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Eurohol ist ein Sanitäter in der Not... Zugedröhnter Anleihemarkt kurzfristig entspannt; Bad Notenbank EZB erweckt Stabilitätsanschein; Tokyo fällt auf EU-Schwindel herein; Nikkei steigt trotz Nodas Regierungsumbildung um +1,36%; Indiens Industrieproduktion steigt; HDFC schreibt Gewinne; Banest

 |  13.01.2012, 08:54  |  495 Aufrufe  |   0  | 

Während die Bad Notenbank die Europa-Sorgen in Eurohol ersäuft, erntet die indische Notenbank nun die Früchte ihrer Stabilitätspolitik. Dort steigt die Industrieproduktion bei rückläufiger Inflation. Die spanische Banesto zeigt, dass alles Geld der Welt nichts hilft, wenn das Kerngeschäft in den Seilen hängt, und weist hohe Verluste aus. Genau umgekehrt läuft es bei der indischen HDFC. Irgendwas machen die wohl besser, oder?

Globalyze Marktbericht

 

Obwohl die wöchentlichen US-Arbeitslosenzahlen dieses Mal keinen vom Hocker rissen, die Dezember US-Einzelhandelsumsätze alles andere als begeisterten und die Entwicklung der Vorräte im November ebenfalls enttäuschte, sorgte die überraschend positiv verlaufende Anleiheauktion spanischer und italienischer Staatsanleihen an der Wall Street für gute Stimmung. Dow, Nasdaq und S&P 500 retteten sich mit +0,17% (12.471), +0,51% (2.724) und +0,23% (1.295) ins Plus. Schwäche zeigten im Dow vor allem Energieaktien. Chevron Warnung, dass die Gewinne im 4. Quartal signifikant niedriger als erwartet sein werden, sorgte nicht nur für einen Kursrückgang von -2,6%, sondern auch dafür, dass der Wert der Schlechteste im Dow war. Die Nachricht, dass das Öl-Embargo gegen den Iran mit Verzögerung eingesetzt werden könnte, ließ das Rohöl um 1,77 Dollar auf 99,10 Dollar je Barrel fallen. Das sorgte auch dafür, dass S&P 500 Werte wie WPX Energy, Helmerich & Payne sowie Baker Hughes um -5,2%, -4,7% und -3,8% einbrachen. Hingegen stieg die größte Farm und Ranch Ladenkette Tractor Supply um +10%, nachdem sie die Umsatz- und Gewinnprognose angehoben hat. Der Dollar gab gegenüber dem Euro und dem Yen nach. Gold legte wieder um +0,5% auf1.647,30 Dollar je Unze zu. Der Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf 1,935%.

 

In Frankfurt zeigten Dax (-1,01%; 6.169), Tec Dax (-0,27%; 721,47) und C Dax (-1,00%; 544,97) das gleiche Muster. Alle Drei starteten im Minus, lugten gegen Handelsmitte kurz ins Plus, um dann gegen Ende der Sitzung wieder abzutauchen. Offenbar gefiel ihnen nicht, was sie beim Ausflug ins Plus sahen. Das empfanden einige als etwas undankbar. Schließlich haben die Spanier doch statt der geplanten 5 Mrd. Euro ganze 9,98 Mrd. Euro bei einem Zins von 3,384% für Dreijährige aufnehmen können. Auch Italien erhielt über mit 2,735 % verzinste 12-Monats Bonds 8,5 Mrd. Euro auf. Wobei diese Mogelpackung vom Markt sofort geoutet wurde. Denn nicht die Sparanstrengungen Italiens und Spaniens, die noch gar nicht greifen, waren es, die für dieses Zinstief sorgten. Sondern das seinerzeit vorgezogene Weihnachtsgeschenk der Bad Notenbank EZB von fast einer halben Billion Euro oder 500 Mrd. Euro, die jetzt ihre Wirkung entfalteten. Was übrigens auch keine Kunst ist. Wenn man einem Junkie eine Spritze setzt, ist der erst auch einmal zufrieden und macht einen relativ entspannten Eindruck. Wobei mit zunehmender Abhängigkeit die Dosen immer größer und die Abstände für den Schuss immer kürzer werden. Dass der Dealer, die Bad Notenbank EZB, dann erst einmal Zurückhaltung zeigte, sprich den Leitzins nicht weiter senkte, war dann aber doch geeignet, die Stimmung sehr schnell kippen zu lassen. Was meine These unterstreicht. Wobei ich gar nicht weiß, wieso sich Draghi so anstellt. Gemessen am Riesen der halben Billion käme eine Zinssenkung wie ein Zwerglein daher. Damit kann er allenfalls vielleicht noch ein paar Politiker, die eh keine Ahnung haben beeindrucken und vielleicht den Bürgern Europas Stabilität vorheucheln. Alle anderen durchschauen das böse Spiel. Jedenfalls wunderte es nicht, dass die Banken bei zugeschusserten Gewinnmargen von mehr 200 bis 300% in nur einem Jahr zulegten. Wer täte das nicht? Wobei die +5,8% Kursgewinn der Commerzbank und die +2% der Deutsche Bank angesichts dessen auch nicht so richtig überzeugen. Was übrigens die Douglas-Aktie betrifft, die von der Meldung, dass die Großaktionäre ein Delisting wollen, mit über +26% profitierten, so sollte man sich da keine allzu großen Hoffnungen machen und aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt. Es wird nämlich am Ende der Durchschnittskurs der letzten drei Monate zugrunde gelegt. Dass die Solarwerte Übernahmegerüchte benötigten, um zu steigen, spricht Bände. Bei den wenigsten würden dafür die Geschäftszahlen ausreichen.

 

Die Japaner fielen heute Morgen auf den Schwindel glatt herein. In Tokyo eröffnete der Nikkei freundlich und ging mit +1,36% sowie 8.500 Punkten aus dem Markt. Die Händler stellten doch glatt eine Verbindung zwischen der gut verlaufenden Anleiheauktion in Europa und einem Nachlassen der Schuldenkrise her. Was – Sie entschuldigen – barer Unsinn ist. Die Krise wird man so allein nicht lösen. Die Umbildung des japanischen Kabinetts durch Premierminister Yoshihiko Noda zeigte jedenfalls auf dem Parkett keinerlei Wirkung. Man ist sich noch nicht sicher, wohin die Reise mit Noda geht. Jedenfalls stiegen Schwermaschinenhersteller wie Komatsu und Hitachi Construction Machinery um +3,7% bzw. +3,8%. Nicht zuletzt, weil die Auftragseingänge in diesem Segment wieder deutlich nach oben zeigen. Die Ölfirma Inpex legte nach dem Bekanntwerden, dass das Unternehmen zusammen mit Total SA ein australisches LNG-Projekt fortsetzen werden um +1,2%. Auch Shimadzu, die von Boeing einen Auftrag für die Lieferung von Komponenten für das Flugkontrollsystem erhielten, der für zusätzliche Umsätze von 5 Mrd. Yen bis 2021 sorgt, legten um +1,7% zu. Nintendo hingegen fiel um -1,2%. Bei den Branchen waren diesmal Eisen und Stahl, Transportausrüstung und und Maschinenbau die großen Gewinner. Fischerei und Forsten, Elektrizität und Gas sowie Einzelhandel waren heute einmal die großen Branchenverlierer. 1.091 steigende Aktien standen 399 fallenden Aktien gegenüber. 165 waren unverändert.

 

Globalyze Pressetour

 

HDFC Gewinn steigt +10%. Der indische Hypothekenfinanzierer Housing Development Finance Corp. bleibt wegen der hohen Zinskosten und geringeren Investmentgewinnen mit einem um +10% höheren Quartalsgewinnen unter den Erwartungen.

 

Standpunkt: Dennoch muss man der indischen Bank zugutehalten, dass sie im Gegensatz zu ihren europäischen bzw. amerikanischen Konkurrenten ein gutes Kerngeschäft vorweisen kann. Und das in einem, aufgrund der dämpfenden Geldpolitik, die mit hohen Zinsen einhergeht, nicht ganz einfachen Markt. So stieg der Umsatz um satte +39% auf 43,79 Mrd. Rupien. Wobei leider die Zinskosten und andere Aufwendungen um +51% auf 30,12 Mrd. Rupien stiegen. Da aufgrund der sinkenden Inflation tendenziell mit einer Zinssenkungspolitik seitens der Notenbank zu rechnen ist, kann die Bank hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. Was lernen wir als Anleger daraus? Wenn schon Banken, dann Schwellenländer Banken.

 

RBI verzichtet auf Zinssenkung. Die indische Notenbank RBI wird angesichts zuletzt um -2,9% rückläufiger Lebensmittelpreise und einem Anstieg der Industrieproduktion auf eine Senkung der Zinsen verzichten.

 

Standpunkt: Im Gegensatz zu unserer Bad Notenbank EZB, die das Geld nur so raushat, hat die Reserve Bank of India (RBI) seit März 2010 13 mal (!!!) die Zinsen erhöht. Dennoch oder gerade deswegen steigt jetzt die Industrieproduktion. Wenngleich zuletzt die Produktion von Anlagegütern um -4,6% gefallen ist. Der Konsum ist aber weiterhin sehr stabil. Das zeigt das Wachstum der langlebigen Gebrauchsgüter um +11,2% und der kurzlebigen Gebrauchsgüter um +14,8%. Auch entwickeln sich 17 der 22 Subsektoren in diesem Bereich positiv. Indien ist auf dem Weg der Besserung.

 

Alzheimer trifft Eisai. Weil der Hauptumsatzträger, das Alzheimer Medikament Aricept, wegen angeordneter Preiskürzungen durch die Regierung einen Dämpfer erhielt, wird das Betriebsergebnis mit 100 Mrd. Yen nur auf Prognosehöhe erwartet.

 

Standpunkt: Die staatlich angeordneten Preiskürzungen vom April letzten Jahres haben das Pharmazieunternehmen Eisai dann doch getroffen. Das Krebsmedikament Halaven und anderen neue Produkte haben jedoch geholfen, den daraus resultierenden Schaden zu begrenzen. Dennoch wird im Gesamtjahr für das Betriebsergebnis ein Rückgang von -12% erwartet. Allerdings ist Hoffnung in Sicht. Ab nächstem Januar müssen an Pfizer Inc. für die heimischen Aricept-Verkäufe an keine sog. Tie-up-fees mehr gezahlt werden. Was Eisai im nächsten Jahr höhere Gewinne bringen sollte.

 

Japans Spezialbaufirmen jubeln. Japanische Unternehmen, die sich auf Meerestechnik oder den Bau von Straßen und Eisenbahnstrecken spezialisiert haben, profitieren über Gebühr von den Aufträgen zur Beseitigung der Schäden.

 

Standpunkt: Jetzt wird in Japan, nachdem man erst einmal den Unternehmen unter die Arme gegriffen und sie wieder instand gesetzt hat, also allgemein aufgeräumt. Wobei da insbesondere Nischenanbieter einen ordentlichen Reibach machen werden. Das führende Bauunternehmen im Bereich Meerestechnik, die Penta-Ocean Construction Co., bekommt wahrscheinlich im März einen Auftrag über 300 Mrd. Yen. Toa’s Aufträge für die Wiederherrichtung des Kashima Ports ind er Ibaraki Präfektur steigen um +29%. Toyo Construction hat die Aufträge um 10 Mrd. Yen auf 125 Mrd. Yen angehoben. Nippo Corp. hofft auf 176 Mrd. Yen. Nippon Road wir die Sendai-Tobu Straße für 1,7 Mrd. Yen herrichten und Obayashi Road Corp. visiert 72 Mrd. Yen an. Die sich mit Eisenbahnstrecken beschäftigenden Firmen Tekken Corp. und Totetsu Kogyo Corp. sicherten sich Aufträge im Wert von 140 Mrd. Yen bzw. 6,9 Mrd. Yen. Das alles wird aber nicht nur den betroffenen Unternehmen, sondern auch der Konjunktur Japans wieder etwas auf die Beine helfen.

 

Banesto mit kräftigen Verlusten. Nach einer von der staatlichen Hand geforderten Rückstellung für faule Immobilienkredite von 400 Mio. Euro rutscht die spanische Bank von +9,5 Mio. Euro im Vorjahr mit -173,3 Mio. Euro deutlich ins Minus.

 

Standpunkt: Banesto ist die erste europäische Bank, die ihre Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht. Wie zu erwarten, fallen die Geschäftszahlen alles andere als gut aus. Wobei man an dem Eingreifen des Staates sieht, dass die europäischen Banken aber auch nichts begriffen und dazugelernt haben und in den Bilanzen noch so manche „Überraschung“ lauert bzw. in den Kellern noch so manche Finanzkrisen-Leiche vor sich hinmodert. Dazu kommt laut Vorstand Antonio Basagoiti auf das Land ein „sehr schweres Quartal mit unglaublich hoher Arbeitslosigkeit“ zu. Insofern sieht er für die Bank kein Kreditwachstum. Wie man sieht, leiden die spanischen Banken noch immer unter der in geplatzten Immobilienblase. Ein Investment verbietet sich aus meiner Sicht daher.

 

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Mein Vortrag auf dem Value Investing Forum um 15.15 Uhr: „Kaufen und Halten – Funktioniert Kostolany nicht mehr?

 

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