Währungen - Volkswirtschaft Fehlende Europhorie bei den Devisenkursen
Die Sicht auf wichtige Währungen der Weltwirtschaft durch die Analysten der DekaBank - kurz zusammengefasst:
EUR-USD: Die letzten beiden Euro-Gipfel haben der Gemeinschaftswährung einen Bärendienst erwiesen. Klar ist nun, dass es kurzfristig keine wirksamen Maßnahmen von Seiten der Politik oder EZB zur Beruhigung der Finanzmärkte geben wird. Damit bleibt der Euro angeschlagen. Da wir aber immer noch mit einer Lösung der Eurolandkrise rechnen, gehen wir auch davon aus, dass der EUR-USD-Kurs im neuen Jahr wieder steigen wird.
EUR-JPY: Der EUR-JPY-Kurs ist - nachdem der EUR-CHF-Kurs nach unten begrenzt wurden - zum letzten echten Gradmesser der Unsicherheit an den Finanzmärkten geworden. Da diese aufgrund der Eurokrise hoch bleibt, bleibt auch der sichere Hafen Yen stark. Mit der allmählichen Lösung der Eurolandkrise sollte er sich wieder abschwächen.
EUR-GBP: Auch das Pfund steigt in diesen Tagen in der Gunst der Anleger und gewinnt gegenüber dem Euro. Längerfristig erscheint dies allerdings als ein untragbarer Zustand. Denn die Erholung der Wirtschaft des Vereinigten Königreichs muss in deutlich stärkerem Maße als in Euroland über die Exportschiene laufen.
EUR-CHF: Der von der Schweizer Notenbank im September gesetzte EUR-CHF-Mindestkurs von 1,20 hält nach wie vor. Der EUR-CHF-Kurs pendelt derzeit sogar leicht über diesem Niveau. Wir rechnen nicht damit, dass trotz der zuletzt schwachen Schweizer Wirtschaftsdaten der Mindestkurs demnächst angehoben werden sollte.
EUR-NOK: Die Krone schwankte 2011 zwischen EUR-NOK-Kursen von rund 7,50 und knapp 7,95, ein Trend war nicht auszumachen. Grundsätzlich hat die Krone noch Potenzial. Doch wegen der Unsicherheit an den Märkten schrecken viele Anleger - zu Recht - derzeit noch vor einem Engagement in der relativ kleinen Währung zurück.
EUR-SEK: Die Schwedenkrone teilt mehr oder weniger das Schicksal der Norwegerkrone. Die schwedische Wirtschaft liefert ihr ein solides Fundament, doch als kleine Währung bleibt sie von einer intakten Weltkonjunktur und stabilen Finanzmärkten abhängig. Hohe Unsicherheit behindert sie in ihrer Entwicklung.
EUR-CAD: Den Kanadischen Dollar sehen wir demnächst seitwärts pendeln. Dabei ist unsere Grundannahme, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder an Boden gutmacht. Der Kandollar sollte sich in einer solchen Phase, mit der eine Erholung der Finanzmärkte einhergehen dürfte, gegenüber dem US-Dollar aber positiv entwickeln.
EUR-AUD: Auch für den Australdollar rechnen wir in den nächsten Monaten mit Kursen, wie wir sie heute sehen. Denn einerseits zeigte er sich zuletzt immer wieder von einer erstaunlich starken Seite, andererseits sollten Leitzinssenkungen der Notenbank ihn bald unattraktiver machen.
Wichtigste Prognoserevisionen:
Die EUR-USD- und EUR-JPY-Kursprognosen haben wir jeweils deutlich nach unten korrigiert. Allerdings rechnen wir weiterhin mit einer allmählichen Aufwertung des Euros gegenüber diesen Währungen. Auch die Prognosen für EUR-CAD und EUR-AUD wurden nach unten genommen. Hier sehen wir jetzt eine Seitwärtsbewegung. Wir prognostizieren nun eine etwas schwächere Aufwärtsentwicklung der beiden Kronen gegenüber dem Euro. (Quelle: DekaBank)
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