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Wall Street Schluss US-Börsen gehen mit Gewinnen aus dem Handel, Kurssprung bei Eastman Kodak

 |  10.01.2012, 22:20  |  1322 Aufrufe  |   0  | 

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen sind am Dienstag nach einem relativ ruhigen Handelsverlauf mit Gewinnen in den Feierabend gegangen. Neben starken Vorgaben aus Europa und Asien sorgten auch die Alcoa-Zahlen vom Vorabend für gute Stimmung. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420), der im Handelsverlauf erstmals seit Ende Juli über die Marke von 12.500 Punkten geklettert war, schloss mit einem Aufschlag von 0,56 Prozent bei 12.462,47 Zählern. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) verbesserte sich um 0,97 Prozent auf 2.702,50 Punkte. Daneben legte der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) um 0,89 Prozent auf 1.292,08 Zähler zu.

Positive Impulse kommen auch von Konjunkturseite. So sind die Lagerbestände im Großhandel im November nur leicht angewachsen. Wie das Commerce Department bekanntgab, wurde ein saisonbereinigter Anstieg der US-Lagerbestände im Großhandel um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgewiesen, nach einem Plus von 1,2 Prozent im Oktober. Marktbeobachter hatten zuvor mit einer Zunahme um 0,2 Prozent gerechnet. Die Umsatzerlöse des US-Großhandels zogen gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent an, während im Oktober ein Umsatzwachstum von 0,8 Prozent ausgewiesen worden war.

Bereits gestern nach Börsenschluss öffnete Alcoa (ISIN US0138171014/ WKN 850206) als erstes Schwergewicht seine Bücher zum abgelaufenen Quartal und läutete damit traditionell die US-Berichtssaison ein. Das Unternehmen wies dabei im vierten Quartal einen höheren Verlust aus als erwartet. Dagegen fiel der Umsatzanstieg stärker aus als prognostiziert. Der Nettoverlust belief sich auf 193 Mio. US-Dollar bzw. 18 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 258 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt belief sich der Verlust auf 34 Mio. US-Dollar bzw. 3 Cents je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 2 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse erhöhten sich von 5,65 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 5,99 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 5,74 Mrd. US-Dollar erwartet. Das Papier verzeichnete ein leichtes Plus von 0,1 Prozent.

Für eine Enttäuschung sorgte ebenfalls bereits gestern nach Börsenschluss Juniper Networks (ISIN US48203R1041/ WKN 923889). Der Netzwerkausrüster hat aufgrund schwächer als erwartet ausgefallen Nachfrage nach Routern seinen Umsatz- und Gewinnausblick für das vierte Quartal gesenkt. So erwartet man nun einen Nettogewinn von 26 bis 28 Cents pro Aktie, bei Umsatzerlösen von 1,11 bis 1,12 Mrd. US-Dollar. Zuvor hatte Juniper Networks ein EPS von 32 bis 36 Cents bei einem Umsatz von 1,16 bis 1,22 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Analysten stellen für das vierte Quartal ein EPS von 34 Cents bei Erlösen von 1,19 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Die Aktie gab um 0,8 Prozent nach.

Wenig erfreuliche Nachrichten kamen heute auch von Tiffany (ISIN US8865471085/ WKN 872811). Die Juwelierkette hat aufgrund einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung in den USA und Europa ihren Ausblick für das Gesamtjahr (per 31. Januar) gesenkt. So rechnet man inzwischen nur noch mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 3,60 bis 3,65 US-Dollar, nachdem man die Prognose zuletzt im November auf ein EPS zwischen 3,70 und 3,80 US-Dollar angehoben hatte. Die Analystenschätzung liegt bei 3,76 US-Dollar. Die Anteilsscheine brachen um 10,5 Prozent ein.

Dagegen hat die Einzelhandelskette Lululemon Athletica Inc. (ISIN US5500211090/ WKN A0MXBY) ihre Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende vierte Fiskalquartal angehoben. Für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2011/2012, das am 31. Januar endet, geht man von einem Gewinn zwischen 47 und 49 Cents je Aktie aus, nachdem man bislang nur ein EPS von 40 bis 42 Cents in Aussicht gestellt hatte. Der Umsatz soll auf 358 bis 363 Mio. US-Dollar zulegen, gegenüber 245 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Zuvor hatte der Konzern nur Erlöse von 327 bis 332 Mio. US-Dollar prognostiziert. Darüber hinaus erwartet Lululemon einen Anstieg der vergleichbaren Umsätze um mehr als 20 Prozent. Zuvor hatte der Konzern gewarnt, das Wachstum bei den sogenannten Same-Store-Sales könne sich auf rund 15 Prozent verlangsamen. Als Grund für den verbesserten Ausblick nannte Lululemon die starke Nachfrage nach seinen Produkten im Weihnachtsgeschäft. Analysten prognostizieren für das vierte Quartal derzeit lediglich einen Gewinn von durchschnittlich 42 Cents je Aktie bei Erlösen in Höhe von 334,5 Mio. US-Dollar. Die Aktie von Lululemon Athletica machte einen Sprung um 12,0 Prozent nach oben.

Für eine positive Überraschung sorgte auch BorgWarner Inc. (ISIN US0997241064/ WKN 887320). Der amerikanische Automobilzulieferer rechnet für das laufende Jahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg. Demnach erwartet man für das Geschäftsjahr 2012 einen Gewinn zwischen 5,35 und 5,65 US-Dollar je Aktie. Beim Umsatz stellt der Konzern ein Wachstum um 10 bis 12 Prozent in Aussicht. Währungsbereinigt sollen die Erlöse um 14 bis 16 Prozent vorankommen. Als Gründe für die positive Entwicklung nennt BorgWarner die starke Nachfrage im Motorensegment. Außerdem profitiere man von einer Nachfrageverschiebung in Europa hin zu Dieselfahrzeugen, in denen mehr Komponenten des US-Zulieferers zum Einsatz kommen. Mit der Prognose liegt das Unternehmen über den Schätzungen der Analysten, die für das laufende Jahr im Schnitt ein EPS von 5,21 US-Dollar und einen Umsatzanstieg um 11,6 Prozent prognostizieren. Die Aktie von BorgWarner schloss mit einem Aufschlag von 12,2 Prozent.

Daneben hob der US-Technologiekonzern Emulex Corp. (ISIN US2924752098/ WKN 868379) seine Prognose für das zweite Fiskalquartal an. Wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte, wird für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 ein bereinigter Gewinn von 24 bis 25 Cents je Aktie prognostiziert, nachdem man bislang lediglich ein EPS von 17 bis 20 Cents in Aussicht gestellt hatte. Der Umsatz soll mit 127 bis 128 Mio. US-Dollar am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von 121 bis 127 Mio. US-Dollar liegen. Als Grund für die Prognoseanhebung nannte der Netzwerkspezialist die Tatsache, dass die Produktion nach der Flut in Thailand schneller als erwartet wieder die volle Kapazität erreiche. Analysten erwarten für das abgelaufene zweite Fiskalquartal im Schnitt einen Gewinn von 17 Cents je Aktie bei Erlösen in Höhe von 124,1 Mio. US-Dollar. Die Emulex-Aktie machte einen Sprung um 13,3 Prozent nach oben.

Papiere von Liz Claiborne Inc. (ISIN US5393201018/ WKN 867665) brachen um 13,1 Prozent ein. Die US-Bekleidungskette hat ihren Ausblick für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte, geht man für das Geschäftsjahr 2012 nur noch von einem bereinigten Gewinn zwischen 125 und 140 Mio. US-Dollar aus. Bislang hatte der Konzern einen Gewinn zwischen 130 und 150 Mio. US-Dollar in Aussicht gestellt. Darüber hinaus kündigte Liz Claiborne an, dass Chief Operating Officer Andrew Warren, zum 16. März von seinem Posten zurücktreten wird. Warren wird künftig den Posten des CFO bei dem Kreditkartenanbieter Discover Financial Services (ISIN US2547091080/ WKN A0MUES) bekleiden. Den Angaben zufolge befindet sich das Unternehmen derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger.

Weitere Neuigkeiten gab es von der Akquisitionsfront. Fossil (ISIN US3498821004/ WKN 886238) wird die Skagen Designs Ltd. und einige ihrer internationalen Tochtergesellschaften für rund 225 Mio. US-Dollar in bar sowie 150.000 Fossil-Aktien übernehmen. Wie es heißt, könnten die Verkäufer bis zu 100.000 zusätzliche Fossil-Aktien erhalten, sollten die Nettoumsätze von Fossil mit Skagen-Produkten bestimmte Schwellen überschreiten. Skagen Designs mit Sitz in Reno im US-Bundesstaat Nevada produziert, vermarktet und vertreibt Uhren, Schmuck und Sonnenbrillen. Die Aktie des Uhrenherstellers legte um 2,1 Prozent zu.

Indes verschlechterten sich JCPenney (ISIN US7081601061/ WKN 851991) um 0,4 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hat Thomas J. Engibous zum Chairman bestellt. Engibous wird sein neues Amt zum 28. Januar 2012 antreten. Engibous ist seit 1999 im Board of Directors vertreten und fungierte seit 2008 als Lead Independent Director. Er folgt auf Myron E. (Mike) Ullman, den ehemaligen CEO des Konzerns, der als Executive Chairman zurücktreten wird.

Neue Hoffnung, dass ein Insolvenzverfahren doch noch verhindert werden kann, sorgten bei Eastman Kodak (ISIN US2774611097/ WKN 850937) für einen Kurssprung um 52 Prozent. Der Fotokonzern teilte mit, dass er eine neue, einfachere Konzernstruktur schafft, um die Produktivität zu steigern, die Kosten zu senken und die Umwandlung hin zu einem digitalen Unternehmen zu beschleunigen. Den Angaben zufolge reduziert sich im Rahmen der neuen Struktur die Zahl der Konzern-Segmente von drei auf zwei. Künftig gibt es demnach das Commercial Segment sowie das Consumer Segment, wobei beide an das neu geschaffene Chief Operating Office berichten werden, das von Philip Faraci und Laura Quatela geleitet wird. Faraci wird weiterhin als President und COO fungieren. Quatela war zuletzt - zusammen mit Faraci - zum President und COO von Kodak bestellt worden. (10.01.2012/ac/n/m)


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