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Börsen in Europa-Schluss Kräftige Zugewinne, Roche im Fokus

 |  01.02.2012, 20:11  |  1291 Aufrufe  |   1  | 

Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes konnten am Mittwoch kräftige Zugewinne verzeichnen. Dabei profitierten die Märkte von Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Griechenland-Problematik. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) gewann 2,24 Prozent auf 2.470,79 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verbesserte sich um 1,69 Prozent auf 2.463,23 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigten eine positive Tendenz.

Die Verbraucherpreise sind im Januar 2012 mit unverändertem Tempo angestiegen, teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So verharrte die jährliche Inflationsrate bei 2,7 Prozent, während sie im Vormonat schon bei 2,7 Prozent gestanden hatte.

Der britische Immobilienmarkt hat sich im Januar 2012 erneut abgekühlt. Wie die Nationwide Building Society heute verkündete, hat sich der entsprechende Index gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent verringert. Im Dezember 2011 hatte er ebenfalls um 0,2 Prozent nachgegeben. Gegenüber dem Vorjahresmonat zog der Häuserpreis-Index um 0,6 Prozent an, nach einem Plus von 1,0 Prozent im Dezember. Imperial Tobacco (ISIN GB0004544929/ WKN 903000) geht für das laufende Fiskaljahr trotz rückläufiger Zigarettenabsätze im ersten Quartal von einem Ergebnis im Rahmen der konzerneigenen Erwartungen aus. So lag der Zigarettenabsatz um 7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Dank höherer Absatzpreise und einem verbesserten Produkt-Mix sank der Umsatz im Tabaksegment lediglich um 1 Prozent. Die Anteilsscheine des Tabakkonzerns rückten um 1,5 Prozent vor. An der Spitze des FTSE 100 gewannen Schroders 8,7 Prozent hinzu. Schlusslicht in London war Arm Holdings mit einem Abschlag von 2,8 Prozent.

In Paris konnten vor allem die Bankwerte von den Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Griechenland-Problems profitieren. An der Spitze des CAC 40 gewann Crédit Agricole 7,4 Prozent, gefolgt von Société Générale mit einem Plus von 5,9 Prozent. Am Indexende verloren als einziger Titel Sanofi 0,2 Prozent.

Die schweizerischen Detailhandelsumsätze haben sich im Dezember 2011 verringert. Dieses provisorische Ergebnis hat das Bundesamt für Statistik (BFS) heute vorgestellt. So sind die realen, saisonbereinigten Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 2,9 (nominal: -3,4 Prozent) gesunken. Ohne Treibstoffe verbuchte der Detailhandel saisonbereinigt einen realen Umsatzrückgang von 3,5 (nominal: -3,7) Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die realen Detailhandelsumsätze nicht saisonbereinigt um 0,6 (nominal: -2,9) Prozent. Ohne Treibstoffe verbuchte der Detailhandel eine Zunahme des realen Umsatzes um 0,4 (nominal: -3,3) Prozent. Roche Holding (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) gaben als einziger Verlierer im Schweizer Leitindex SMI um 1,5 Prozent nach. Der Pharmakonzern konnte im Geschäftsjahr 2011 ein Gewinnwachstum ausweisen. Zwar sanken die Umsatzerlöse auf 42,53 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 10 Prozent (in CHF), wogegen der Umsatz zu konstanten Währungskursen um 1 Prozent zulegte. Daneben fiel das bereinigte operative Ergebnis um 9 Prozent auf 15,15 Mrd. CHF. Jedoch kletterte der Konzerngewinn um 7 Prozent auf 9,54 Mrd. CHF. Daneben verteuerten sich ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) um 3,1 Prozent. Der Mischkonzern hat einen Großauftrag aus Saudi-Arabien erhalten. So wurde ABB von der staatlichen Saudi Electricity Company (SEC) mit dem Bau von Unterstationen und der Modernisierung bestehender Stationen beauftragt. Das Auftragsvolumen wurde auf rund 250 Mio. US-Dollar beziffert. Die Gewinnerliste wurde unterdessen von Adecco mit einem Aufschlag von 6,8 Prozent angeführt.

Scania (ISIN SE0000308280/ WKN 899846) fuhren mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent vor. Der Nutzfahrzeughersteller musste im vierten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz lag zwar mit 22,89 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) um 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn verringerte sich allerdings um 26 Prozent auf 2,74 Mrd. SEK. Der Nettogewinn sank auf 2,13 Mrd. SEK, nach 3,00 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Insgesamt geht Scania für das laufende Fiskaljahr von weiter unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen in Zusammenhang mit der nach wie vor schwelenden Schuldenkrise in Europa aus.

Fiat Industrial (ISIN IT0004644743/ WKN A1H5AX) rückten um 3,5 Prozent vor. Der Nutzfahrzeughersteller steigerte im vierten Quartal den Umsatz deutlich und erreichte einen operativen Gewinnanstieg. Der Umsatz lag mit 6,82 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 5,95 Mrd. Euro. Dabei hat man von deutlich höheren Absätzen im Landwirtschafts-Segment sowie im Bereich Nutzfahrzeuge profitieren können. Beim so genannten Trading Profit verzeichnete Fiat Industrial einen Anstieg auf 395 Mio. Euro, nach 294 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 233 Mio. Euro, nach 116 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn angesichts einer deutlich höheren Steuerbelastung ein Rückgang auf 144 Mio. Euro ausgewiesen, nach 165 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die frühere Konzernmutter, der italienische Automobilkonzern Fiat (ISIN IT0001976403/ WKN 860007), konnte im vierten Quartal einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Der Umsatz erhöhte sich von 9,45 Mrd. Euro auf 19,64 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis bei 708 Mio. Euro (Vorjahr: 224 Mio. Euro) lag. Ohne die Chrysler-Beteiligung belief sich der Umsatz mit 9,4 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 265 Mio. Euro, gegenüber 153 Mio. Euro im Vorjahr. Das EPS fiel indes von 13 Cent auf nun 3,5 Cent. Für 2012 stellte Fiat-Chef Sergio Marchionne einen Umsatz von mehr als 77 Mrd. Euro, einen operativen Gewinn von 4,5 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. Euro. Die Aktie von Fiat gewann heute in Mailand 5 Prozent. Wie ferner schon gestern bekannt gegeben wurde, hat der Energieversorger Enel (ISIN IT0003128367/ WKN 928624) im Jahr 2011 nach vorläufigen Zahlen dank gut laufender Geschäfte mit erneuerbaren Energien Umsatz und Gewinn steigern können. So lag der Umsatz mit 79,5 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 73,4 Mrd. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde ein Anstieg um 1 Prozent auf 17,7 Mrd. Euro verzeichnet, nach einem EBITDA von 17,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus teilte Enel mit, dass die Nettoverschuldung zum Stichtag 31. Dezember 2011 bei 44,6 Mrd. Euro lag, nach 44,9 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Die Aktie gab leicht nach.

Norsk Hydro (ISIN NO0005052605/ WKN 851908) teilte mit, dass man für das vierte Quartal eine hohe Sonderbelastung erwartet. So rechnet der Konzern für das Schlussquartal mit einer Sonderbelastung in Höhe von rund 1,3 Mrd. Norwegischen Kronen (NOK) in Zusammenhang mit Wertminderungen im Anlagevermögen. Die Abschreibungen sind das Ergebnis einer schwächeren Entwicklung in bestimmten Märkten und niedriger Preise, in Kombination mit Rohstoff- und Währungsbelastungen. Die Anteilsscheine des Öl- und Aluminiumkonzerns gewannen 0,7 Prozent hinzu.

Akzo Nobel (ISIN NL0000009132/ WKN 914188) verlautbarte schließlich, dass man beabsichtigt, 80 Mio. Euro in den Bau einer neuen "Chemical Island"-Niederlassung in Brasilien zu investieren. Der Titel des Chemiekonzerns stieg um 2,7 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.470,79 (+2,24 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.463,23 (+1,69 Prozent) FTSE 100 (London): 5.790,72 (+1,92 Prozent) CAC40 (Paris): 3.367,46 (+2,09 Prozent) MIB (Mailand): 16.264,55 (+2,76 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.696,60 (+2,20 Prozent) SMI (Zürich): 6.069,91 (+1,67 Prozent) ATX (Wien): 2.138,24 (+2,97 Prozent) (01.02.2012/ac/n/m)

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Kommentare

Maple4Leaf
01.02.12, 21:51
Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Griechenland-Krise?? Mein Gott, sind "die Märkte" naiv :-) :-)

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