Börse Frankfurt am Morgen Zugewinne, ThyssenKrupp im Blick
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den Verlusten vom Vortag setzen wie wichtigsten deutschen Aktienindizes im frühen Dienstaghandel zu einer Erholung an. Dabei profitieren die Märkte von den positiv aufgenommenen Beschlüssen des EU-Gipfels. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewinnt aktuell 0,46 Prozent auf 6.473,80 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,70 Prozent auf 9.841,64 Stellen steigt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,46 Prozent auf 4.711,55 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verbessert sich um 0,80 Prozent auf 743,41 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,16 Prozent auf 139,44 Punkte, während sich der Euro um 0,34 Prozent auf 1,3179 US-Dollar verteuert.
Im Rahmen des EU-Gipfels am Montag in Brüssel haben die EU-Staaten einen Fiskalpakt beschlossen. Von den 27 EU-Staaten werden lediglich Tschechien und Großbritannien nicht teilnehmen. Durch das Sparpakt und die enthaltenden Schuldenbremsen soll mehr Haushaltsdisziplin erreicht werden. Ferner wurde auch der dauerhafte Rettungsfonds ESM beschlossen. Dieser soll bereits am 1. Juli 2012 starten und mit einem Umfang von 500 Mrd. Euro dem EFSF nachfolgen. Neben dem Fiskalpakt wurden auch Maßnahmen zur Stärkung von Wachstum und Beschäftigung beschlossen. So soll vor allem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden.
Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Dezember 2011 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes unter dem Vormonatsniveau. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,7 Prozent weniger als im Vormonat, nach einem Rückgang von 0,8 Prozent im November 2011 und einem Anstieg um 0,6 Prozent im Dezember 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, ging der Absatz um 1,4 Prozent zurück, während er im Vormonat um 1,0 Prozent gefallen und im Vorjahresmonat um 0,5 Prozent gestiegen war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 0,5 Prozent an und sank real um 0,9 Prozent. Im November 2011 war der Umsatz um 2,7 bzw. 0,9 Prozent geklettert und im Dezember 2010 um 1,9 bzw. 0,4 Prozent gestiegen. Unterdessen hielt die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland im Dezember weiter an. So hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Nach vorläufigen Berechnungen übertraf die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,4 Millionen Personen erneut die 41-Millionen-Marke. Das waren 525.000 Personen bzw. 1,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im November hatte die Zahl der Erwerbstätigen ebenfalls um 1,3 Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen. Im Vergleich mit dem Vormonat schrumpfte die Zahl der Erwerbstätigen saisonal bedingt um 166.000 Personen bzw. 0,4 Prozent. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen, errechnet sich ein Zuwachs von 47.000 Personen bzw. 0,1 Prozent.
Nachdem sich die wichtigsten US-Indizes am Freitag mehrheitlich mit roten Vorzeichen ins Wochenende verabschiedet hatten, ging es für sie auch am Montag abermals leicht nach unten. Die Stimmung der Investoren wurde dabei insbesondere durch Sorgen um die finanzielle Situation des angeschlagenen EU-Mitglieds Griechenland belastet. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,05 Prozent auf 12.653,72 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) 0,16 Prozent auf 2.811,94 Zähler abgab. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) notierte 0,25 Prozent schwächer bei 1.313,01 Punkten.
ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) verteuern sich als bester Wert im DAX um 1,5 Prozent. Der Stahlkoche hat sich mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu Oy (ISIN FI0009002422/ WKN 885421) auf einen Verkauf seiner Edelstahlsparte Inoxum geeinigt. So bestätigte der deutsche Stahlkonzern, dass man eine grundsätzliche Einigung über die Zusammenführung von Outokumpu und Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, erzielt habe. Der Vorstand der ThyssenKrupp AG habe der Transaktion bereits grundsätzlich zugestimmt. Die Einigung mit Outokumpu sieht vor, dass ThyssenKrupp für die Einbringung von Inoxum einen Minderheitsanteil von 29,9 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen erhält. Zudem würde Outokumpu unter anderem eine signifikante Barzahlung leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen, sowie weitere Schulden von Inoxum bestehend aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen übernehmen. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren finden sich derweil Henkel mit einem Wertverlust von 0,7 Prozent wieder.
ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) will neben dem klassischen Fernsehgeschäft seine Marktposition im Bereich Multimedia deutlich ausbauen. "Unser Ziel ist es, bis 2015 einen organischen Umsatzzuwachs mit digitalen Entertainmentprodukten wie Web-TV, Video-on-Demand, Musik und Online-Games sowie Commerce-Plattformen von über 400 Mio. Euro zu erzielen", sagte Christian Wegner, neuer Vorstand für New Media und Diversifikation, gegenüber der Presse. Die Sendergruppe erwirtschaftete 2010 im Geschäftsbereich Diversifikation gerade mal 185 Mio. Euro Umsatz. Das Papier verbessert sich um 0,5 Prozent.
Gigaset (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) rauschen als Spitzenreiter im TecDAX um 13,6 Prozent nach oben. Dem Telefonhersteller gelang im abgelaufenen Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone. Zahlen gab es ferner bereits gestern Abend von Wirecard (ISIN DE0007472060/ WKN 747206). Der Bezahldienstleister hat im vierten Quartal 2011 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Ferner gab der Konzern einen positiven Ausblick für 2012. Der vorläufig berechnete Umsatz erhöhte sich um rund 20 Prozent auf 92,3 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung von rund 1,0 Mio. Euro Beratungskosten, für die beiden im vierten Quartal durchgeführten Akquisitionen, konnte der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 26,2 Prozent auf 26,0 Mio. Euro zulegen. Für das Geschäftsjahr 2012 prognostiziert der Vorstand einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 103 und 115 Mio. Euro. Für die Aktie geht es um 0,6 Prozent aufwärts.
Die Marktforschungsgruppe GfK (ISIN DE0005875306/ WKN 587530) konnte Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen Zahlen steigern. So belief sich der Umsatz auf etwa 1,37 Mrd. Euro, nach 1,29 Mrd. Euro im Vorjahr. Das angepasste operative Ergebnis verbesserte sich leicht um 1,8 Prozent auf etwa 188 Mio. Euro. Organisch lag das Ergebniswachstum bei 2,9 Prozent, Akquisitionen und Währungseffekte hatten jeweils einen leicht negativen Einfluss. Der Titel gibt um 0,5 Prozent nach. Daneben verteuern sich PATRIZIA Immobilien (ISIN DE000PAT1AG3/ WKN PAT1AG) um 0,4 Prozent. Der Immobilienkonzern verlautbarte, dass er über seine Kapitalanlagegesellschaft einen Immobilien-Spezialfonds für eine süddeutsche Sparkasse auflegt, der in Wohn- und Gewerbeimmobilien investieren soll.
DAX: 6.473,80 (+0,46 Prozent) MDAX: 9.841,64 (+0,70 Prozent) SDAX: 4.711,55 (+0,46 Prozent) TecDAX: 743,41 (+0,80 Prozent) (31.01.2012/ac/n/m)

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