Der Betrug mit den Immobilienfonds
Derzeit bekomme ich andauernd Post von Finanzleuten, die ich gar nicht kenne. Und alle wollen etwas von mir kaufen. Die meisten meine Lehman-Brothers-Anleihe aus der Anmeldung beim Konkursrichter, doch jetzt kam auch ein Angebot für meinen geschlossenen Immobilienfonds.
Es ist ein verbindliches Kaufangbot. 10 % meines ursprünglichen Zeichnungsbetrages bietet man mir und verweist darauf, dass die Preise an der Fondsbörse deutlich niedriger lägen.
Das muss man sich einmal vorstellen: Für einen im Jahr 1993 gezeichneten geschlossenen Immobilienfonds gibt es derzeit noch 10 % der ursprünglichen Zeichnungssumme. Ich hatte diesen Fonds bereits ausführlich in meinem Finanzkrisenbuch beschrieben und schildere daher hier nur den Rattenschwanz.
Dieser Fonds war der Beste der Besten. Vollvermietung garantiert bis 2015 von Mieter bester Bonität. Es ist auch nichts passiert, und trotzdem ist das Ding jetzt kaum noch etwas wert. Inklusive Steuervorteil und Ausschüttungen komme ich vielleicht auf 80 % der ursprünglichen Zeichnungssumme.
Wenn alles gut läuft, bekomme ich am Ende vielleicht gerade meinen Einsatz wieder heraus. Mit einer einfachen stinknormalen Bundesanleihe hätte ich seitdem mein Kapital verdoppelt.
So viel zu geschlossenen Immobilienfonds. Zum Glück habe ich das nur bei einem mit Minimaleinsatz versucht. Und ich möchte lieber nicht wissen, wie die Fonds gelaufen sind, die nicht so gut ausgestattet waren.

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