Ausblick Aktienmärkte Euro-Sorgen dominieren auch 2012
Happy Birthday, Euro! Seit zehn Jahren können wir nun mit dem europäischen Gemeinschaftsgeld bezahlen. Schlange stehen die Gratulanten allerdings nicht. Politiker und Wirtschaftsbosse gratulieren eher pflichtschuldig denn euphorisch. Und wie viele wetten auf noch einmal zehn Jahre Euro, wenn die Kameras abgeschaltet sind?
Die meisten Deutschen sind mit der europäischen Gemeinschaftswährung nie wirklich warm geworden. Sie schluckten die Kröte als Kompensation für die deutsche Einheit, hätten aber lieber die D-Mark behalten. Neuerdings treibt sie auch noch die Sorge um, als Melkkuh für die ökonomisch völlig anders aufgestellten Peripherieländer herhalten zu müssen.
Auch in Sachen Wechselkursentwicklung kann der Euro kaum Punkte sammeln. Dass er seit 2002 gegenüber dem US-Dollar aufwertete, liegt an der (bewusst herbeigeführten) Schwächung des Greenback. Gegenüber anderen wichtigen Währungen wie dem japanischen Yen, dem Schweizer Franken oder der „letzten Hartwährung“ Gold verlor er drastisch an Wert.
Zum zehnten Geburtstag ist die Bilanz also alles andere als berauschend. Die Angelsachsen hören sogar schon das Totenglöckchen läuten und zogen 2011 Anlagegelder aus dem Euro-Raum ab. Dabei sind deutsche Aktien wesentlich günstiger als ihre US-amerikanischen Pendants: Rund ein Drittel der heimischen DAX-Konzerne gibt es derzeit unter Buchwert, bei der Hälfte taxieren wir die aktuelle Dividendenrendite auf über 3%. Das durchschnittliche 2012er-KGV von 11 liegt ebenfalls deutlich unter den Relationen der US-Titel.
Leider zählt die attraktivere Bewertung derzeit wenig. Die Angst, die Euro-Zone könnte bald auseinanderbrechen, mit unkalkulierbaren Folgen für die europäischen Aktienmärkte, überlagert alles. Die „Psycho-Börse“ mit ihren extremen Kursschwankungen dürfte uns daher 2012 vorerst erhalten bleiben.

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