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Berichtssaison Sanochemia kommt nicht vom Fleck

 |  27.01.2012, 12:54  |  2315 Aufrufe  |   0  | 

Sanochemia zeigt gute Wachstumsraten, vor allem im Radiologie-Segment. Dennoch liefert die Aktie keine Phantasie, was vor allem auch Bewertungsgründe hat.

 

Die in Österreich beheimatete Sanochemia Pharmazeutika bestätigte dieser Tage die vorläufigen Zahlen, die man bereits Mitte Dezember in den Markt gegeben hatte. Danach konnte das Geschäftsjahr 2010/2011 mit Ende September profitabel beendet werden. Der Umsatz legte um rund 26% auf 34,1 Mio. Euro zu, während das EBITDA mit 5,2 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gut verdoppelt werden konnte.

Der Erfolg basierte dabei vor allem auf zwei Faktoren. Zum einen zeigte der Bereich Radiologie ein extrem starkes Exportwachstum. Hier wurden die Ausfuhren um 75% gesteigert. Die Hälfte der exportierten Produkte stammt dabei aus dem Segment Humanpharmazeutik. Einen weiteren Pluspunkt bot die Integration des Unternehmens Alvetra, das man kurz vor Geschäftsjahres-Ultimo übernommen hatte. Dieses Unternehmen ist auf veterinärmedizinische Produkte spezialisiert und schafft damit im Umsatzmix von Sanochemia gleich ein neues Segment, das einen Umsatzanteil von immerhin 15% auf sich vereinigt.

Was noch fehlte, war ein etwas optimistischerer Ausblick. Zwar gab es keine echte Warnung, aber eben auch keine konkreten Zahlen. Das Management begründete dies vor allem mit möglichen Tendenzen in den Euro-Staaten und hier natürlich mit der Schuldenkrise. Das ist in der Sache richtig, doch verpasst man damit eine gute Chance, dem Markt wieder etwas mehr Investment-Phantasie zu liefern.

Denn diese ist trotz der guten fundamentalen Ausgangslage komplett abhanden gekommen. Wozu auch beitragen dürfte, dass die Aktie mit einem KGV von 32 mehr als üppig bewertet wird. So liegt der Aktienkurs auch seit geraumer Zeit wie erstarrt da. Durchaus auch ein Ergebnis der eher missglückten Kapitalerhöhung im Frühjahr letzten Jahres. Und aktuell ist auch keine Besserung in Sicht.

Aktienkurs Sanochemia in EUR

Wobei dies nicht mal auf das operative Geschäft zu schieben ist. Doch dem Aktienkurs richtig Leben einhauchen könnte in dieser Situation wohl nur eine gewisse Übernahmephantasie. Doch bei einem relativ geringen Streubesitz von nicht mal einem Drittel der Aktien ist das eher unwahrscheinlich. Zumal die Mehrheitseigentümerin Sanochemia Ltd. bislang keine Signale einer Verkaufsbereitschaft sendete. Da bleibt nur eins: Abwarten und schauen, ob sich Sanochemia auf absehbare Zeit wieder aus der Sackgasse herausbewegen kann.

Mit besten Grüssen

Carsten Müller

Herausgeber "alphabriefe"

 

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Hinweis laut §34b WpHG: Der Autor ist in den entsprechenden Wertpapieren / Basiswerten nicht investiert. Es liegt daher kein Interessenskonflikt vor. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

 

 

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Autor

Carsten Müller ist Geschäftsführer bei FM Research und Herausgeber der wöchentlichen Börsenbriefe „alpha anleihen“, „alpha nebenwerte“ und "alpha CFDaily". Weitere Infos unter: www.alphabriefe.de.