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!Derivate-Magazin Neue Aktien-Hausse dank Hyper-Inflation?

 |  26.12.2011, 11:24  |  3982 Aufrufe  |   0  | 

Die Schulden-Krise in den etablierten Industrienationen westlicher Prägung ist allgegenwärtig und verändert sogar das Verhalten der Menschen. So sind die eigentlich als sehr sparsam bekannten Deutschen zuletzt in einen regelrechten Konsumrausch verfallen. Hintergrund ist die Angst, dass der Euro ohnehin bald nichts mehr wert ist und man das Geld dann auch guten Gewissens ausgeben kann. Und so ganz unberechtigt sind diese Sorgen definitiv nicht.

 

Denn sämtliche von den Volksvertretern auf den beinahe täglich stattfindenden Euro-Rettungsgipfeln beschlossenen Maßnahmen sind letztlich völlig ungeeignet, um die ausufernden Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Da helfen keine Hebel und auch nicht das Anpreisen von Anleihen aus Krisen-Regionen im Ausland, zumal die meisten Länder – wenn überhaupt – nur Mini-Beträge zur Verfügung stellen wollen.

Langsam aber sicher wird es höchste Zeit Klartext zu reden: Am Anwerfen der Notenpressen durch die Europäische Zentralbank führt dauerhaft kein Weg vorbei. Denn es gibt einfach zu wenige Euros im Vergleich zum Gesamtvolumen der in Euro lautenden Staats-Verbindlichkeiten. Mittlerweile scheint das auch die Bundesregierung einzusehen, die aus historischen Gründen immer auf eine starke Gemeinschaftswährung pochte. Nur dummerweise kann sich nicht einmal Berlin einen starken Euro leisten. Genau wie die übrigen Schuldnerstaaten ist auch Deutschland darauf angewiesen, dass eine steigende Inflation einen Großteil der Verbindlichkeiten „auffrisst“. Und wenn die europäische Notenbank die Geldmenge signifikant ausweitet, ist der gewünschten schleichenden Geld-Entwertung Tür und Tor geöffnet.

Damit erscheint der Drang zum Geldausgeben nachvollziehbar. Fraglich ist allein, was man kaufen soll. Konsumgüter mögen zwar Spaß machen und sogar Sachwerte im weiteren Sinne sein, verlieren jedoch durch die Benutzung zu stark an Wert. Immobilien erfordern in der Regel recht viel Eigenkapital und kommen daher für viele Menschen nicht wirklich in Betracht. Eine Alternative sind Aktien.

Klar: Die Kurse von Dividenden-Papieren können fallen und im momentanen konjunkturellen Umfeld muss damit in jedem Fall gerechnet werden. Völlig wertlos werden zumindest Blue Chips allerdings nicht werden. Und zumindest auf langfristige Sicht dürfte der Kauf von Unternehmens-Beteiligungen nicht die allerschlechteste Idee sein. Wer während der Weimarer Republik Aktien großer deutscher Industriekonzerne wie Siemens oder Daimler gekauft steht, sollte heute deutlich besser dastehen, als diejenigen, die ihre Ersparnisse in  Reichsmark unters Kopfkissen gelegt haben. Darüber sollten Anleger in einer ruhigen Stunde einmal ernsthaft nachdenken.

Marc Nitzsche

Dieser Artikel ist erschienen im  Derivate pdf-Magazin. | 09.Dezember 2011
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