Börse Frankfurt Schluss Zugewinne, Daimler und Kontron gesucht
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten im Montaghandel im Plus. Die Anleger haben die Abstufung von neun europäischen Staaten durch die Ratingagentur S&P offenbar schnell verdaut. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 1,25 Prozent auf 6.220,01 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 0,89 Prozent zu auf 9.571,62 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,50 Prozent nach oben auf 4.496,24 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 1,02 Prozent auf 725,18 Punkte nach oben kletterte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,06 Prozent auf 139,86 Zähler, während der Euro um 0,21 Prozent auf 1,2674 Dollar zulegte.
In den USA wird heute feiertagsbedingt nicht gehandelt, so dass von dieser Seite keine neuen Impulse ausgingen. Morgen stehen in Deutschland die Zahlen zur ZEW-Konjunkturerwartung für Januar 2012 sowie der Umsatz im Gastgewerbe für November 2011 auf der Agenda. In den USA wird der Empire State Index für Januar 2012 veröffentlicht.
Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im Dezember 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit abgebremstem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die Preise um 3,0 Prozent, nach Zuwächsen von 4,9 Prozent im November 2011 und 9,5 Prozent im Dezember 2010. Daneben blieben die Großhandelspreise binnen Monatsfrist unverändert, während sie im November 2011 um 0,7 Prozent und im Dezember 2010 um 1,8 Prozent gestiegen waren. Im Jahresdurchschnitt 2011 lagen die Großhandelsverkaufspreise um 7,5 Prozent über dem Stand des Jahres 2010. Unterdessen wiesen die Betriebe des deutschen Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten im November 2011 einen Beschäftigungszuwachs aus. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um rund 180.400 Personen bzw. 3,6 Prozent auf knapp 5,2 Millionen per Ende November. Damit setzte sich die seit Januar 2011 anhaltende Zunahme der Beschäftigtenzahl im Vorjahresvergleich fort.
Der Software-Gigant SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) meldete heute einen Zukauf. So will der Konzern Software sowie dazugehörige Vermögenswerte der datango AG erwerben. Wie es heißt, unterstützt die Software der datango AG Unternehmen dabei, die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter (Workforce Performance) zu verbessern. Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Februar 2012 geplant. Das Papier rückte um 1,4 Prozent vor. Indes konnte die zu MAN (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) gehörende MAN Latin America auch im Jahr 2011 mit Abstand die meisten Zulassungen von Lkw in Brasilien verzeichnen. So wurden dem nationalen Register Renavam zufolge 50.829 Lkw von MAN in Brasilien neu zugelassen. Damit ist MAN im neunten Jahr in Folge der erfolgreichste Hersteller von Lkw über fünf Tonnen in Brasilien und hält einen Marktanteil von 29,7 Prozent. Ferner verbuchte die Zulassungsstelle 11.139 Busse mit Fahrgestellen der MAN-Marke Volksbus. Dies entspricht einem Anteil am Busmarkt von 32,2 Prozent. Mit insgesamt fast 62.000 neu zugelassenen Nutzfahrzeugen erzielte MAN einen Zuwachs um 18 Prozent gegenüber 2010. Der Titel legte um 0,8 Prozent zu.
Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab bekannt, dass Siemens VAI Metals Technologies von der Baosteel Engineering & Technology Co. Ltd. den Auftrag erhalten hat, ein neues Stabwalzwerk für die Shaoguan Iron and Steel Group (Shaoguan) zu liefern. Die Aktie des Technologiekonzerns verteuerte sich um 0,8 Prozent. Die Energieversorger E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) und RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) wollen derweil Presseangaben zufolge trotz des Urteils des Finanzgerichts Baden-Württemberg gegen die EnBW (ISIN DE0005220008/ WKN 522000) weiter gegen die Atomsteuer klagen. Wie es heißt, wollen beide Konzerne erneut Rechtsmittel einlegen, wenn der Bund beim nächsten Brennelemente-Wechsel in einem ihrer Kernkraftwerke die umstrittene Atomsteuer einziehen will. Sowohl die Aktie von E.ON als auch Anteile des Konkurrenten RWE legten um 1,8 Prozent zu.
Auf Platz eins der Gewinnerliste fuhren im DAX Daimler um 3,6 Prozent vor. Auf dem zweiten und dritten Platz behaupteten sich Infineon und Deutsche Lufthanse, während Heidelberg Cement auf dem letzten Platz 3,4 Prozent an Wert einbüßten.
RATIONAL (ISIN DE0007010803/ WKN 701080) verteuerten sich im MDAX um 2,5 Prozent. Der Küchenhersteller hat im Geschäftsjahr 2011 ein Umsatzplus von 12 Prozent erreicht. Der Konzernumsatz belief sich nach vorläufigen Berechnungen auf 392 Mio. Euro. RATIONAL erwartet entsprechend der Umsatzentwicklung und unter Berücksichtigung von Einmalkosten ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von circa 102 Mio. Euro (Vorjahr: 106 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 26 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent). Eliminiert man die Einmalkosten der Produkteinführung von ca. 8 Mio. Euro, so würde eine EBIT-Marge von rund 28 Prozent erreicht.
Im TecDAX schossen Kontron (ISIN DE0006053952/ WKN 605395) an der Indexspitze um 7,4 Prozent nach oben. Der Anbieter von Embedded Computer Systemen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 trotz des anhaltend schwierigen internationalen Umfelds ein Umsatzwachstum von rund 14 Prozent erzielt. Vorbehaltlich der endgültigen Zahlen belief sich der Umsatz auf über 580 Mio. Euro.
DAX: 6.220,01 (+1,25 Prozent) MDAX: 9.571,62 (+0,89 Prozent) SDAX: 4.496,24 (+0,50 Prozent) TecDAX: 725,18 (+1,02 Prozent) (16.01.2012/ac/n/m)

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