gab die E.ON-Aktie 1,2 Prozent ab. Deutlich unter Druck standen indes wieder Bankwerte. So musste die Commerzbank als schwächster Wert im DAX Verluste von 4,6 Prozent hinnehmen. Die Deutsche Bank verbilligte sich um 0,8 Prozent.
Wenig gefragt waren außerdem Anteilsscheine der Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400), die 1,6 Prozent abgeben mussten. Einem Medienbericht zufolge könnte der Versicherungskonzern das Ergasnetz von E.ON übernehmen.
Eine Personalie wurde am Morgen beim Konsumgüterkonzern Henkel (ISIN DE0006048432/ WKN 604843) bekannt gegeben: Demnach wird Carsten Knobel (42), Corporate Senior Vice President und Financial Director im Unternehmensbereich Kosmetik/Körperpflege und zudem zuständig für das Konzerncontrolling von Henkel, zum 1. Juli 2012 die Nachfolge von Henkel-Finanzvorstand Lothar Steinebach (63) antreten. Steinebach wird Ende Juli nach mehr als 30 Jahren bei Henkel in den Ruhestand treten. Zuletzt verbilligte sich die Aktie von Henkel um 1,1 Prozent.
An der Spitze waren im DAX Anteilsscheine von K+S mit Aufschlägen von 2,4 Prozent zu finden. Daneben waren auch bei Merck (+2,1 Prozent) und bei der Deutschen Börse AG (+1,8 Prozent) größere Zugewinne auszumachen.
Moderate Aufschläge von 0,3 Prozent wies unterdessen der Autobauer Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403) aus. Am Morgen hatte der Wolfsburger Konzern ein deutliches Absatzplus für die Kernmarke VW vorzuweisen gehabt. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat die Marke Volkswagen Pkw im Berichtsmonat ein Plus von 14,5 Prozent auf 452.900 (November 2010: 395.600) Fahrzeuge verzeichnet. Im Zeitraum von Januar bis November wurden weltweit 4,69 Millionen Modelle der Marke VW ausgeliefert, was einem Anstieg von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,18 Millionen Modellen entspricht.
Im MDAX konnte Kabel Deutschland mit Zugewinnen von 4,4 Prozent an der Spitze überzeugen. Auf dem zweiten Platz legten SGL CARBON um 4,1 Prozent zu. Um 2,5 Prozent nach oben ging es für Aktien von TUI (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00). Der Touristikkonzern will sich von einem Teil seiner Anteile an der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd trennen und hat sich entschlossen, einen Anteil in Höhe von 33,3 Prozent an Hapag-Lloyd dem Hamburger Konsortium Albert Ballin anzudienen. Am unteren Ende verbilligten sich Anteilsscheine von Douglas um 3,8 Prozent.
Im SDAX legten MLP (ISIN DE0006569908/ WKN 656990) um 2,3 Prozent zu. Einem Medienbericht zufolge zieht der Konzern die Ausschüttung einer Sonderdividende in Betracht. Stärker präsentierte sich insbesondere die Aktie von Balda, die 5,8 Prozent fester tendierte und damit die Indexspitze markierte. Am unteren Ende des SDAX verbilligte sich Praktiker um fast 11 Prozent. Für Air Berlin ging es auf dem vorletzten Platz um 4,8 Prozent abwärts.
Im TecDAX konnte SolarWorld die anfänglichen Zugewinne weiter ausbauen und legte zuletzt an der Spitze 7,2 Prozent zu. Auch Carl-Zeiss Meditec und SMA Solar tendierten deutlich im Plus. Als schwächster Wert gaben Dialog Semiconductor über 3 Prozent ab.
DAX: 5.774,26 (-0,19 Prozent) MDAX: 8.586,85 (+0,33 Prozent) SDAX: 4.304,49 (+0,40 Prozent) TecDAX: 672,37 (+1,02 Prozent) (13.12.2011/ac/n/m)

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