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ROUNDUP Deutscher Ökostrom verärgert Nachbarländer

Autor: dpa-AFX
 |  15.01.2012, 14:12  |  452 Aufrufe  |   2  | 

BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, fordert deutliche Einschränkungen beim Solar- und Windenergieausbau, da das Netz das Ausbautempo nicht verkrafte. 'Es kann nicht sein, dass wir Photovoltaik und Windenergie zubauen, die man gar nicht mehr ins Netz integrieren kann', sagte der Geschäftsführer der halbstaatlichen Dena der dpa. Die europäischen Nachbarn seien verärgert über die schwankende Ökostromeinspeisung aus Deutschland in ihre Netze, da dies die Stabilität ihrer Versorgung gefährde. Die Energiewende laufe in einigen Bereichen zu schnell.

'Wir haben Stromflüsse von Ostdeutschland, wo sehr viele Windkraftanlagen zugebaut worden sind, die wir nicht in den Süden und Westen bekommen', sagte Kohler. 'Entsprechende Netze sind nicht vorhanden, so dass wir ihn über Polen, Tschechien und Österreich wieder im Süden Deutschlands einspeisen oder aber nach Italien weiterleiten.' Polen habe gesagt, dass man diese unkontrollierten Stromzuflüsse durch Regler an den Grenzen stärker eindämmen wolle.

Kohler empfahl eine bessere Koordinierung mit den europäischen Partnern. Zudem solle etwa beim Ausbau von Wind- und Solarparks nur noch das genehmigt werden, was das Netz derzeit auch verkraften könne. Neben bis zu 4450 Kilometern an neuen Stromautobahnen verwies Kohler auf Schätzungen eines Neubaubedarfs von bis zu 350 000 Kilometern bei den Verteilnetzen. Gerade Solarstrom werde oft dort erzeugt, wo es wenig Leitungen zum Abtransport des Stroms gebe.

Kohler rechnet gerade im Sommer durch zu viel Photovoltaik mit großen Problemen für die Netzstabilität. 'Kurzfristig müssen Anlagen abgeregelt werden, die Einspeisung muss also unterbunden werden', sagte Kohler. Solche Abregelungen müssen aber entschädigt werden. Die Kosten tragen die Verbraucher über den Strompreis. Wenn in Polen oder Tschechien tatsächlich Stromsperren errichtet würden und der Strom somit nur noch bedingt an diese Länder abgegeben werden könnte, fürchtet Kohler an wind- und sonnenstarken Tagen in Deutschland eine Zunahme von Zwangsabschaltungen bei Wind- und Solarparks.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sagte der dpa, er wünsche sich dass die Bundesnetzagentur beim Leitungsausbau eine 'stärkere planerische Rolle' erhalte. 'Die Netze sind der Flaschenhals.' Weil sie nicht aufnahmefähig genug seien, bleibe bereits jetzt bis zu 30 Prozent des Stroms aus Windparks ungenutzt./ir/DP/zb

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Kommentare

borazon
16.01.12, 14:45
Ein paar hundert Milliarden Euro für chinesische Akkus sollten doch reichen, also alles kein Drama.
:laugh:
Tratsch
15.01.12, 16:41
Wenn fehlender Realitätsinn und Realität aufeinander treffen.

Intelligente Netze die von der IT-Branche gerne als Lösungsansatz für die Energiewende gepriesen werden, könnnen das Realproblem als Folge der Witterungsabhängigkeit nicht beseitigen, sondern allenfalls mindern.
Für übereifrige Engergiewende-Enthusiaten wurden die vorhergesagten "Folgen einer wetterabhänigen Einspeisung" als Propaganda der Kernkraftwerkslobby abgetan, denen sie das verschulden für die netzsituation zuspielen.
Leider trifft dieses so nicht zu.Die Netze sind zwar auch als eine Art Verschiebebahnhof für Überschussstrom konzipiert, aber den Kapriolen (der Natur des Wetters) zur Zeit nicht gewachsen. Da versteht man die Beschwerden unserer europäischen Nachbarländer, denn sie können nicht einsehen, dass sie für die durch die Energiewende verursachten Netzfolgekosten zahlen und die Gefahr des Zusammenbruch ihrer Versorgung hinnnehmen sollen.
Deshalb schlage ich vor dass für jede weitere Genehmigung von witterungsabhängigen Anlagen zur Stromerzeugung der Nachweis über die Bereitstellung einer regional zu bewirtschaftenden dem erzeugten Strom equivalente zusätzliche Energiespeicherung nachgewiesen wird.
Bekanntlich ist der Mangel an verfügbarer Kapazität in Form von Stromspeicherungsanlagen das Hauptdefizit. Dabei gibt es bereits solche Vorrichtungen (noch nicht so optimal wie wünschenswert) die für die Speicherung des Überschussstromes (Ladung) von PV-Hausanlagen geeignet wären. Zusammen mit bereits verügbaren Schalttechniken und der Grid-Technologie, könnte die Negativfolgen des stark schwankenden und leider beliebig ausfallenden Sromangebots von PV- und Windgeneratoren für die Netze dramatisch gesenkt werden.

Selbstverständlich kostes Speicher Investition, aber bekanntlich sinkt der Geldbetrag für Arbeitsspeicher immmer wenn, die Nachfrage nur gro0 genug ist.
Tratsch

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