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Wall Street Schluss US-Börsen schließen uneinheitlich, Konjunkturdaten enttäuschen

 |  31.01.2012, 22:22  |  1239 Aufrufe  |   0  | 

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Indizes haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Nach freundlichem Beginn drückten enttäuschende Konjunkturdaten die Kurse zunächst in den roten Bereich. Sowohl der Einkaufsmanagerindex von Chicago als auch das US-Verbrauchervertrauen verfehlten die Erwartungen. Letztlich schlossen die Indizes aber kaum verändert. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,16 Prozent auf 12.632,99 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) um 0,07 Prozent auf 2.813,84 Zähler zulegte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) schloss 0,05 Prozent schwächer bei 1.312,40 Punkten.

Der Anstieg der US-Arbeitskosten hat sich im vierten Quartal 2011 nach Angaben des Arbeitsministeriums mit leicht beschleunigtem Tempo fortgesetzt. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA um 0,4 Prozent an. Auch Volkswirte waren von einer Kostensteigerung um 0,4 Prozent ausgegangen, nachdem der Index im dritten Quartal um 0,3 Prozent angezogen war.

Die Immobilienpreise in den USA sind derweil im November 2011 gegenüber dem Vormonat gesunken. Wie aus dem heute veröffentlichten S&P Case/Shiller Homeprice-Index hervorgeht, schrumpften die Häuserpreise im Berichtsmonat in den wichtigsten 20 Städten gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent, nach einem Minus von 1,3 Prozent im Oktober. Dabei habe sich das Preisniveau in 19 der 20 Städte im Vormonatsvergleich verschlechtert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde ein Rückgang der Häuserpreise um 3,7 Prozent ausgewiesen

Unter den Erwartungen lag der Einkaufsmanager-Index von Chicago. Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager ermittelte für Januar 2012 einen Rückgang beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 60,2 Punkten, nach revidiert 62,2 (vorläufig: 62,5) Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 62,8 Punkten prognostiziert.

Für eine Enttäuschung sorgte auch das US-Verbrauchervertrauen, das sich im Januar 2012 unerwartet verschlechtert hat. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board am Dienstag bekanntgab, fiel der entsprechende Index auf 61,1 Punkte, nach revidiert 64,8 (vorläufig: 64,5) Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 67,0 Punkten prognostiziert.

Daneben strömte heute eine Flut an Quartalszahlen auf die Anleger nieder. Von besonderem Interesse war dabei der Ausweis von Pfizer (ISIN US7170811035/ WKN 852009). Der Gewinn des Pharma-Giganten hat sich im vierten Quartal halbiert, was mit Sonderbelastungen im Berichtszeitraum und Einmalerträgen im Vorjahr zusammenhängt. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis allerdings geschlagen werden. Die Prognose für 2012 wurde aber nach unten korrigiert. Der Nettogewinn betrug 1,44 Mrd. US-Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie, nach 2,89 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn lag bei 50 Cents (Vorjahr: 47 Cents) pro Aktie. Der Umsatz ging um 4 Prozent auf 16,75 Mrd. US-Dollar zurück. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 47 Cents je Aktie und einem Umsatz von 16,61 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Die Aktie verbilligte sich um 0,7 Prozent.

Die Papiere des Wettbewerbers Eli Lilly (ISIN US5324571083/ WKN 858560) verbesserten sich daneben um 1,3 Prozent. Der Pharmakonzern hat im abgelaufenen Quartal einen rückläufigen Gewinn verzeichnet. Auch der Umsatz ging zurück. Auf bereinigter Basis wurden aber die Schätzungen der Analysten übertroffen. Biogen Idec (ISIN US09062X1037/ WKN 789617) gewinnen indes 0,8 Prozent an Wert. Der Biotechnologiekonzern wies im vierten Quartal einen Gewinnanstieg aus und übertraf auf bereinigter Basis die Analystenerwartungen. Allerdings fiel der Ausblick enttäuschend aus.

UPS (ISIN US9113121068/ WKN 929198) verbilligten sich um 0,7 Prozent. Der Logistikkonzern musste im abgelaufenen Quartal zwar ein Gewinnminus verzeichnen, konnte die Erwartungen aber schlagen. Der Umsatz erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 14,17 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte indes um 29,3 Prozent auf 725 Mio. US-Dollar bzw. 0,74 US-Dollar pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 1,28 US-Dollar. Marktbeobachter hatten zuvor nur ein EPS von 1,26 US-Dollar geschätzt.

Für Exxon Mobil (ISIN US30231G1022/ WKN 852549) ging es um 2,0 Prozent nach unten. Der Ölkonzern hat im vierten Quartal einen leichten Ergebnisanstieg ausweisen und die Gewinnprognosen geschlagen. Die Umsatzerlöse zogen auf 121,61 Mrd. US-Dollar an, nach 105,19 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Daneben kletterte der Nettogewinn um 2 Prozent auf nun 9,40 Mrd. US-Dollar bzw. 1,97 US-Dollar pro Aktie. Die Analystenprognose lautete lediglich auf ein EPS von 1,96 US-Dollar und einen Umsatz von 119,70 Mrd. US-Dollar.

Danaher (ISIN US2358511028/ WKN 866197) hat seinen Umsatz im vierten Quartal deutlich steigern können. Auch beim Nettogewinn wurde ein deutlicher Anstieg verzeichnet. Die Gewinnprognosen der Analysten wurden dabei übertroffen. Allerdings fiel der Ausblick eher verhalten aus. Die Aktie des Industriekonzerns verbesserte sich um 0,3 Prozent.

Für Tyco International (ISIN CH0100383485/ WKN A0RGLT) ging es um 3,5 Prozent nach oben. Der Mischkonzern musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang verzeichnen. Auch das Nettoergebnis war rückläufig. Bereinigt um Einmaleffekte erzielte man allerdings einen Gewinnanstieg und übertraf auch die Schätzungen der Analysten. Wie es weiter hieß, befindet man sich mit der geplanten Aufspaltung des Konzerns in drei unabhängige, börsennotierte Unternehmen weiter im Zeitplan und wird dieses Vorhaben im Laufe dieses Fiskaljahres umsetzen.

Bei Illinois Tool Works (ISIN US4523081093/ WKN 861219) stand ein Abschlag von 0,3 Prozent zu Buche. Der Maschinenbaukonzern hat im vierten Quartal einen höheren Gewinn erwirtschaftet, was auf ein starkes Umsatzplus und verbesserte Margen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen.

Mattel (ISIN US5770811025/ WKN 851704) hat im abgelaufenen Quartal angesichts eines leichten Umsatzwachstums einen höheren Gewinn erzielt. Die Ergebniserwartungen wurden damit geschlagen. Die Anteilsscheine des Spielwarenherstellers rückten um 5,0 Prozent vor. McGraw-Hill (ISIN US5806451093/ WKN 851710) gaben daneben um 0,7 Prozent nach. Der Verlags- und Informationskonzern hat im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn deutlich gesteigert und auch auf bereinigter Basis die Erwartungen der Analysten geschlagen.

Für eine Enttäuschung sorgte Archer Daniels Midland (ISIN US0394831020/ WKN 854161). Der Agrarkonzern musste im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen und verfehlte die Erwartungen der Analysten deutlich. Mit für den deutlichen Ergebnisrückgang verantwortlich waren dabei nach Aussage von CEO Patricia Woertz vor allem die schwierigen Rahmenbedingungen in der Agrarindustrie. Vor allem im Ölsaaten-Geschäft seien die Margen teilweise deutlich eingebrochen, während man im Getreidesegment ebenfalls hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben sei. Der Titel verlor 3,6 Prozent an Wert.

PACCAR (ISIN US6937181088/ WKN 861114) schlossen praktisch unverändert. Der Lkw-Hersteller hat seinen Gewinn im vierten Quartal fast verdoppelt. Dabei profitierte man von einem starken Umsatzwachstum als Folge einer starken Nachfrage nach den Lkw-Marken. Die Erwartungen konnten damit übertroffen werden. Nachbörslich wird heute unter anderem auch noch Amazon.com seine Bücher öffnen.

Schließlich hat Carnival (ISIN PA1436583006/ WKN 120100) bereits gestern die erwartete Ergebnisbelastung aus der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" konkretisiert. So rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr zum 30. November 2012 nun mit einer Gesamtbelastung für das Konzernergebnis in Höhe von 155 bis 175 Mio. US-Dollar. Alleine für den Betriebsausfall des Schiffs wird eine Belastung in Höhe von 85 bis 95 Mio. US-Dollar veranschlagt. Die Aktie des Kreuzfahrtkonzerns verbesserte sich um 0,2 Prozent. (31.01.2012/ac/n/m)

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