Überraschung Wall Street Handel dünn und defensiv; McDonald erstmals über 100 Dollar; Google auf 4-Jahreshoch; Sears schließt über 100 Läden; Tepco bald unter staatlicher Kontrolle; Japan gibt nach; Cal-Maine mit dicken Eiern; Indien forciert Wachstum; Apple steigt in
Auch ohne Steve Jobs überrascht Apple erneut. Nun steigt der Lösungsanbieter ins TV-Geschäft ein. Das wird für neuen Wind sorgen. Nicht minder interessant ist das, was Indien vorhat. Das man mit Eiern ordentlich Gewinn erzielen kann, zeigt Cal Maine.
Globalyze Marktbericht
An der Wall Street war der Handel kurz vor Jahresende weiter dünn und defensiv. Während der Dax um -0,02% (12.291) leicht nachgab, lagen der Technologieindex Nasdaq und der marktbreite S&P 500 mit +0,25% (2.625) und +0,01% (1.265) im Plus. Den Nasdaq zogen Intel (+0,1%) und Cisco Systems (+0,8%) nach oben. In die entgegengesetzte Richtung waren Bank of America (-2,1%) und J.P. Morgan Chase (-1,6%) im Dow unterwegs. Die gute Konsumstimmung hievte McDonald mit einem Kursgewinn von +0,4% erstmals über die 100 Dollar-Marke auf 100,55 Dollar. Auch der Google-Kurs war mit 640,25 Dollar und einem Kursgewinn von +1,1% so hoch wie seit 4 Jahren nicht mehr. Zu erwähnen ist auch die Kaffeekette Starbucks, die +1,1% auf 45,94 Dollar hinzugewann. Richtig zerbrettert hat es Sears Holdings. -27 % Kursverlust waren die Antwort des Marktes auf die Mitteilung, dass der Kaufhausanbieter angesichts um -5,2% rückläufiger same store Umsätze 100 bis 120 seiner Kmart und Sears Stores zur Reduzierung der Kosten schließen wird. Mead Johnson Nutrition konnte nach dem gestrigen Tiefschlag wieder +5,8% aufholen. Es wurden keine Bakterien in der Säuglingsnahrung gefunden. Der Eierhersteller Cal-Maine Foods legte nach einem besser als erwarteten Gewinn um +4,4% zu. Schließlich schoss der Parfumanbieter Parlux Fragrances nach dem akzeptierten Übernahmeangebot von Perfumania um +71% nach oben, während der Übernehmer um -33% nach unten plumpste. Ansonsten legte das Rohöl um +1,7% auf 101,34 Dollar je Barrel zu. Gold gab um -0,7% auf 1.594,20 Dollar je Unze nach. Der Zins für 10-jährige US-Staatsanleihen ging auf 2,009% zurück. Und der Dollar kam gegenüber Euro und Yen leicht ins Straucheln.
In Frankfurt ging es – ebenfalls bei dünnem Handel (-80% unter Normal) - weiter ruhig und besinnlich zu. Noch drückt die verbliebenen Börsianer nicht die Sorge, dass Italien und Spanien im Jahr 2012 mehrere Hundert Milliarden Euro refinanzieren müssen. Insofern stiegen Dax, Tec Dax und C Dax um +0,24% (5.921), +0,19% (681,98) und +0,28% (522,34). Sky Deutschland gaben nach der Meldung, dass sie den Vertrag mit Viacom (Paramount Filme) auslaufen lassen, um -1,8% nach. Konjunktursensitive Werte wie ThyssenKrupp, BMW und MAN legten um +1,4%, +1,0% und +0,8% zu. Auch die Social Network Plattform Xing, die angesichts ihres Wachstumskurses ihr Personal aufstocken, stiegen um +0,86%. Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere lag bei +1,55%.
An der Börse in Tokyo stiegen die Kurse zunächst. Im Laufe der Sitzung war der Trend des Nikkei aber negativ, sodass dieser mit -0,20% (8.423) im Minus landete. Schließlich standen 806 fallende Aktien 594 steigenden Aktien gegenüber, während 220 unverändert waren. Ein Grund war wohl, dass die Industrieproduktion im Oktober und November um -2,6% gefallen ist. Wobei die Industrie für Dezember bzw. Januar einen Anstieg der Produktion um +4,8% und +3,4% in Aussicht stellten. Insofern gehen die Händler davon aus, dass der Einbruch nur kurzfristiger Natur sei. Bei den Branchen waren Wertpapiere, Glas und Keramik sowie Elektrizität und Gas die größten Verlierer. Metallprodukte, Transportausrüstung und Großhandel waren die Gewinner. Einer der größten Verlierer war Tepco mit -12,8%, nachdem der Industrieminister Yukio Edano den Präsidenten von Tepco davon unterrichtete, dass man erwägt, die Firma unter staatliche Kontrolle zu nehmen. Auch Sharp brach um -3% ein. Grund ist ein US-Kartellverfahren wegen Preisabsprachen gegen Sharp, Samsung Electronics und 5 andere Hersteller von LCD-Bildschirmen, das mit einer Strafe von 553 Mio. Dollar endete. Auch Immobilienfirmen wie Sumitomo Reality, Mitsui Fudosan oder Mitsubishi Estate gaben nach. Der Maschinenbauer Kubotek gab angesichts einer Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr um -3,9% nach. Das Handelshaus Mitsui & Co. stieg nach der Meldung, dass es beim amerikanischen Stromhändler Tres Amigas LLC. einsteigen wird, um +0,7%. Auch Tsugami legte wegen der Erwartung auf ein gutes Chinageschäft in 2012 um mehr als 5% zu. All Nippon Airways fiel aufgrund der Angst vor der Konkurrenz durch den schnellen neuen Shinkansen-Zug um 4 Yen auf ein Jahrestief. Man fragt sich, wo ein solcher Zug bzw. vielmehr die Schieneninfrastruktur dafür in Deutschland bleiben?
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Cal Maine mit dicken Eiern. Der Eierhersteller von Marken wie Eggland’s Best und Farmhouse Egg steigerte im 2. Quartal mit Hilfe von Preiserhöhungen den Umsatz um +24% auf 290,4 Mio. Dollar und den Gewinn um +53% auf 23,3 Mio. Dollar.
Standpunkt: Dabei stiegen die Futterkosten um +20%, was das Ergebnis noch herausragender macht. Wie auch die von 19,3% auf 21,2% gestiegene Bruttomarge. Cal Maine ist auf einem guten Weg.
GE steigt über MetLife ins Online-Banking ein. Mit der Übernahme des 7,5 Mrd. Dollar umfassenden Kundeneinlagengeschäfts des US-Versicherers erweitert GE nicht nur seine Refinanzierungsoptionen, sondern erhält auch Online-Banking.
Standpunkt: Während sich der größte US-Lebensversicherer MetLife mit diesem ca. 100 Mio. Dollar schweren Deal aus den Fängen der FED befreien will und voraussichtlich auch wird, sieht GE eine Chance sich günstiger zu refinanzieren. Denn damit steigen die Einlagen von derzeit 23 Mrd. Dollar um ein Drittel. Zudem steigt GE über diesen Deal ins Online-Banking ein. Auch, wenn der GE-Kurs erst einmal um -1,2% zurückging, sollte das Geschäft mittelfristig nicht von Nachteil sein.
Kosten drücken Toyo Suisan Gewinn. Das Betriebsergebnis des japanischen Instant Nudelproduzenten Toyo Suisan Kaisa fällt in den ersten 9 Monaten aufgrund höherer Rohstoffkosten bei etwa gleichem Volumen um -8% auf 19 Mrd. Yen.
Standpunkt: Auf der einen Seite sind da die höheren Rohstoffkosten. Auf der anderen Seite waren da auch die höheren Kosten für Marketing und Werbung. Trotz zweimaliger Preiserhöhungen in den USA konnte Toyo das Vorjahresbetriebsergebnis nicht halten. Was nicht gerade für das Kostenmanagement spricht.
Indien unterwegs zu High Growth Path. Laut dem indischem Finanzminister Pranap Mukherjee kehrt die indische Wirtschaft nach der kurzen momentanen Eindellung schon bald wieder auf den Wachstumspfad zurück.
Standpunkt: Das Bruttosozialprodukt wird dieses Jahr statt der erwarteten 9% „nur“ mit 7,5% wachsen. Das ist der Eintrübung in den USA und auch in Europa geschuldet. Angesichts dessen hat der Finanzminister, unter Hintanstellung des 4,6% Haushaltsdefizitziels die verschiedenen Minister aufgefordert bei den Ausgaben bis an die Grenze zu gehen. Außerdem verwies er auf die Lebensmittelinflation, die auf 1,8% stark zurückgegangen ist und auf die gesunkene Inflation im Allgemeinen, die geldpolitische Spielräume eröffnet. Dazu kommt das im April startende und über die nächsten 5 Jahre laufende 1 Billionen Dollar Infrastrukturprojekt. Indien wird uns künftig alle überraschen.
Apple baut jetzt auch Fernseher. Wie man gerüchteweise hört, kommt Apple in der 2. Hälfte des nächsten Jahres mit einem eigenen TV-Gerät, dass einfach zu bedienen sein wird und in dem alle Apple Geräte integriert werden können, auf den Markt.
Standpunkt: Da bin ich nun wirklich gespannt. Und zwar nicht nur auf den Fernsehen an sich. Sondern darauf ob Apple so etwas Ähnliches wie iTunes für das Fernsehen, also iFilm, anbietet. Sollte das der Fall sein, wird es weltweit die Karten auf diesem Gebiet neu mischen. Denn das, was wir derzeit an Fernsehen haben, ist nämlich genau betrachtet von vor vor vorgestern.
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