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!Derivate-Magazin Rettet US-Aufschwung die Weltwirtschaft?

 |  25.01.2012, 23:02  |  1416 Aufrufe  |   1  | 

In der Vergangenheit war es nicht selten so, dass die amerikanische Volkswirtschaft unter den etablierten Industrie-Nationen diejenige war, die von einer robusten weltweiten konjunkturellen Lage mit am stärksten profitiert hatte. Nicht selten lagen die Zuwachsraten doppelt so hoch wie beispielsweise in den Ländern der alten Welt.

Der jüngste Aufschwung zwischen Frühjahr 2009 und Sommer letzten Jahres ging an den Vereinigten Staaten hingegen größtenteils vorbei. Doch dafür sieht es aktuell im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wirtschaftlich sehr viel besser aus als in Europa.

Während insbesondere in der Euro-Zone ein Land nach dem anderen in die Rezession abzugleiten scheint (nicht einmal Top-Staaten wie Deutschland, Frankreich, die Niederlande oder Österreich sind dagegen gefeilt), wächst die Wirtschaft in den USA mit einer bemerkenswerten Dynamik. Im dritten Quartal des letzten Jahres konnte die Wirtschaftsleistung um beachtliche 1,8 Prozent gesteigert werden. Und da auch nahezu alle volkswirtschaftlichen Früh-Indikatoren positive Signale geben, dürften die Staaten vom Rezessionsgespenst verschont bleiben.

Natürlich ist auch in Übersee nicht alles Gold was glänzt: So bremst unter anderem der nach wie vor schwache Immobilienmarkt die konjunkturelle Entwicklung. Hinzu kommt, dass auch die USA um Sparmaßnahmen nicht herumkommen. Derzeit wird insbesondere der Militäretat erkennbar gekürzt, was aber erst der Anfang sein dürfte. Weitere Sparmaßnahmen, die vor allem den sozialen Bereich betreffen, dürften zu einer nachlassenden Konsumfreude unter den Bürgern führen. Und da der inländische Konsum für mehr als zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, könnten die Zuwachsraten in 2012 schlussendlich doch bescheidener ausfallen als derzeit vermutet.

Aber gut: Soweit sind wir noch nicht. Zur Stunde konzentrieren sich die Märkte auf die guten Konjunkturdaten aus der neuen Welt. Und auch wenn der US-Aufschwung sicherlich maßlos damit überlastet wäre, die gesamte Weltwirtschaft zu retten, hat es den Anschein, als könnte er zumindest die weltweiten Aktienmärkte stabilisieren. Denn diese legten bisher eine erstaunliche Jahresanfangs-Rallye aufs Börsenparkett, die im Besonderen bemerkenswert ist, wenn man berücksichtigt, wie trist sich die wirtschaftliche Situation in Europa darstellt. Momentan hat es etwas den Anschein, als koppelten sich die europäischen Aktienmärkte – getrieben von den USA – von der Realwirtschaft in der alten Welt ab. Wie lange das noch gut geht, werden wir im Verlauf dieses Jahres sehen. Und sobald wieder über die Zahlungsunfähigkeit der Supermacht spekuliert wird, werden die Karten wahrscheinlich ohnehin noch einmal neu gemischt.

Marc Nitzsche


Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 25.Januar 2012

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Kommentare

wallstone
25.01.12, 23:30
Ja das kann passieren !

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