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Börse Frankfurt Schluss Solide Aufschläge, Automobilwerte gesucht

 |  17.01.2012, 18:21  |  1282 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes schalteten heute nach den Zugewinnen des Vortages erneut den Vorwärtsgang ein. Die Stimmung der Investoren wurde dabei insbesondere durch die guten ZEW-Daten beflügelt. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 1,82 Prozent auf 6.332,93 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 1,57 Prozent zu auf 9.721,84 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,90 Prozent nach oben auf 4.536,88 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 1,13 Prozent auf 733,36 Punkte nach oben kletterte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,11 Prozent auf 139,70 Zähler, während der Euro um 0,58 Prozent auf 1,2739 Dollar zulegte.

In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 1,02 Prozent im Plus. Morgen stehen in den USA unter anderem die MBA-Hypothekenanträge, der Erzeugerpreisindex, die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung auf der Agenda.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Januar 2012 klar verbessert. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 32,2 Punkte gestiegen und liegen nun bei -21,6 Punkten. Dieser Wert ist der beste seit Juli 2011, liegt aber immer noch unter dem historischen Mittelwert der Konjunkturerwartungen von 24,5 Punkten. Die gestiegenen ZEW-Konjunkturerwartungen deuten darauf hin, dass Deutschland in den nächsten sechs Monaten kein weiterer konjunktureller Abstieg, sondern eine Stabilisierung der Konjunktur auf dem derzeitigen Niveau bevorsteht. Auch die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich leicht verbessert. Der entsprechende Indikator steigt im Januar um 1,6 auf 28,4 Punkte. Für die Eurozone sind die Konjunkturerwartungen derweil gegenüber dem Vormonat um 21,6 auf nun -32,5 Punkte angestiegen. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum ist um 7,7 Punkte gefallen auf -51,8 Punkte.

Für METRO (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) ging es heute um 4,1 Prozent nach oben. Der Einzelhandelskonzern teilte mit, dass er die Gespräche mit Interessenten für die Übernahme seiner Warenhaustochter Galeria Kaufhof bis auf Weiteres eingestellt hat. Hintergrund für diese Entscheidung ist die nicht optimale Situation an den Finanzmärkten. Zugleich legte der Handelskonzern seine vorläufigen Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2011 vor. Der Konzernumsatz sank um 0,8 Prozent auf 66,7 Mrd. Euro. In Landeswährung erreichte der Umsatz das Niveau des Vorjahres (-0,2 Prozent). Im vierten Quartal 2011 ist der Umsatz der METRO GROUP infolge des schwachen Weihnachtsgeschäfts um 1,3 Prozent auf 19,5 Mrd. Euro zurückgegangen (in Landeswährung: -0,2 Prozent). Des Weiteren meldete SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) einen Zukauf. So soll mit der Akquisition der SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG (ISIN CH0024848738/ WKN A0JD78), eines weltweit führenden Anbieters von automatischen Prognose- und Bestellsystemen, die Anwendung SAP Forecasting and Replenishment um Funktionen ergänzt werden, mit denen Handelsunternehmen weltweit sowohl Lieferengpässe als auch Überschüsse vermeiden, ihre Kosten senken und für eine optimale Auslastung der Regale sorgen können. Das Papier des Softwarekonzerns verteuerte sich um 0,8 Prozent.

Ferner standen heute im DAX Automobilwerte im Blickfeld der Anleger. So müssen BMW (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) und Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) jeweils mehrere hunderttausend Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Allerdings zeigten sich die Investoren hiervon heute unbeeindruckt. Volkswagen fuhren um 2,4 Prozent vor, während sich BMW um 3,5 Prozent verbesserten. Unterdessen legten Daimler (ISIN DE000710000/ WKN 710000) um 3,8 Prozent zu. Mercedes-Benz Türk, eine Tochter von Daimler, kann einen weiteren Großauftrag verbuchen. So hat der türkische Obst- und Gemüsegroßhändler Cekok Gida 150 Mercedes-Benz Lkw des Typs Actros 1844 LS bestellt. Rund 90 Prozent seiner Gesamtflotte von über 240 Fahrzeugen besteht aus dem Mercedes-Benz Actros. Mit der Deutschen Börse AG und Munich Re notierten zuletzt nur zwei Titel knapp in der Verlustzone, während die Gewinnerliste von HeidelbergCement mit einem Aufschlag von 5,6 Prozent angeführt wurde.

GERRY WEBER (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) hat seinen vorläufigen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 um 13 Prozent gesteigert und damit einen neuen Rekordumsatz erzielt. Auch das operative Ergebnis hat sich deutlich erhöht. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein weiteres Wachstum erwartet. So erwartet der Konzern nach Vorlage vorläufiger Zahlen einen Umsatz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 von 702,7 Mio. Euro (Vorjahr: 621,9 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 19,6 Prozent auf 99,6 Mio. Euro. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 14,2 Prozent. Für das angelaufene Geschäftsjahr 2011/12 erwartet der Vorstand einen weiteren Umsatzsprung auf 775 Mio. Euro und eine Verbesserung der EBIT-Marge auf etwa 14,8 Prozent. Die Papiere des Modekonzerns verteuerten sich um 1,3 Prozent.

Daneben flogen EADS (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) um 0,8 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern verlautbarte, dass Airbus im Jahr 2011 insgesamt 534 Flugzeuge an 88 Kunden (davon zehn Neukunden) ausgeliefert und 1.419 Nettoaufträge verbucht hat. Damit wird 2011 zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des Unternehmens und zum zehnten Jahr in Folge, in dem eine Produktionssteigerung erzielt wurde. Kabel Deutschland (ISIN DE000KD88880/ WKN KD8888) beabsichtigt schließlich, ein Bankdarlehen in Höhe von 500 Mio. US-Dollar aufzunehmen, um bestehende Kredite abzulösen. Die Aktie des Kabelnetzbetreibers stieg um 0,9 Prozent.

Heidelberger Druckmaschinen (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) verbilligten sich um 1,4 Prozent. Der Konzern teilte mit, dass sein Vorstand, wie im November 2011 angekündigt, das Effizienzprogramm "FOCUS 2012" zur Erreichung der Profitabilitätsziele verabschiedet hat. Damit soll sichergestellt werden, dass nach wie vor im Geschäftsjahr 2013/14 das angestrebte operative Ergebnis vor Sondereinflüssen von rund 150 Mio. Euro erreicht wird und das Unternehmen auch in Zukunft seine führende Position eigenständig weiter ausbauen kann. Dabei sollen weltweit bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (1. Oktober bis 31. Dezember 2011) lagen nach vorläufigen Berechnungen der Auftragseingang mit rund 640 Mio. Euro und der Umsatz mit rund 630 Mio. Euro im Rahmen der abgeschwächten Erwartungen. Die Gewinnerliste im MDAX wurde von TUI mit einem Plus von 6,5 Prozent angeführt.

Nordex (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) legten im TecDAX um 8,8 Prozent zu, nachdem der Windanlagenbauer vom türkischen Kraftwerksbetreiber Bilgin Enerji einen Auftrag für die Lieferung von 20 Großturbinen seiner 2,5-MW-Baureihe erhalten hat. Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) gab derweil heute eine zweite strategische Vereinbarung mit der Harvard Universität und Brigham and Women`s Hospital zur Erforschung und Entwicklung neuer Biomarker und zur Behandlung von Nierenleiden bekannt. Die erste Zusammenarbeit "CureBeta" wurde im März 2011 zur Entwicklung neuer Diabetes-Therapien auf Basis der Regeneration von Beta-Zellen geschlossen und verläuft seither sehr erfolgreich. Die Anteilsscheine verteuerten sich um 0,2 Prozent.

DAX: 6.332,93 (+1,82 Prozent) MDAX: 9.721,84 (+1,57 Prozent) SDAX: 4.536,88 (+0,90 Prozent) TecDAX: 733,36 (+1,13 Prozent) (17.01.2012/ac/n/m)

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