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Börsen in Europa-Schluss Freundlicher Wochenauftakt

 |  16.01.2012, 20:09  |  966 Aufrufe  |   0  | 

Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten am Montag in der Gewinnzone aus dem Handel gehen. Die Abstufung von neun europäischen Staaten durch die Ratingagentur S&P sorgte nicht für größere Verunsicherung unter den Marktteilnehmern. Allerdings fehlten aufgrund des US-Feiertags wichtige Impulse von der Wall Street. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) gewann 1,01 Prozent auf 2.361,56 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verbesserte sich um 0,85 Prozent auf 2.417,22 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigten mehrheitlich eine positive Tendenz.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat den Druck auf die europäischen Regierungen verstärkt, indem sie am späten Freitagabend die Kreditwürdigkeit von neun der insgesamt 17 Euroländer abgesenkt hat. So verloren Frankreich und Österreich ihre Best-Note "AAA" und werden nun nur noch mit "AA+" bewertet. Daneben wurde auch die Bonität von Italien, Spanien, Portugal, Slowenien, Malta, Zypern und der Slowakei herabgestuft. Deutschland behält weiterhin seine Bestnote "AAA". Mit dieser Entscheidung von S&P gerät auch die Bestnote des Rettungsfonds EFSF in Gefahr, denn nun droht die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt für die betroffenen Eurostaaten schwerer und teurer zu werden. Die Ratingagentur kritisiert die Politik, sie habe nicht genug gegen die Schuldenkrise unternommen. Am Abend wurde zudem der europäische Rettungsschirm EFSF von "AAA" auf nun "AA+" herabgestuft.

Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Januar 2012 weiter abgekühlt. Wie heute bekannt gegeben wurde, schrumpfte der britische Rightmove-Immobilienpreisindex um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonatswert, nach einem Minus von 2,7 Prozent im Dezember. Hierbei handelt es sich um den dritten Rückgang in Folge. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Immobilienpreise nur noch um 0,4 Prozent, gegenüber einem Anstieg um 1,5 Prozent im Dezember. Im FTSE 100 gewann GKN 3,3 Prozent. Am Ende des Index verloren Carnival (ISIN PA1436583006/ WKN 120100) 16,5 Prozent. Der weltweit größte Kreuzfahrtkonzern bezifferte die Ergebnisbelastung aus der jüngsten Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Küste. Für das laufende Geschäftsjahr zum 30. November 2012 wird aufgrund des Betriebsausfalls eine Belastung für das Konzernergebnis in Höhe von 85 bis 95 Mio. US-Dollar bzw. 11 bis 12 Cents pro Aktie erwartet. Darüber hinaus wird mit weiteren Kosten gerechnet, deren Höhe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar ist.

Air Liquide (ISIN FR0000120073/ WKN 850133) gaben in Paris um 0,2 Prozent nach. Der Industriegasehersteller teilte mit, dass er mit der belgischen Solvay (ISIN BE0003470755/ WKN 856200) ein weltweites Joint Venture im Bereich Fluorgas vereinbart hat. Den Angaben zufolge wird das Gemeinschaftsunternehmen Fluorgas-Lösungen für die Flachbildschirm- und Silizium-Dünnschicht-Photovoltaik-Industrie anbieten. Die Gründung des Joint Ventures bedarf jedoch noch der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im französischen Leitindex CAC 40 die Anteilsscheine von STMicroelectronics mit einem Zugewinn von 7,2 Prozent, während sich die Investoren gleichzeitig bevorzugt von den Titeln von Lafarge trennten, die um 2,5 Prozent nachgaben.

Der schweizerische Erzeuger- und Importpreisindex hat sich im Dezember 2011 reduziert. Dies teilte das Bundesamt für Statistik (BfS) heute mit. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Gesamtindex um 2,3 Prozent, wogegen binnen Monatsfrist ein Anstieg um 0,3 Prozent ermittelt wurde. Im Einzelnen lag der Produzentenpreisindex um 2,2 Prozent unter seinem Vorjahresniveau und um 0,2 Prozent über dem Vormonatswert. Gleichzeitig schrumpfte der Importpreisindex um 2,6 bzw. kletterte um 0,5 Prozent. Der schweizerischen Leitindex SMI wurde von den Aktien von Richemont (ISIN CH0045039655/ WKN A0Q9J3) mit einem Aufschlag von 2,8 Prozent angeführt. Der Luxusgüterkonzern konnte in den drei Monaten zum 31. Dezember 2011 mit einem deutlichen Umsatzanstieg aufwarten. So verbesserten sich die Umsatzerlöse gegenüber der Vorjahresperiode um 24 Prozent auf 2,62 Mrd. Euro. Für das abgelaufene Geschäftsjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem operativen Gewinn, der deutlich über dem Vorjahresniveau liegt. Gleichzeitig verschlechterten sich am Indexende Holcim (ISIN CH0012214059/ WKN 869898) um 1,6 Prozent. Der Zementhersteller teilte mit, dass er hohe Wertberichtigungen vornehmen wird. Insgesamt belaufen sich die nicht kassenwirksamen Wertberichtigungen auf 775 Mio. CHF. Ein Ausschüttungspotenzial für das Geschäftsjahr 2011 (vor Wertberichtigungen) bleibt bestehen. Der Verwaltungsrat wird den Angaben zufolge Ende Februar 2012 im Rahmen des Jahresabschlusses 2011 über den Ausschüttungsantrag zuhanden der Generalversammlung entscheiden. Im breiten Markt verteuerten sich daneben Lindt & Sprüngli (ISIN CH0010570767/ WKN 870503) um 2,1 Prozent. Der Schokoladenspezialist hat einen konsolidierten Jahresumsatz von 2,49 Mrd. Schweizer Franken (CHF) erzielt. Damit wächst er erneut schneller als der Gesamtschokolademarkt und erzielt bedeutende Marktanteilsgewinne. So wurde in einem schwierigen Marktumfeld ein organisches Wachstum von 6 Prozent erzielt.

Der schwedische Telekommunikationskonzern Tele2 (ISIN SE0000314312/ WKN 900760) meldete schließlich heute einen Zukauf. So wird die estnische Tochter den Telekommunikationsdienstleister Televörgu AS übernehmen. Der Kaufpreis liegt bei rund 225 Mio. Schwedischen Kronen (SEK) in bar. Der Abschluss der Transaktion erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Televörgu erzielte den Angaben zufolge im Jahr 2010 einen Umsatz von 130 Mio. SEK und ein EBITDA von 60 Mio. SEK. Die Aktie von Tele2 fiel um 0,7 Prozent.

Der Anstieg der italienischen Verbraucherpreise hat sich im Dezember 2011 mit unverändertem Tempo fortgesetzt. Die nationale Statistikbehörde Istat hat heute ihre vorläufigen Angaben bestätigt. Demnach verharrte die Jahresteuerungsrate bei 3,3 Prozent, nachdem die Inflationsrate im November schon bei 3,3 Prozent gestanden hatte. Zudem zogen die Lebenshaltungskosten binnen Monatsfrist um 0,4 Prozent an. Der EU-harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) kletterte im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 3,7 Prozent, nach schon 3,7 Prozent im November.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.361,56 (+1,01 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.417,22 (+0,85 Prozent) FTSE 100 (London): 5.657,44 (+0,37 Prozent) CAC40 (Paris): 3.225,00 (+0,89 Prozent) MIB (Mailand): 15.220,98 (+1,40 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.449,60 (-0,01 Prozent) SMI (Zürich): 6.031,24 (+0,58 Prozent) ATX (Wien): 1.924,00 (+0,02 Prozent) (16.01.2012/ac/n/m)

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