NEW YORK (dpa-AFX) - Nach negativ aufgenommenen Zahlen der Großbank JPMorgan werden die wichstigsten US-Indizes zum Wochenausklang mit Verlusten erwartet. Rund 50 Minuten vor Handelsstart stand der Future auf den Dow Jones Industrial mit 0,23 Prozent im Minus. Der Future auf den Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,14 Prozent. Am Donnerstag war der US-Leitindex zur Schlussglocke noch auf einen neuerlichen Höchststand seit fünf Monaten geklettert. Der Nasdaq 100 hatte so hoch wie zuletzt im November geschlossen.
Von Seiten der Konjunktur steht wenige Minuten nach Börseneröffnung das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen auf dem Programm. Veröffentlicht wurden bereits die US-Einfuhrpreise. Sie gingen im Dezember erwartungsgemäß leicht zurück.
Mit JPMorgan startete die US-Bankenbranche in die Berichtssaison. Die Großbank verdiente 2011 trotz Schuldenkrise und Abkühlung der Weltwirtschaft so viel wie noch nie, erfüllte mit einem Gewinnplus um neun Prozent auf knapp 19 Milliarden Dollar die Erwartungen der Experten aber gerade so. Das Investmentbanking war im vergangenen Jahr abermals der größte Gewinnbringer. Enttäuschend fielen dagegen die Erträge aus, die um rund fünf Prozent auf zirka 100 Milliarden Dollar sanken. Experten hatten hier mit einem etwas geringeren Rückgang gerechnet. Ein Aktienstratege in New York äußerte vor dem Hintergrund des schwierigen operativen Umfelds im vergangenen Jahr allerdings Unverständnis darüber, dass Börsianer von den JPMorgan-Zahlen enttäuscht waren. Vorbörslich zeigten sich die Titel sehr schwach.
Anleger werden nun genau hinschauen, wie sich die Konkurrenten von JPMorgan schlagen werden. In der kommenden Woche legen fast täglich weitere große US-Banken die Bilanzen ihrer Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 vor. Auf der Agenda stehen die Zahlen von Citigroup , Goldman Sachs , Bank of America und Morgan Stanley .
Ihre milliardenschweren Verluste zwingen die Bank of America derweil zu drastischen Maßnahmen. Nach einem Bericht des 'Wall Street Journal' ist das zweitgrößte US-Institut sogar bereit, sich bei einer Verschärfung der Probleme aus Teilen des Landes zurückzuziehen. Über Filialverkäufe könnte die Bank benötigtes Kapital einnehmen und die Kosten senken. Der Zeitung zufolge ist der mögliche Rückzug Teil eines Notfallplans, den die Bank of America bei der US-Notenbank Fed eingereicht hat./ajx/ag