Egbert Prior: Leoni will neue Rekordmarken setzen
Seit seinem Dreijahreshoch im Sommer vergangenen Jahres (42,30 Euro) hat der Kurs kräftig korrigiert. Aktuell 29,59 Euro. Doch auf diesem Niveau zeichnet sich eine Bodenbildung ab. Möglicherweise bietet sich nun eine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn aktuell wird der Titel des Autozulieferers lediglich mit dem sechsfachen des für 2012 erwarteten Gewinns gehandelt. Dieser Abschlag scheint etwas übertrieben. Zwar gilt Leoni als sehr zyklisch, die Aktie ist gewissermaßen eine Wette auf die Autokonjunktur. Die Nürnberger produzieren hauptsächlich Kabel und Drähte für den Automobilbau. Aber auch Bügeleisen, Staubsauger oder Kühlschränke müssen verdrahtet werden. Zu 70% hängt das Geschäft aber an den Autos. Obwohl die Medien ständig Kri-senängste schüren, kann Vor-standschef Klaus Probst keine Warnsignale von den großen Autoherstellern vernehmen. Ganz im Gegenteil sei die Stimmung weiterhin gut. Schon 2011 war das beste Jahr der Firmengeschichte. Offiziell stellt das Unternehmen einen Umsatzanstieg um 22% auf 3,6 Milliarden Euro in Aussicht, der operative Gewinn soll sogar um 75% auf 230 Millionen nach oben geschnellt sein. Wie man hört, dürften die Franken sogar noch über ihrer Prognose landen. Die Dividende wird sich auf etwa 1,40 Euro ungefähr verdoppeln. Das bedeutete eine kernige Dividendenrendite von 4,7%. Leoni hat sich ein ehrgeiziges Wachstumsprogramm verordnet. Bis 2016 soll der Umsatz auf etwa 5 Milliarden klettern. Dabei wird ein operativer Gewinn von 7% angesteuert. Die größten Wachstumschancen vermuten die Franken in den sogenannten BRIC-Staaten. Während man sich in Europa als Marktführer sieht, ist Leoni beispielsweise in Asien von einer führenden Position noch weit entfernt. Dabei ist Leoni schon jetzt sehr international aufgestellt. Nur 4.000 der insgesamt 55.000 Mitarbeiter ist in Deutschland beschäftigt. Allein in Tunesien und Marokko arbeiten rund 22.000 Leute. Demnächst soll die Produktion in Indien ausgebaut (hauptsächlich für die Solarindustrie) und eine Fertigung in der Ukraine aufgebaut werden.

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