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Börse Frankfurt am Morgen Abschläge, HOCHTIEF im Blick

 |  30.01.2012, 09:59  |  855 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben einen schwächeren Start in die neue Handelswoche erwischt. Die drohende Staatspleite Griechenlands drückt dabei auf die Stimmung der Investoren. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verliert aktuell 0,76 Prozent auf 6.462,21 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,53 Prozent auf 9.888,01 Stellen fällt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,04 Prozent auf 4.734,43 Zähler nach unten. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verschlechtert sich um 0,09 Prozent auf 743,87 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,18 Prozent auf 139,14 Punkte, während sich der Euro um 0,44 Prozent auf 1,3148 US-Dollar verbilligt.

Der deutsche Großhandelsumsatz ist im Dezember 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit abgebremstem Tempo gestiegen. Im Vormonatsvergleich wuchs der kalender- und saisonbereinigte Großhandelsumsatz nominal um 0,2 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,5 Prozent im November 2011 und einem unveränderten Umsatzniveau im Dezember 2010. Real stieg der Umsatz binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent, während er im November 2011 um 0,1 Prozent geklettert und im Vorjahresmonat um 1,0 Prozent gesunken war. Auf Jahressicht kletterte der vorläufige Umsatz nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, um 3,2 Prozent, nach 5,4 Prozent im Vormonat und 14,0 Prozent im Vorjahresmonat. Real, d.h. in konstanten Preisen, wurde 1,9 Prozent mehr verkauft als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im November 2011 hatten die realen Umsatzerlöse um 2,5 Prozent und im Dezember 2010 um 6,0 Prozent zugelegt. Im Gesamtjahr 2011 setzte der Großhandel nominal 8,2 Prozent und real 2,5 Prozent mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Nach den moderaten Kursverlusten vom Vortag ging es für die wichtigsten US-Indizes am Freitag erneut mehrheitlich nach unten. Die Stimmung der Investoren wurde dabei insbesondere durch enttäuschend ausgefallene BIP-Daten belastet. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,58 Prozent auf 12.660,46 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) 0,40 Prozent auf 2.816,55 Zähler zulegte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) notierte 0,16 Prozent schwächer bei 1.316,33 Punkten.

Die Deutsche Bahn verhandelt einem Medienbericht zufolge offenbar mit dem Technologiekonzern Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610), ob sie einen kompletten ICE-3-Zug der neuesten Generation gratis bekommen kann. Wie es heißt, soll es sich dabei um eine Art von "Strafzahlung" handeln, da Hersteller Siemens wegen technischer Probleme sechzehn bereits bestellte und bezahlte ICE-3-Züge (Wert: 500 Mio. Euro) nicht fristgerecht liefern kann. Der Titel verliert 0,7 Prozent an Wert. An der Indexspitze legen RWE um 1 Prozent zu, während auf den letzten beiden Plätzen Commerzbank und Deutsche Bank jeweils um 3,4 Prozent nachgeben.

Aus dem MDAX meldete sich HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) bereits gestern mit Zahlen zu Wort. So gab der Baukonzern bekannt, dass er trotz einer guten operativen Performance die Verluste seiner Tochter Leighton Holdings (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) nicht vollständig kompensieren konnte. Im vierten Quartal haben sich zusätzliche Sondereffekte ergeben. Dazu zählen neben Ergebnisbeeinträchtigungen bei Leighton Aufwendungen für ausgeschiedene HOCHTIEF-Vorstandsmitglieder. Leighton hatte am 16. Januar 2012 Abschreibungen für die Tochter in Dubai und für die Betreibergesellschaft BrisConnections gemeldet (negativer Effekt auf den Gewinn vor Steuern in Höhe von ca. 89 Mio. Euro). Zudem stieg der Gesamtbetrag für Aufwendungen durch ausgeübte Sonderkündigungsrechte ehemaliger Vorstandsmitglieder aufgrund des Kontrollwechsels im letzten Quartal um ca. 19 Mio. Euro auf etwa 35 Mio. Euro. HOCHTIEF erwartet nun für das Jahr 2011 einen Verlust vor Steuern von etwa 130 Mio. Euro (bislang angekündigt: Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich) sowie einen Konzernverlust von ca. 160 Mio. Euro (bislang angekündigt: ca. -100 Mio. Euro). Das Papier verschlechtert sich um 3,2 Prozent.

zooplus (ISIN DE0005111702/ WKN 511170) konnte nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2011 planmäßig eine Gesamtleistung von über 250 Mio. Euro erreichen. So kletterte die Gesamtleistung auf 256,2 Mio. Euro. Diese resultiert aus Umsatzerlösen durch den Online-Verkauf von Heimtierprodukten in Höhe von 244,8 Mio. Euro sowie aus 11,4 Mio. Euro an sonstigen betrieblichen Erträgen. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von rund 32 Prozent. Die Aktie des Tierbedarfshändlers verbilligt sich um 0,6 Prozent. Daneben geben Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) um 0,3 Prozent nach. Der Lackieranlagenspezialist konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und EBIT deutlich steigern. Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) schießen um 14 Prozent nach oben. Der Konzern meldete am Samstag, dass er sich mit einem Bankenkonsortium unter Leitung der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) im Rahmen eines Term Sheets geeinigt hat, die bisher bestehenden bilateralen Kreditlinien in eine gemeinsame Kreditvereinbarung zu überführen. Praktiker hat damit die Sicherheit, etwaige Finanzierungsspitzen, die typischerweise im Vorfeld der anstehenden Frühjahrssaison anfallen können, über kurzfristigen Zugriff auf diese Kontokorrentlinien abdecken und überbrücken zu können.

DAX: 6.462,21 (-0,76 Prozent) MDAX: 9.888,01 (-0,53 Prozent) SDAX: 4.734,43 (-0,04 Prozent) TecDAX: 743,87 (-0,09 Prozent) (30.01.2012/ac/n/m)

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