Wall Street nach Zahlenflut uneinheitlich
Nach einer regelrechten Flut von Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten können sich die Aktien an der New Yorker Wall Street am Donnerstag nicht für eine klare Richtung entscheiden. Nach positivem Auftakt präsentieren sich die US-Indizes im laufenden Handel uneinheitlich. Der Dow Jones gewinnt 0,26 Prozent auf 12.789 Punkte, während der Nasdaq Composite um 0,14 Prozent auf 2.814 Zähler nachgibt. Der S&P 500 notiert 0,18 Prozent schwächer bei 1.324 Punkten.Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 21. Januar 2012 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 21.000 auf 377.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 375.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 352.000 auf 356.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt schrumpfte um 2.500 auf 377.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.
Unterdessen ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Dezember nach Angaben des Handelsministeriums mit vermindertem Tempo angestiegen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 3,0 Prozent über dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur eine Zunahme um 2,0 Prozent prognostiziert hatten. Für November war ein Auftragsplus von revidiert 4,3 (vorläufig: 3,7) Prozent ermittelt worden.
Des Weiteren ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für Dezember 2011 einen Anstieg beim National Activity Index gegenüber dem Vormonat. So hat sich der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) auf +0,17 Punkte verbessert, nachdem für November ein Wert von revidiert -0,46 Punkten ausgewiesen worden war. Im Drei-Monats-Durchschnitt, der monatliche Schwankungen ausgleicht, wurde beim CFNAI ein Wert von -0,08 Punkten ausgewiesen, nach revidiert -0,19 Zählern im November.
Daneben sind die US-Frühindikatoren im Dezember 2011 erneut gestiegen. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,4 Prozent, während Volkswirte sogar ein Plus von 0,7 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,2 Prozent ermittelt worden.
Dagegen hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im Dezember 2011 reduziert. Wie das Commerce Department mitteilte, sank die Zahl gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent auf 307.000 Häuser, während Volkswirte eine Zahl von 321.000 erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 314.000 (vorläufig: 315.000) Häusern ermittelt worden.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab es noch einige interessante Quartalsberichte. Symantec (ISIN US8715031089/ WKN 879358) geben nach Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2011/12 um 0,6 Prozent nach. Der Software-Konzern konnte in diesem Zeitraum den Nettogewinn und den Umsatz steigern. Überzeugen konnte auch der Werkzeughersteller Stanley Black & Decker (ISIN US8545021011/ WKN A1CTQA). So hat man den Gewinn im vierten Quartal um fast 20 Prozent verbessert, was auf stärkere Umsätze, höhere Preise sowie eine Übernahme zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Das Papier verbilligt sich dennoch um 1,0 Prozent.
Heute ging die Zahlenflut bereits vor Handelseröffnung weiter. Schlecht verbunden sind dabei die Aktionäre des Telekommunikationskonzerns AT&T (ISIN US00206R1023/ WKN A0HL9Z). So gibt ihre Aktie um 2,2 Prozent nach, nachdem der Konzern im vierten Quartal 2011 infolge von Sondereffekten ein negatives Ergebnis ausweisen musste. Der Umsatz stieg auf 32,51 Mrd. US-Dollar, nach 31,36 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig betrug der Nettoverlust 6,68 Mrd. US-Dollar bzw. 1,12 US-Dollar je Aktie, gegenüber einem Vorjahresgewinn von 1,09 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte belief sich das EPS auf 42 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 43 Cents sowie Umsätze von 31,95 Mrd. US-Dollar erwartet.
Die Aktie von Caterpillar (ISIN US1491231015/ WKN 850598) rückt um 2,7 Prozent vor und ist damit der größte Gewinner im Dow Jones. Der Baumaschinenhersteller hat im vierten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg erzielt. So verbesserte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 17,24 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn legte auf 1,55 Mrd. US-Dollar bzw. 2,32 US-Dollar je Aktie zu, nach 968 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 2,25 US-Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,73 US-Dollar sowie einen Umsatz von 16,05 Mrd. US-Dollar erwartet. 3M (ISIN US88579Y1010/ WKN 851745) gewinnen 1,4 Prozent an Wert. Der Mischkonzern steigerte im vierten Quartal seinen Umsatz und Gewinn. Auf der Gewinnseite wurden die Schätzungen der Analysten dabei geschlagen.
Lockheed Martin (ISIN US5398301094/ WKN 894648) verbessern sich um 1,4 Prozent. Der Rüstungskonzern musste im vierten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen, was auf Sonderbelastungen und rückläufige Umsätze zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Positiv überraschen konnte daneben auch der Zahlenausweis des Wettbewerbers Raytheon (ISIN US7551115071/ WKN 785159). Der Rüstungskonzern hat seinen Gewinn im vierten Quartal erhöht. Dabei profitierte man von einer verbesserten Effizienz und geringeren Kosten. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis klar geschlagen. Die Aktie gibt jedoch um 0,2 Prozent nach.
United Continental (ISIN US9100471096/ WKN A1C6TV) steigen indes um 7,4 Prozent. Die Muttergesellschaft der beiden Fluglinien United Airlines und Continental Airlines hat im abgelaufenen Quartal trotz erhöhter Treibstoffkosten einen geringeren Verlust verbucht. Dabei profitierte man von niedrigeren Sonderbelastungen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen klar geschlagen.
Colgate-Palmolive (ISIN US1941621039/ WKN 850667) musste im vierten Quartal trotz eines Umsatzwachstums einen leichten Gewinnrückgang verbuchen, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen erfüllt. Der Titel des Konsumgüterherstellers verbessert sich um 2,3 Prozent. Time Warner Cable (ISIN US88732J2078/ WKN A0RGAZ) machen daneben einen Sprung um 7,3 Prozent nach oben. Der Kabelnetzbetreiber hat im abgelaufenen Quartal einen klaren Gewinnzuwachs erwirtschaftet, was auf gestiegene Umsätze zurückzuführen war. Zudem wurde ein Aktienrückkauf angekündigt.
Bristol-Myers Squibb (ISIN US1101221083/ WKN 850501) verzeichnen leichte Einbußen von 0,2 Prozent. Der Pharmakonzern hat im vierten Quartal sein Vorjahresergebnis deutlich übertroffen. Allerdings konnten die Erwartungen der Analysten trotzdem nicht erreicht werden. AmerisourceBergen (ISIN US03073E1055/ WKN 766149) geben derweil um 2,5 Prozent nach. Der Pharmagroßhändler hat zwar im ersten Quartal mit einen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielt und im Anschluss die Jahresprognose bestätigt. Allerdings wurden die Gewinnschätzungen der Analysten knapp verfehlt.
Für die Aktie des Generika-Herstellers Baxter International (ISIN US0718131099/ WKN 853815) geht es um 2,0 Prozent nach oben. Der Konzern wartete im abgelaufenen Quartal mit einem Gewinnanstieg auf. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen der Analysten getroffen. Nachbörslich werden heute u.a. noch die Zahlenausweise von Eastman Chemical, Juniper Networks und Starbucks erwartet.
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