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ROUNDUP Pharmakonzern Novartis vor schwierigen Zeiten - Gewinnrückgang 2011

Autor: dpa-AFX
 |  25.01.2012, 14:37  |  390 Aufrufe  |   0  | 

(Neu: weitere Aussagen des Managements, neuer Aktienkurs, weitere Details)

BASEL (dpa-AFX) - Die fetten Jahren scheinen für den Schweizer Pharmakonzern Novartis erstmal vorbei: Die Konkurrenz billigerer Nachahmermittel und Abschreibungen in Milliardenhöhe haben bei dem Roche-Konkurrenten zu einem Gewinnrückgang geführt. Der Reingewinn fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr um sieben Prozent auf 9,24 Milliarden US-Dollar (7,1 Mrd. Euro). Alleine im Schlussquartal brach der Gewinn um fast die Hälfte Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar ein, wie Novartis am Mittwoch mitteilte. 'Im vierten Quartal erlebten wir einige Enttäuschungen', sagte Konzernchef Joseph Jimenez. Alleine im Schlussquartal musste der Konzern gut eine Milliarde Dollar auf neue Medikamenten, die die Erwartungen nicht erfüllt haben, abschreiben.

Und 2012 ist keine Besserung in Sicht: Wegen auslaufender Patente und der Einbußen beim Nachfolgeprodukt des Blutdrucksenkers Diovan, Rasilez/Tekturna wird der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Die Ertragsentwicklung bleibt dahinter zurück: 'Die operative Kerngewinnmarge des Konzerns dürfte bei konstanten Wechselkursen geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2011 liegen', sagte Jimenez. Der Kerngewinn gibt den Überschuss vor Sonderposten an. Beim Umsatz verbuchte der in Dollar bilanzierende größte europäische Pharmakonzern im vergangenen Jahr dagegen ein prozentual zweistelliges Wachstum.

Probleme bereitet dem Konzern, dass das bisher umsatzstärkste Medikament Diovan, das im September den Patentschutz in den USA verlieren wird, durch billigere Generika ersetzt werden kann. Der in der Entwicklung befindliche Nachfolger für den Blutdrucksenker erwies sich als Fehlschlag. Mit dem vor gut 15 Jahren eingeführten Medikament hatte Novartis im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Auf rund 2,5 Milliarden Dollar bezifferte Jimenez den für 2012 erwarteten Umsatzrückgang für Diovan und das Krebsmedikament Femara.

An der Börse in Zürich geriet die Aktie mit minus 3,37 Prozent auf 50,25 Franken unter Druck. Novartis habe einen schwachen Ausblick gegeben, schrieben die Analysten von Standard&Poor's und senkten das Kursziel von 57 auf 54 Franken. Einige Investoren hatten zudem eine höhere Dividende erhofft. Diese soll von 2,20 auf 2,25 Franken je Aktie steigen. Es ist die 15. Erhöhung in Folge. Die Konsensschätzungen waren von einer Anhebung auf 2,40 Franken ausgegangen.

Beim Umsatz profitierte Novartis von der Übernahme des Augenmittelherstellers Alcon und neueren Medikamenten. Der Erlös kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 16 Prozent auf 58,5 Milliarden Dollar. Seit 2007 eingeführte Produkte trugen rund ein Viertel zum Konzernumsatz bei. Die Pharma-Sparte, die für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes steht, soll nach Aussage Jimenez' künftig 'am oberen Ende der Branchenentwicklung' wachsen. 2011 konnte die Sparte ihren Umsatz um sieben Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar und damit stärker als das Branchenwachstum steigern.

Novartis will mit den jüngst angekündigten Stellenstreichungen und weiteren Kosteneinsparungen den Erlösrückgang von Diovan sowie die jüngsten Entwicklungsrückschläge auffangen. In den USA wird das Pharmageschäft neu aufgestellt und fast 2.000 Stellen gestrichen, hieß es vor wenigen Tagen. Bereits mit Veröffentlichung der Neunmonatszahlen hatte das Management die Streichung von 2.000 Stellen - hauptsächlich in den USA und in der Schweiz - angekündigt. Im laufenden Jahr sollen die Kosten um 1,5 Milliarden bis 2,5 Milliarden Dollar gesenkt werden. 2011 hatte Novartis bereits 2,6 Milliarden Dollar eingespart. Einen weiteren Stellenabbau soll es nicht geben.

Novartis ist der erste europäische Pharmakonzern, der sein Jahresergebnis vorgelegt hat. Am Dienstag hatte der US-Konzern Johnson & Johnson seine Zahlen veröffentlicht und dabei über einen deutlichen Gewinnrückgang berichtet. Gründe waren ein Rückruf fehlerhafter Hüftimplantate und Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des Schweizer Medizintechnikunternehmens Synthes ./ep/stb

--- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX ---

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