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Börse Frankfurt Schluss Im Plus, Commerzbank +13 Prozent

 |  23.01.2012, 18:26  |  1696 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes konnten heute ihre moderaten Zugewinne verteidigen. Dabei richtete sich der Blick der Marktteilnehmer weiterhin auf die anhaltenden Schuldenverhandlungen Griechenlands. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 0,50 Prozent auf 6.436,62 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 0,57 Prozent zu auf 9.852,72 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,26 Prozent nach oben auf 4.666,59 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,50 Prozent auf 748,96 Punkte nach oben kletterte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,49 Prozent auf 137,44 Zähler, während der Euro um 1,13 Prozent auf 1,3032 Dollar zulegte.

In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,20 Prozent im Minus. Morgen stehen in den Deutschland der Dienstleistungsindex, Einkaufsmanagerindex sowie die Zahlen zum Bauhauptgewerbe auf der Agenda.

Die deutsche Bundesbank geht trotz eines konjunkturellen Dämpfers im Winterhalbjahr 2011/2012 für den Jahresauftakt 2012 von einer Seitwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft aus. Dies geht aus dem heute vorgelegten Monatsbericht hervor. Der Rückgang der industriellen Aufträge hat sich in den ersten beiden Monaten des vierten Quartals 2011 gegenüber dem Vorquartal deutlich abgeschwächt, und die Erwartung der gewerblichen Wirtschaft hat sich vom Zwischentief im Sommer etwas erholt, begründeten die Währungshüter ihre Einschätzung. Wie es weiter heißt, dürfte das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland im letzten Vierteljahr 2011 zum Stillstand gekommen sein. Nach dem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung im Sommer ist selbst ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht auszuschließen. Insbesondere die Industrie hat unter der nachlassenden globalen Wirtschaftsdynamik und den von der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum ausgehenden Irritationen gelitten. Hingegen dürfte die Bauwirtschaft weiterhin von einer hohen Nachfrage profitiert haben. Der private Verbrauch scheint sich trotz der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nach einer deutlichen Zunahme im Vorquartal kaum gesteigert zu haben.

Die Beschäftigungssituation in Deutschlands Informationswirtschaft stellt sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2012 überwiegend positiv dar. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, werden von den Unternehmen des Wirtschaftszweigs rund zwei Drittel die Anzahl ihrer Mitarbeiter unverändert lassen, 24 Prozent werden ihren Mitarbeiterbestand erhöhen und knapp 10 Prozent beabsichtigen die Anzahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Per Saldo planen somit 14 Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft ihren Personalbestand im ersten Quartal 2012 aufzustocken. Damit stabilisiert sich die bereits im vierten Quartal 2011 zu beobachtende positive Beschäftigungssituation.

Im DAX weiteten Anteile der Commerzbank ihre Kursgewinne auf 13 Prozent aus und verteidigten damit ihre Spitzenposition. Aktien von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) legten 0,4 Prozent zu. Der Stahlkonzern will einem Medienbericht zufolge offenbar seine Edelstahlsparte mit dem finnischen Wettbewerber Outokumpu Oy (ISIN FI0009002422/ WKN 885421) zusammenschließen. Dabei solle ein neuer Edelstahl-Weltmarktführer mit 18.000 Mitarbeitern und über 10 Mrd. Euro Umsatz entstehen. Outokumpu hat die entsprechenden Medienberichte inzwischen bestätigt. Die Deutsche Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) will einem Medienbericht zufolge durch die Zentralisierung ihrer Tochtergesellschaften jährlich Einsparungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro realisieren. Konzernchef Christoph Franz will demnach offenbar am 6. Februar ein neues Sparprogramm mit dem vorläufigen Titel "Profit Improvement" präsentieren. Papiere der Deutschen Lufthansa reagierten mit einem Kursplus von 1,9 Prozent.

Der Versorger RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) kommt Medienberichten zufolge mit seinem milliardenschweren Desinvestitionsprogramm voran. Der Konzern wolle Beteiligungen und Tochterunternehmen im Volumen von insgesamt 11 Mrd. Euro veräußern, wovon 9,5 Mrd. Euro noch ausstehen würden. In diesem Jahr werde es dabei Fortschritte geben, das gesamte Programm könne 2012 allerdings noch nicht abgearbeitet werden. Aktien von RWE verloren 2,4 Prozent an Wert und markierten damit das Indexende. Anteile des Konkurrenten E.ON fielen um 2,2 Prozent zurück. Der Software-Konzern SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) will seine sehr guten Geschäftszahlen für 2011 in den nächsten Jahren Presseangaben zufolge noch deutlich verbessern und sowohl bei Umsatz und Gewinn als auch bei der Rendite deutlich zulegen. Zudem soll der übernommene Datenbankspezialist Sybase stärker in den Mutterkonzern integriert werden. Aktien von SAP bewegten sich mit 0,4 Prozent im Plus. Papiere von Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) lagen derweil mit 0,5 Prozent geringfügig im Plus. Der Technologiekonzern gab heute bekannt, dass der aserbaidschanische Stahlproduzent Baku Steel bei Siemens VAI Metals Technologies einen neuen Elektrolichtbogenofen bestellt hat. Der Auftrag hat ein Volumen von mehreren Millionen Euro. Das Projekt soll im April 2013 abgeschlossen sein.

Im MDAX setzten sich Anteile von Wincor Nixdorf (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) mit einem Plus von 4 Prozent an die Indexspitze. Der Anbieter von IT-Lösungen und -Services für Retail-Banken und Handelsunternehmen gab heute bekannt, dass er das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartungsgemäß mit einem Rückgang beim Umsatz und operativem Ergebnis (EBITA) abgeschlossen hat. Während der Umsatz um 4 Prozent unter dem Wert des Vergleichszeitraums des Vorjahres lag, ging das EBITA - wie angekündigt - deutlich um 22 Prozent zurück. Indes wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Ferner verkündete der Konzern, dass die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2010/2011 wie im Vorjahr eine Dividendenauszahlung pro Aktie von 1,70 Euro erhalten.

Auf dem dritten Platz behaupteten sich Papiere der Hannover Rück (ISIN DE0008402215/ WKN 840221) mit einem Plus von 3,6 Prozent. Wie der Rückversicherer heute mitteilte, beläuft sich die Belastung aus der Schiffskaskoversicherung nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" auf ca. 30 Mio. Euro netto für das Unternehmen. Haftpflichtansprüche seien zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. Der Gesamtschaden für die Hannover Rück als einer der führenden Transportrückversicherer könnte sich daher auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen, hieß es.

Aktien von Kabel Deutschland (ISIN DE000KD88880/ WKN KD8888) fielen um 0,2 Prozent zurück. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurde über die Tochter Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH ein vorrangig besichertes, variabel verzinsliches Bankdarlehen in Höhe von 750 Mio. US-Dollar mit Fälligkeit am 1. Februar 2019 aufgenommen. GAGFAH gaben indes um 6,2 Prozent nach und mussten sich mit dem letzten Platz im MDAX zufrieden geben.

Im TecDAX legten Aktien von MorphoSys (ISIN DE0006632003/ WKN 663200) um 2,0 Prozent zu. Der Biotechnologiekonzern gab heute bekannt, dass das US-Patent- und Markenamt (USPTO) ein Patent zum Schutz seines Wirkstoffes MOR202 erteilt hat. Das Patent hat ohne Berücksichtigung möglicher regulatorischer Verlängerungen eine planmäßige Laufzeit bis 2028. An der Indexspitze behaupteten sich derweil Papiere von centrotherm mit einem Zugewinn von 3,7 Prozent. Die rote Laterne wurde indes von Gigaset mit einem Abschlag von 3,2 Prozent gehalten.

DAX: 6.436,62 (+0,50 Prozent) MDAX: 9.852,72 (+0,57 Prozent) SDAX: 4.666,59 (+1,26 Prozent) TecDAX: 748,96 (+0,50 Prozent) (23.01.2012/ac/n/m)

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