Börse Frankfurt Schluss Im Minus, Commerzbank legen zu
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte bewegten sich heute deutlich in der Minuszone. Dabei wurde die Stimmung der Anleger weiterhin durch die Schuldenkrise in Europa sowie die negativen Kommentare der US-Notenbank Fed zur konjunkturellen Lage in den USA belastet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 1,72 Prozent auf 5.675,14 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 2,19 Prozent nach auf 8.398,64 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,67 Prozent nach unten auf 4.232,61 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) 1,66 Prozent auf 661,18 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 0,91 Prozent auf 137,86 Zähler, während der Euro um 0,35 Prozent auf 1,2972 Dollar verliert.
An der Wall Street notieren die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 1,83 Prozent im Minus. Am morgigen Donnerstag stehen in Deutschland unter anderem der Dienstleistungsindex, Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sowie die Zahlen zu den Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und im Bergbau auf der Agenda. Aus den USA werden die Leistungsbilanz, der Empire State Index, die Industrieproduktion, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Erzeugerpreisindex gemeldet.
Im DAX befanden sich heute vor allem Automobilwerte unter Druck. So musste BMW an letzter Stelle mehr als 5 Prozent abgeben, während Volkswagen 4,5 Prozent leichter tendierte.
Auch Energieversorger befanden sich nach den Abschlägen der vergangenen Handelstage weiter auf dem absteigenden Ast. Bei E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) waren Abschläge von 2,7 Prozent auszumachen. Einem Medienbericht zufolge gibt es weitere Kaufinteressenten für das Erdgasnetz von E.ON. Demnach interessieren sich neben dem Versicherungskonzern Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) noch vier weitere Interessenten für das Erdgasnetz des deutschen Versorgers. Unter anderem befinde sich auch der belgische Erdgasnetzbetreiber Fluxys unter den potentiellen Bietern. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung wolle E.ON die Tochtergesellschaft Mitte 2012 veräußern, und damit die Konzernverschuldung weiter reduzieren. Wie die Wirtschaftszeitung weiter unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnte ein Verkauf rund 2,5 Mrd. Euro einbringen.
Auch die Aktie des Konkurrenten RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) präsentierte sich mit Abschlägen von 1,5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern bekannt gegeben, dass die Tochtergesellschaft RWE Innogy ihr Windportfolio in Spanien auf 447 Megawatt ausgebaut hat.
An der Spitze des DAX konnten Anteile der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) nach den Kursverlusten der letzten Handelstage ein Plus von 5,2 Prozent vorweisen. Der Konzern hat heute seine Maßnahme zur weiteren Stärkung der Kapitalstruktur erfolgreich abgeschlossen. Demnach haben Investoren ausgewählter durch Gesellschaften des Commerzbank-Konzerns begebener hybrider Eigenmittelinstrumente (Trust Preferred Securities) der Commerzbank Instrumente im Nominalvolumen von 1,27 Mrd. Euro gegen Barzahlung zum Verkauf angeboten.
Die Aktie der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gab um 0,6 Prozent nach. Heute wurde bekannt, dass die zum Konzern gehörende Tochter T-Systems einen Auftrag mit einem Volumen von rund 41 Mio. Euro erhalten hat. Anteile von Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) verloren 2 Prozent an Wert. Vorstand und Gesamtbetriebsrat haben die bestehende Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung vorzeitig bis Ende 2015 fortgeschrieben. Wie das Unternehmen ferner mitteilte, hat man in der Europäischen Union und in den USA die Zulassung für ein neues Intrauterinsystem (IUS) beantragt.
Im MDAX konnte TUI (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) nach der Vorlage der Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr an der Indexspitze einen Aufschlag von 4,4 Prozent ausweisen. Im abgelaufenen Fiskaljahr konnte TUI Umsatz, operatives Ergebnis und Konzernergebnis steigern und die Konzernverschuldung deutlich reduzieren. Wie der Touristikkonzern am Mittwoch bekannt gab, wuchsen die Umsatzerlöse um 7 Prozent auf rund 17,5 Mrd. Euro, nach 16,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITA) liegt mit 600 Mio. Euro um 2 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres, trotz Belastungen in Höhe von 83 Mio. Euro durch die Unruhen in Nordafrika. Das Konzernergebnis konnte um 4 Prozent von 114 Mio. auf 118 Mio. Euro gesteigert werden.
Papiere von Rheinmetall (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) verloren hingegen 4,9 Prozent an Wert. Der Rüstungs- und Automobilzulieferkonzern hat einen neuen Konsortialkredit über 500 Mio. Euro vereinbart. Deutliche Abschläge waren ebenfalls bei Heidelberger Druck (-5,5 Prozent) und Wacker Chemie (-6,0 Prozent) auszumachen.
Im TecDAX lagen zuletzt Anteile von SolarWorld mit einem Plus von 5,9 Prozent an der Spitze. Auf dem zweiten und dritten Platz behaupteten sich Dialog Semiconductor und AIXTRON mit Aufschlägen von 3,4 Prozent bzw. 0,9 Prozent. Am unteren Ende stachen Aktien von centrotherm und Software AG mit einem Minus von jeweils über 5 Prozent hervor.
DAX: 5.675,14 (-1,72 Prozent) MDAX: 8.398,64 (-2,19 Prozent) SDAX: 4.232,61 (-1,67 Prozent) TecDAX: 661,18 (-1,66 Prozent) (14.12.2011/ac/n/m)

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