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Börse Frankfurt Schluss Im Plus, ThyssenKrupp im Aufwind

 |  31.01.2012, 18:11  |  840 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Indizes konnten sich im Dienstaghandel von ihren Vortagesverlusten erholen. Dabei profitierten die Märkte zunächst von den positiv aufgenommenen Beschlüssen des EU-Gipfels. Am Nachmittag lasteten allerdings negative Vorgaben aus den USA auf der Stimmung der Anleger. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 0,22 Prozent auf 6.458,91 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 1,47 Prozent zu auf 9.917,43 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,88 Prozent nach oben auf 4.731,07 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,86 Prozent auf 743,86 Punkte anstieg. Der Bund Future gewann zuletzt 0,03 Prozent auf 139,72 Zähler, während der Euro um 0,49 Prozent auf 1,3073 Dollar nachgab.

In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,51 Prozent im Minus. Morgen steht in den Deutschland die Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für Januar auf der Agenda. Aus den USA wird der ADP-Arbeitsmarktbericht, die Bauausgaben und der ISM-Index gemeldet.

Im Rahmen des EU-Gipfels am Montag in Brüssel haben die EU-Staaten einen Fiskalpakt beschlossen. Von den 27 EU-Staaten werden lediglich Tschechien und Großbritannien nicht teilnehmen. Durch das Sparpakt und die enthaltenden Schuldenbremsen soll mehr Haushaltsdisziplin erreicht werden. Ferner wurde auch der dauerhafte Rettungsfonds ESM beschlossen. Dieser soll bereits am 1. Juli 2012 starten und mit einem Umfang von 500 Mrd. Euro dem EFSF nachfolgen. Neben dem Fiskalpakt wurden auch Maßnahmen zur Stärkung von Wachstum und Beschäftigung beschlossen. So soll vor allem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden.

Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Dezember 2011 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes unter dem Vormonatsniveau. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,7 Prozent weniger als im Vormonat, nach einem Rückgang von 0,8 Prozent im November 2011 und einem Anstieg um 0,6 Prozent im Dezember 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, ging der Absatz um 1,4 Prozent zurück, während er im Vormonat um 1,0 Prozent gefallen und im Vorjahresmonat um 0,5 Prozent gestiegen war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 0,5 Prozent an und sank real um 0,9 Prozent. Im November 2011 war der Umsatz um 2,7 bzw. 0,9 Prozent geklettert und im Dezember 2010 um 1,9 bzw. 0,4 Prozent gestiegen.

Unterdessen hielt die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland im Dezember weiter an. So hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Nach vorläufigen Berechnungen übertraf die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,4 Millionen Personen erneut die 41-Millionen-Marke. Das waren 1,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Aus jahreszeitlichen Gründen ist die Arbeitslosigkeit von Dezember 2011 auf Januar 2012 schließlich angestiegen. So kletterte die Zahl der Arbeitslosen im Vormonatsvergleich um 302.000 auf 3.082.000. Dieser Anstieg fiel schwächer aus als in den Vorjahren; saisonbereinigt errechnet sich gegenüber dem Vormonat ein Minus von 34.000. Die Arbeitslosenquote zog gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent an.

ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) verteuerten sich heute um 2,7 Prozent und markierten damit die Indexspitze im DAX. Der Stahlkocher hat sich mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu Oy (ISIN FI0009002422/ WKN 885421) auf einen Verkauf seiner Edelstahlsparte Inoxum geeinigt. Die Einigung mit Outokumpu sieht vor, dass ThyssenKrupp für die Einbringung von Inoxum einen Minderheitsanteil von 29,9 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen erhält. Zudem wird Outokumpu den Angaben zufolge unter anderem eine signifikante Barzahlung leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen, sowie weitere Schulden von Inoxum bestehend aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen übernehmen. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren fanden sich derweil BASF mit einem Wertverlust von 1,7 Prozent wieder.

STADA Arzneimittel (ISIN DE0007251803/ WKN 725180) hat heute den Kauf eines Generika-Geschäfts in der Schweiz von den Anteilseignern der Spirig Pharma AG erfolgreich abgeschlossen. Wie es heißt, werden die Umsätze rückwirkend ab 1. Januar 2012 im STADA-Konzern konsolidiert. Der Kaufpreis für dieses Generika-Geschäft beträgt insgesamt ca. 97 Mio. Schweizer Franken (CHF) und umfasst auch das Recht, die erworbenen Produkte weiterhin unter der Dachmarke Spirig zu vertreiben. Bei dem Wert waren Aufschläge von 4,2 Prozent auszumachen. LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) legten um 2,1 Prozent zu. Der Spezialchemiekonzern stärkt seine Marktposition in Indien durch weitere Investitionen. So baut man mit der Einweihung von drei neuen Produktionsanlagen an seinem indischen Standort in Jhagadia (Bundesstaat Gujarat) zur Versorgung des wachsenden indischen Markts im Januar 2012 sein Engagement auf dem indischen Subkontinent weiter aus. Der Konzern hat in diesem Zusammenhang eigenen Angaben zufolge mehr als 70 Mio. Euro in diesen Standort investiert und dort rund 300 neue Arbeitsplätze geschaffen.

ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) will neben dem klassischen Fernsehgeschäft seine Marktposition im Bereich Multimedia deutlich ausbauen. "Unser Ziel ist es, bis 2015 einen organischen Umsatzzuwachs mit digitalen Entertainmentprodukten wie Web-TV, Video-on-Demand, Musik und Online-Games sowie Commerce-Plattformen von über 400 Mio. Euro zu erzielen", sagte Christian Wegner, neuer Vorstand für New Media und Diversifikation, gegenüber der Presse. Die Sendergruppe erwirtschaftete 2010 im Geschäftsbereich Diversifikation gerade mal 185 Mio. Euro Umsatz. Das Papier verbesserte sich um 1,4 Prozent. Sky Deutschland (ISIN DE000SKYD000/ WKN SKYD00) hat ferner mit der Warner Bros. International Television Distribution eine langfristige Multi-Plattform-Vereinbarung geschlossen. Damit wird die Kooperation der beiden Unternehmen bis Ende 2015 verlängert. Die Aktie des Bezahlfernsehsenders verteuerte sich um 5,3 Prozent.

Gigaset (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) rauschten als Spitzenreiter im TecDAX um 10 Prozent nach oben. Dem Telefonhersteller gelang im abgelaufenen Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone. Der Konzernumsatz ging durch die Entkonsolidierung von Unternehmensbeteiligungen planmäßig von 1,0 Mrd. Euro auf 521 Mio. Euro zurück. Indes wurden die Vorjahreswerte sowohl beim EBITDA mit 54 Mio. Euro (Vorjahr: 3 Mio. Euro) wie auch beim Ergebnis je Aktie mit 0,36 Euro (Vorjahr: -3,45 Euro) klar übertroffen. Umsatz und EBITDA erreichten damit nahezu den prognostizierten Wert. Zahlen gab es ferner bereits gestern Abend von Wirecard (ISIN DE0007472060/ WKN 747206). Der Bezahldienstleister hat im vierten Quartal 2011 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Ferner gab der Konzern einen positiven Ausblick für 2012. Der vorläufig berechnete Umsatz erhöhte sich um rund 20 Prozent auf 92,3 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung von rund 1,0 Mio. Euro Beratungskosten, für die beiden im vierten Quartal durchgeführten Akquisitionen, konnte der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 26,2 Prozent auf 26,0 Mio. Euro zulegen. Für das Geschäftsjahr 2012 prognostiziert der Vorstand einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 103 und 115 Mio. Euro. Für die Aktie ging es um 0,5 Prozent abwärts.

Die Marktforschungsgruppe GfK (ISIN DE0005875306/ WKN 587530) hat Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen Zahlen gesteigert. So belief sich der Umsatz auf etwa 1,37 Mrd. Euro, nach 1,29 Mrd. Euro im Vorjahr. Das angepasste operative Ergebnis verbesserte sich leicht um 1,8 Prozent auf etwa 188 Mio. Euro. Organisch lag das Ergebniswachstum bei 2,9 Prozent, Akquisitionen und Währungseffekte hatten jeweils einen leicht negativen Einfluss. Der Titel gab als Schlusslicht im SDAX um 2,7 Prozent nach. Daneben verteuerten sich PATRIZIA Immobilien (ISIN DE000PAT1AG3/ WKN PAT1AG) um 0,5 Prozent. Der Immobilienkonzern verlautbarte, dass er über seine Kapitalanlagegesellschaft einen Immobilien-Spezialfonds für eine süddeutsche Sparkasse auflegt, der in Wohn- und Gewerbeimmobilien investieren soll.

DAX: 6.458,91 (+0,22 Prozent) MDAX: 9.917,43 (+1,47 Prozent) SDAX: 4.731,07 (+0,88 Prozent) TecDAX: 743,86 (+0,86 Prozent) (31.01.2012/ac/n/m)

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