Börse Frankfurt am Mittag Weiter im Minus, Volkswagen fahren vor
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben einen schwächeren Start in die neue Handelswoche erwischt und notieren am Montag auch zur Mittagszeit in der Verlustzone. Die Anleger halten sich vor dem Hintergrund des anstehenden EU-Gipfels mit größeren Neuengagements zurück. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verliert aktuell 0,55 Prozent auf 6.475,86 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,98 Prozent auf 9.843,19 Stellen fällt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,55 Prozent auf 4.710,01 Zähler nach unten. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verschlechtert sich um 0,21 Prozent auf 743,00 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,50 Prozent auf 139,58 Punkte, während sich der Euro um 0,62 Prozent auf 1,3124 US-Dollar verbilligt.
Der deutsche Großhandelsumsatz ist im Dezember 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit abgebremstem Tempo gestiegen. Im Vormonatsvergleich wuchs der kalender- und saisonbereinigte Großhandelsumsatz nominal um 0,2 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,5 Prozent im November 2011 und einem unveränderten Umsatzniveau im Dezember 2010. Real stieg der Umsatz binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent, während er im November 2011 um 0,1 Prozent geklettert und im Vorjahresmonat um 1,0 Prozent gesunken war. Auf Jahressicht kletterte der vorläufige Umsatz nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, um 3,2 Prozent, nach 5,4 Prozent im Vormonat und 14,0 Prozent im Vorjahresmonat. Real, d.h. in konstanten Preisen, wurde 1,9 Prozent mehr verkauft als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im November 2011 hatten die realen Umsatzerlöse um 2,5 Prozent und im Dezember 2010 um 6,0 Prozent zugelegt. Im Gesamtjahr 2011 setzte der Großhandel nominal 8,2 Prozent und real 2,5 Prozent mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So verliert der Dow Jones Future derzeit 0,62 Prozent. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich momentan um 0,65 Prozent, während der S&P-Future um 0,68 Prozent nachgibt. Aus den USA werden heute die persönlichen Ausgaben und Einkommen gemeldet.
BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11) geben um 0,1 Prozent nach, nachdem der Chemiekonzern verlautbarte, dass er den Wert seiner Produktpipelinie im Segment Pflanzenschutz weiter verbessert hat. Zudem erhöht man mit sofortiger Wirkung in Europa die Verkaufspreise für Ethanolamine (EOA). Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) fahren um 1,2 Prozent vor. Der Automobilhersteller prüft einem Medienbericht zufolge den Einstieg in die Formel 1. Wie der Motorsport-Beauftragte des Konzerns, Wolfgang Dürheimer, gegenüber der Presse sagte, werde er in Kürze dem Vorstand ein Motorsport-Konzept vorlegen, das auch eine Beteiligung an der höchsten Rennklasse vorsieht. Die Deutsche Bahn verhandelt derweil einem Medienbericht zufolge offenbar mit dem Technologiekonzern Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610), ob sie einen kompletten ICE-3-Zug der neuesten Generation gratis bekommen kann. Wie es heißt, soll es sich dabei um eine Art von "Strafzahlung" handeln, da Hersteller Siemens wegen technischer Probleme sechzehn bereits bestellte und bezahlte ICE-3-Züge (Wert: 500 Mio. Euro) nicht fristgerecht liefern kann. Indes hat Siemens seine ersten Windaufträge aus Afrika über insgesamt 100 Megawatt (MW) erhalten. Das Papier verbessert sich daraufhin um 0,1 Prozent. An der Indexspitze legen RWE um 1,8 Prozent zu, während die rote Laterne von ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 4 Prozent eingenommen wird.
Aus dem MDAX meldete sich HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) bereits gestern mit Zahlen zu Wort. So gab der Baukonzern bekannt, dass er trotz einer guten operativen Performance die Verluste seiner Tochter Leighton Holdings (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) nicht vollständig kompensieren konnte. Im vierten Quartal haben sich zusätzliche Sondereffekte ergeben. HOCHTIEF erwartet nun für das Jahr 2011 einen Verlust vor Steuern von etwa 130 Mio. Euro (bislang angekündigt: Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich) sowie einen Konzernverlust von ca. 160 Mio. Euro (bislang angekündigt: ca. -100 Mio. Euro). Indes schöpft der Konzern neue Hoffnung, einen Käufer für seine Flughäfen zu finden. "Die Transaktion bleibt unser strategisches Ziel", sagte Konzernchef Frank Stieler gegenüber der Presse. "Interesse ist da." Das Papier verschlechtert sich um 3,8 Prozent. Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) geben am Indexende um 6,8 Prozent nach. Der Metalldistributeur sieht in der aktuellen Steigerung der Stahlnachfrage in Europa lediglich eine Zwischenerholung und kündigte den Abbau von Arbeitsplätzen an.
zooplus (ISIN DE0005111702/ WKN 511170) konnte nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2011 planmäßig seine Gesamtleistung steigern. So kletterte die Gesamtleistung auf 256,2 Mio. Euro. Diese resultiert aus Umsatzerlösen durch den Online-Verkauf von Heimtierprodukten in Höhe von 244,8 Mio. Euro sowie aus 11,4 Mio. Euro an sonstigen betrieblichen Erträgen. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von rund 32 Prozent. Die Aktie des Tierbedarfshändlers bricht als Schlusslicht im SDAX um 8,7 Prozent ein. Daneben geben Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) um 0,6 Prozent nach. Der Lackieranlagenspezialist konnte nach vorläufigen Zahlen für 2011 Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. So wuchs der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 50 Prozent auf rund 1,90 Mrd. Euro. Das EBIT verbesserte sich auf ca. 105 Mio. Euro und konnte damit knapp verdreifacht werden. Der Auftragseingang stieg im Geschäftsjahr 2011 um 63 Prozent auf rund 2,68 Mrd. Euro, wobei die Bestellungen im vierten Quartal bei 615 Mio. Euro (+14 Prozent) lagen. Der Auftragsbestand belief sich zum Jahresende 2011 auf rund 2,10 Mrd. Euro (+55 Prozent gegenüber 31.12.2010). Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) schießen als bester Wert im SDAX um 8,9 Prozent nach oben. Der Konzern meldete am Samstag, dass er sich mit einem Bankenkonsortium unter Leitung der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) im Rahmen eines Term Sheets geeinigt hat, die bisher bestehenden bilateralen Kreditlinien in eine gemeinsame Kreditvereinbarung zu überführen. Praktiker hat damit die Sicherheit, etwaige Finanzierungsspitzen, die typischerweise im Vorfeld der anstehenden Frühjahrssaison anfallen können, über kurzfristigen Zugriff auf diese Kontokorrentlinien abdecken und überbrücken zu können.
DAX: 6.475,86 (-0,55 Prozent) MDAX: 9.843,19 (-0,98 Prozent) SDAX: 4.710,01 (-0,55 Prozent) TecDAX: 743,00 (-0,21 Prozent) (30.01.2012/ac/n/m)

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