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Wall Street schließen nach durchwachsenen Wirtschaftsdaten leichter

 |  26.01.2012, 22:21  |  1142 Aufrufe  |   0  | 
Am Donnerstag stand an der Wall Street eine regelrechte Flut von Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten an. Eher durchwachsene Wirtschaftsdaten sorgten dafür, dass die US-Indizes nach freundlichem Beginn ins Minus rutschten. Der Dow Jones verlor 0,18 Prozent auf 12.734,63 Punkte, während der Nasdaq Composite um 0,46 Prozent auf 2.805,28 Zähler nachgab. Der S&P 500 schloss 0,57 Prozent schwächer bei 1.318,45 Punkten.

Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 21. Januar 2012 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 21.000 auf 377.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 375.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 352.000 auf 356.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt schrumpfte um 2.500 auf 377.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.

Unterdessen ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Dezember nach Angaben des Handelsministeriums mit vermindertem Tempo angestiegen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 3,0 Prozent über dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur eine Zunahme um 2,0 Prozent prognostiziert hatten. Für November war ein Auftragsplus von revidiert 4,3 (vorläufig: 3,7) Prozent ermittelt worden.

Des Weiteren ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für Dezember 2011 einen Anstieg beim National Activity Index gegenüber dem Vormonat. So hat sich der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) auf +0,17 Punkte verbessert, nachdem für November ein Wert von revidiert -0,46 Punkten ausgewiesen worden war. Im Drei-Monats-Durchschnitt, der monatliche Schwankungen ausgleicht, wurde beim CFNAI ein Wert von -0,08 Punkten ausgewiesen, nach revidiert -0,19 Zählern im November.

Daneben sind die US-Frühindikatoren im Dezember 2011 erneut gestiegen. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,4 Prozent, während Volkswirte sogar ein Plus von 0,7 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,2 Prozent ermittelt worden.

Dagegen hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im Dezember 2011 reduziert. Wie das Commerce Department mitteilte, sank die Zahl gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent auf 307.000 Häuser, während Volkswirte eine Zahl von 321.000 erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 314.000 (vorläufig: 315.000) Häusern ermittelt worden.

Bereits gestern nach Börsenschluss gab es noch einige interessante Quartalsberichte. Symantec (ISIN US8715031089/ WKN 879358) gaben nach Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2011/12 um 1,1 Prozent nach. Der Software-Konzern konnte in diesem Zeitraum den Nettogewinn und den Umsatz steigern. Überzeugen konnte auch der Werkzeughersteller Stanley Black & Decker (ISIN US8545021011/ WKN A1CTQA). So hat man den Gewinn im vierten Quartal um fast 20 Prozent verbessert, was auf stärkere Umsätze, höhere Preise sowie eine Übernahme zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Das Papier gewann 0,3 Prozent.

Heute ging die Zahlenflut bereits vor Handelseröffnung weiter. Schlecht verbunden waren dabei die Aktionäre des Telekommunikationskonzerns AT&T (ISIN US00206R1023/ WKN A0HL9Z). So gab die Aktie um 2,5 Prozent nach, nachdem der Konzern im vierten Quartal 2011 infolge von Sondereffekten ein negatives Ergebnis ausweisen musste. Der Umsatz stieg auf 32,51 Mrd. US-Dollar, nach 31,36 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig betrug der Nettoverlust 6,68 Mrd. US-Dollar bzw. 1,12 US-Dollar je Aktie, gegenüber einem Vorjahresgewinn von 1,09 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte belief sich das EPS auf 42 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 43 Cents sowie Umsätze von 31,95 Mrd. US-Dollar erwartet.

Die Aktie von Caterpillar (ISIN US1491231015/ WKN 850598) rückte um 2,2 Prozent vor und war damit der größte Gewinner im Dow Jones. Der Baumaschinenhersteller hat im vierten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg erzielt. So verbesserte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 17,24 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn legte auf 1,55 Mrd. US-Dollar bzw. 2,32 US-Dollar je Aktie zu, nach 968 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 2,25 US-Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,73 US-Dollar sowie einen Umsatz von 16,05 Mrd. US-Dollar erwartet. 3M (ISIN US88579Y1010/ WKN 851745) gewannen 1,3 Prozent an Wert. Der Mischkonzern steigerte im vierten Quartal seinen Umsatz und Gewinn. Auf der Gewinnseite wurden die Schätzungen der Analysten dabei geschlagen.

Der Biotechkonzern Celgene Corp. (ISIN US1510201049/ WKN 881244) legte am Donnerstag die Ergebnisse für das abgelaufene vierte Quartal 2011 vor und gab einen Ausblick für das laufende Jahr 2012. Das auf Krebsmittel spezialisierte Biotechunternehmen steigerte Umsatz im Berichtszeitraum von 1,07 Mrd. US-Dollar um 20 Prozent auf 1,28 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn stieg um 96 Prozent auf 410,2 Mio. US-Dollar bzw. 91 Cents je Aktie, nach 209,6 Mio. US-Dollar bzw. 44 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn verbesserte sich um 38 Prozent auf 473 Mio. US-Dollar bzw. 1,05 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld ein Ergebnis von 1,06 US-Dollar je Aktie bei Erlösen von 1,29 Mrd. Dollar prognostiziert. Für das laufende Jahr 2012 erwartet Celgene einen Umsatz zwischen 5,4 und 5,6 Mrd. US-Dollar und ein Ergebnis von 4,70 bis 4,80 US-Dollar je Aktie. Analysten prognostizieren derzeit einen Gewinn von 4,70 US-Dollar je Aktie und Umsätze von 5,48 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus kündigte Celgene die Übernahme von Avila Therapeutics Inc. an. Für das nicht börsennotierte Unternehmen bezahlt der Konzern 350 Mio. US-Dollar in bar. Darüber hinaus werden Meilensteinzahlungen von bis 575 Mio. US-Dollar fällig, die an die Entwicklung neuer Wirkstoffe gekoppelt sind. Durch die Übernahme, die im ersten Quartal abgeschlossen werden soll, erwartet Celgene keine Auswirkungen auf den Gewinn im laufenden Jahr. Die Celgene-Aktie verlor 1,5 Prozent.

Die Aktie von SanDisk Corp. (ISIN US80004C1018/ WKN 897826) brach um 11,3 Prozent ein. Der amerikanische Speicherchip-Hersteller konnte mit seinen Zahlen zwar die Gewinnerwartungen übertreffen, der Ausblick enttäuschte jedoch. Der Nettogewinn sank im vierten Quartal um 42 Prozent auf 281,2 Mio. US-Dollar bzw. 1,14 US-Dollar je Aktie, verglichen mit 485,5 Mio. US-Dollar bzw. 2,01 US-Dollar je Aktie im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn bei 1,29 US-Dollar pro Aktie. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum von 1,33 Mrd. US-Dollar um 19 Prozent auf 1,58 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld lediglich von einem Gewinn von 1,12 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von 1,46 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Enttäuschend fiel dagegen die Umsatzprognose für das laufende Jahr 2012 aus. Weil sich dem Unternehmen zufolge die Nachfrage bei einigen Kunden zuletzt abgeschwächt hat, rechnet Sandisk mit negativen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der Konzern für das laufende Geschäftsjahr 2012 Erlöse zwischen 6,2 und 6,6 Mrd. US-Dollar. Analysten erwarten dagegen im Schnitt Umsätze von 6,66 Mrd. US-Dollar.

Lockheed Martin (ISIN US5398301094/ WKN 894648) verbesserten sich um 0,9 Prozent. Der Rüstungskonzern musste im vierten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen, was auf Sonderbelastungen und rückläufige Umsätze zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Positiv überraschen konnte daneben auch der Zahlenausweis des Wettbewerbers Raytheon (ISIN US7551115071/ WKN 785159). Der Rüstungskonzern hat seinen Gewinn im vierten Quartal erhöht. Dabei profitierte man von einer verbesserten Effizienz und geringeren Kosten. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis klar geschlagen. Die Aktie verbesserte sich um 0,3 Prozent.

United Continental (ISIN US9100471096/ WKN A1C6TV) stiegen indes um 6,4 Prozent. Die Muttergesellschaft der beiden Fluglinien United Airlines und Continental Airlines hat im abgelaufenen Quartal trotz erhöhter Treibstoffkosten einen geringeren Verlust verbucht. Dabei profitierte man von niedrigeren Sonderbelastungen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen klar geschlagen.

Colgate-Palmolive (ISIN US1941621039/ WKN 850667) musste im vierten Quartal trotz eines Umsatzwachstums einen leichten Gewinnrückgang verbuchen, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen erfüllt. Der Titel des Konsumgüterherstellers verbesserte sich um 2,2 Prozent. Time Warner Cable (ISIN US88732J2078/ WKN A0RGAZ) machten daneben einen Sprung um 7,8 Prozent nach oben. Der Kabelnetzbetreiber hat im abgelaufenen Quartal einen klaren Gewinnzuwachs erwirtschaftet, was auf gestiegene Umsätze zurückzuführen war. Zudem wurden ein Aktienrückkauf und eine Dividendenerhöhung angekündigt.

Bristol-Myers Squibb (ISIN US1101221083/ WKN 850501) verzeichneten Einbußen von 0,7 Prozent. Der Pharmakonzern hat im vierten Quartal sein Vorjahresergebnis deutlich übertroffen. Allerdings konnten die Erwartungen der Analysten trotzdem nicht erreicht werden. AmerisourceBergen (ISIN US03073E1055/ WKN 766149) gaben derweil um 1,8 Prozent nach. Der Pharmagroßhändler hat zwar im ersten Quartal mit einen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielt und im Anschluss die Jahresprognose bestätigt. Allerdings wurden die Gewinnschätzungen der Analysten knapp verfehlt.

Für die Aktie des Generika-Herstellers Baxter International (ISIN US0718131099/ WKN 853815) ging es um 24 Prozent nach oben. Der Konzern wartete im abgelaufenen Quartal mit einem Gewinnanstieg auf. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen der Analysten getroffen.
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