Börse Frankfurt Schluss Kräftige Aufschläge, Infineon nach Zahlen im Aufwind
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes konnten heute ihren Aufwärtstrend vom Vortag beschleunigt fortsetzen. Die Stimmung am Markt blieb nach den jüngsten EU-Gipfelbeschlüssen positiv. Für zusätzliche Impulse sorgten Gerüchte, wonach es bald zu einer Einigung auf einen Schuldenschnitt für Griechenland kommen soll. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 2,44 Prozent auf 6.616,64 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 2,13 Prozent zu auf 10.128,66 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,49 Prozent nach oben auf 4.801,44 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 1,61 Prozent auf 755,84 Punkte anstieg. Der Bund Future verlor zuletzt 0,25 Prozent auf 139,36 Zähler, während der Euro um 0,88 Prozent auf 1,3191 Dollar zulegte.
In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 1,09 Prozent im Plus. Morgen stehen in den USA die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und der EIA-Erdgasbericht auf der Agenda.
Im Blickfeld der Investoren stand heute im DAX vor allem auch der Zahlenausweis von Infineon (ISIN DE0006231004/ WKN 623100). Der Technologiekonzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal gesteigert, während das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist. Umsatz und Ergebnis lagen dabei leicht über den Prognosen. Für das zweite Quartal wird ein unveränderter bis leicht rückläufiger Umsatz gegenüber dem Vorquartal erwartet. Der Umsatz belief sich im ersten Quartal auf 946 Mio. Euro, nach 922 Mio. Euro im Vorjahr. Das Gesamtsegmentergebnis sank auf 141 Mio. Euro von 177 Mio. Euro im Vorjahr. Die Gesamtsegmentergebnis-Marge ging von 19,2 Prozent auf 14,9 Prozent zurück. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten lag im ersten Quartal bei 104 Mio. Euro, nach 149 Mio. Euro im Vorjahr. Neben dem geringeren Gesamtsegmentergebnis haben auch Steueraufwendungen in Höhe von 20 Mio. Euro zum Rückgang des Ergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten beigetragen. Der Konzernüberschuss erreichte 96 Mio. Euro, nach 232 Mio. Euro im Vorjahr und 125 Mio. Euro im Vorquartal. Die Aktie verbesserte sich auf Platz Eins der Gewinnerliste im DAX um 5,6 Prozent.
Die Europäische Kommission hat den geplanten Zusammenschluss der Deutschen Börse (ISIN DE000A1KRND6/ WKN A1KRND) und der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) untersagt. So ist die Kommission zu der Einschätzung gelangt, die Fusion behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb und hat den Zusammenschluss als mit dem Gemeinsamen Markt für nicht vereinbar erklärt. Damit wird der Eintritt der Vollzugsbedingung für das Umtauschangebot der Alpha Beta Netherlands Holding N.V. an die Aktionäre der Deutsche Börse vom 4. Mai 2011 (in seiner geltenden Fassung), wonach die Freigabe durch die EU-Kommission am oder vor dem 31. März 2012 vorliegen muss, unmöglich werden. Mit der förmlichen Zustellung der Untersagungsentscheidung wird das Umtauschangebot demzufolge automatisch erlöschen. Alpha Beta wird das Erlöschen des Umtauschangebots veröffentlichen und das Umtauschangebot gemäß den Bedingungen des Umtauschangebots rückabwickeln. Die Anteilsscheine der Deutschen Börse AG legten um 1,1 Prozent zu.
Die Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) hat den Fahrzeugabsatz in Nordamerika im Januar dieses Jahres deutlich verbessert. Wie aus einer Pressemitteilung der Tochtergesellschaft Volkswagen of America Inc. hervorgeht, wurden im Januar 2012 insgesamt 27.209 Modelle abgesetzt, was einem Plus von 47,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die Unternehmensaktie reagierte mit einem Plus von 2,4 Prozent. Für Aktien von HeidelbergCement (ISIN DE0006047004/ WKN 604700) ging es um 2,5 Prozent nach oben. Der Baustoffkonzern hat sich eine Verlängerung seiner ursprünglich Ende 2013 fälligen 3 Mrd. Euro Kreditlinie bis zum 31. Dezember 2015 gesichert.
Daneben ging es für Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) um 2,9 Prozent nach oben. Das Unternehmen verlautbarte, dass ein Konsortium mit Beteiligung des Versicherungskonzerns am 31. Januar den Erwerb eines 24,1-prozentigen Anteils an Gassled von der norwegischen Statoil (ISIN NO0010096985/ WKN 675213) abgeschlossen hat. Schließlich legen ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) um 2,7 Prozent zu. Der Aufsichtsrat des Stahlkochers hat den Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu Oy (ISIN FI0009002422/ WKN 885421) genehmigt.
Hannover Rück (ISIN DE0008402215/ WKN 840221) notierten im MDAX nahezu unverändert. Der Rückversicherer zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2012. So standen vom gesamten Vorjahres-Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) in Höhe von 5,49 Mrd. Euro zum 1. Januar 2012 knapp zwei Drittel der Verträge mit einem Volumen von insgesamt 3,48 Mrd. Euro zur Erneuerung an. Hiervon wurden Verträge im Umfang von 3,13 Mrd. Euro verlängert, Verträge über 347 Mio. Euro hingegen gekündigt bzw. in veränderter Form erneuert. Inklusive der Zuwächse von 563 Mio. Euro aus neuen oder veränderten Verträgen und dank verbesserter Preise ergibt sich damit ein erneuertes Prämienvolumen von 3,69 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 6 Prozent.
Der zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gehörende Flugzeugbauer Airbus hat einen weiteren Großauftrag erhalten. Wie aus einer Pressemiteilung hervorgeht, hat die US-Billigfluglinie Spirit Airlines insgesamt 75 Maschinen, darunter 45 A320neo-Flugzeuge, bei Airbus bestellt. Finanzielle Einzelheiten des Auftrags wurden nicht bekannt gegeben. Die EADS-Aktie legte hieraufhin um 0,9 Prozent zu.
JENOPTIK (ISIN DE0006229107/ WKN 622910) gaben um 0,9 Prozent nach. Der Technologiekonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr 2011 nach vorläufigen Berechnungen einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg ausweisen. So lag der Umsatz mit. ca. 540 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 478,8 Mio. Euro. Der Auftragseingang wird für das gesamte Geschäftsjahr 2011 bei voraussichtlich knapp 650 Mio. Euro liegen, was einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Beim Konzern-EBIT erwartet JENOPTIK einen Gewinn von knapp 48 Mio. Euro, nach 29,0 Mio. Euro im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis soll im Fiskaljahr 2011 mehr als 30 Mio. Euro erreichen, nach 15,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereits gestern nach US-Börsenschluss meldete sich QIAGEN (ISIN NL0000240000/ WKN 901626) mit den Ergebnissen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2011 zu Wort. Dabei konnten die Erwartungen übertroffen werden. Der Konzernumsatz stieg im vierten Quartal 2011 um 17 Prozent auf 334,4 Mio. US-Dollar, nach 286,0 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn wurde auf 73,6 Mio. US-Dollar bzw. 31 Cents je Aktie beziffert, nach zuvor 62,0 Mio. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 28 Cents bei Erlösen in Höhe von 323,2 Mio. US-Dollar prognostiziert. Im Gesamtjahr 2011 steigerte man den Umsatz um 8 Prozent auf 1,17 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 234,4 Mio. US-Dollar bzw. 98 Cents je Aktie, nach 222,7 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Titel verbilligte sich als Schlusslicht im TecDAX um 3,3 Prozent. Bei Nordex (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) waren schließlich Aufschläge von 5,8 Prozent auszumachen, nachdem der Windanlagenbauer den Auftrag für die Errichtung des 30-MW-Windparks "Barbers" mit zwölf Anlagen vom Typ N90/2500 erhalten hat.
Im SDAX rückten CeWe Color (ISIN DE0005403901/ WKN 540390) um 2,7 Prozent vor. Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Fiskaljahr dank eines starken Schlussquartals die Jahresziele beim Umsatz übertreffen. So lag der Umsatz nach vorläufigen Berechnungen mit 469 Mio. Euro um 5 Prozent über dem Vorjahreswert. Indes ging es für Hawesko (ISIN DE0006042708/ WKN 604270) um 1,1 Prozent nach oben. Die Weinhandelsgruppe wartete im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem deutlichen Umsatzanstieg auf. So lag der Umsatz (ohne Steuern) nach vorläufigen Berechnungen bei 411,4 Mio. Euro, nach 377,7 Mio. Euro im Vorjahr. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter dürfte sich nach Einschätzung des Konzerns im Bereich von 17,5 Mio. Euro bzw. 1,95 Euro je Aktie bewegen. Schließlich will der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (ISIN DE0007193500/ WKN 719350) erneut für Teile des insolventen Konkurrenten Manroland bieten. Der Titel verteuerte sich um 0,9 Prozent.
DAX: 6.616,64 (+2,44 Prozent) MDAX: 10.128,66 (+2,13 Prozent) SDAX: 4.801,44 (+1,49 Prozent) TecDAX: 755,84 (+1,61 Prozent) (01.02.2012/ac/n/m)

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