Börse Frankfurt Schluss Moderate Zugewinne, Munich Re gesucht
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten am Donnerstag in der Gewinnzone, wobei die Zugewinne nicht so deutlich wie am Vortag ausfielen. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 0,59 Prozent auf 6.655,63 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 0,82 Prozent zu auf 10.212,17 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 1,21 Prozent nach oben auf 4.859,61 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,70 Prozent auf 761,10 Punkte anstieg. Der Bund Future verlor zuletzt 0,08 Prozent auf 139,07 Zähler, während der Euro um 0,09 Prozent auf 1,3157 Dollar nachgab.
In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,37 Prozent im Plus. In Deutschland wird morgen der Dienstleistungsindex veröffentlicht. In den USA stehen der ISM-Dienstleistungsindex, die Industrieaufträge, die Beschäftigtenzahlen ex Agrar und die Arbeitslosenquote auf der Agenda.
Der deutsche Pkw-Markt knüpft nach Angaben des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) im Januar 2012 an das gute Vorjahr an. Der Januar 2012 liegt mit über 210.000 Pkw-Neuzulassungen lediglich 700 Zulassungen unter dem sehr guten Vorjahresmonat. Die erhöhte Nachfrage nach Pkw mit Dieselmotor (+6,5 Prozent) weist auf einen starken Flottenmarkt und auf die gewerblichen Zulassungen hin. Mit 108.000 Einheiten liegt der Dieselanteil bei gut 51 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Nutzfahrzeugmarkt wächst mit über 23.000 Neuzulassungen um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die schweren Nutzfahrzeuge über 16 t zGG schließen in etwa auf Vorjahresniveau ab.
Im Mittelpunkt des Interesses der Anleger stand der heutige Zahlenausweis der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000). Die Bank wies im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlich höheren Gewinn aus. Dabei wurde im klassischen Bankgeschäft ein Rekordergebnis vor Steuern erreicht, während gleichzeitig Rekorderträge erzielt wurden. Im Bereich Corporate & Investment Bank (CIB) konnte man im Gesamtjahr trotz schwieriger Marktbedingungen und branchenweit niedriger Kundenaktivitäten ein solides Ergebnis verbuchen. Im vierten Quartal zeigte sich der Gewinn indes rückläufig. Der Gewinn nach Steuern lag im Gesamtjahr 2011 bei 4,33 Mrd. Euro, nach 2,33 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn betrug 5,39 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,98 Mrd. Euro). Das Ergebnis je Aktie (verwässert) belief sich auf 4,30 Euro, gegenüber 2,92 Euro im Jahr 2010. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern nach Zielgrößendefinition und bezogen auf das durchschnittliche Active Equity lag 2011 bei 9,8 Prozent nach 14,7 Prozent im Jahr 2010. Die Aktie gab um 0,4 Prozent nach.
Ferner stand heute auch die Bilanz von Munich Re (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) im Blickfeld der Investoren. Der Versicherungskonzern hat das Jahr 2011 trotz außerordentlicher Großschäden und Belastungen infolge der Finanzkrise nach vorläufigen Berechnungen mit einem Gewinn abgeschlossen. Im vierten Quartal 2011 konnte der Gewinn dabei gesteigert werden. Die Dividende soll stabil bleiben. Die Gruppe verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 0,71 Mrd. Euro, nach 2,43 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Zum Ergebnis 2011 trug ein Steuerertrag von 0,55 (Vorjahr: Steueraufwand von 0,69) Mrd. Euro bei, der im Wesentlichen auf die steuerliche Abzugsfähigkeit der schweren Naturkatastrophenverluste des Jahres 2011 und die Entlastungswirkung aus früheren Verlusten in den USA zurückzuführen ist. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gruppe erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 um fast 9 Prozent auf 49,6 Mrd. Euro. Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe sank um 22 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Im vierten Quartal 2011 belief sich der Gewinn auf 0,63 (Vorjahr: 0,48) Mrd. Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gruppe erhöhten sich von 11,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf 12,4 Mrd. Euro, während das Kapitalanlageergebnis von 1,4 Mrd. Euro auf 1,9 Mrd. Euro anzog. Der Titel gewann 2 Prozent an Wert.
Anteile von Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) legten um 1,5 Prozent zu. Der Technologiekonzern gab bekannt, dass er einen Auftrag aus Mexiko erhalten hat. Den Angaben zufolge wurde Siemens VAI Metals Technologies demnach von dem mexikanischen Stahlproduzenten Altos Hornos de Mexico S.A.B. de C.V. (AHMSA) damit beauftragt, den LD-Konverter im Werk Monclova zu modernisieren. Das Projekt umfasst die Projektierung und Lieferung von Schlüsselkomponenten und soll im Frühjahr 2013 abgeschlossen sein. Die Gewinnerliste im DAX wurde von den Anteilsscheinen der Deutschen Börse AG angeführt, die sich um 4 Prozent verteuerten.
Im MDAX schossen Sky Deutschland (ISIN DE000SKYD000/ WKN SKYD00) als bester Wert um mehr als 19 Prozent nach oben. Der Bezahlfernsehsender hat im Jahr 2011 seine Kundenzahl steigern und so Umsatz und EBITDA verbessern können. So erreichte man zum Ende des Jahres eine Gesamtzahl von 3.012.000 Abonnenten. Die Zahl der Nettoneukunden stieg insgesamt um 359.000, was fast dem doppelten des Nettowachstums im Vorjahreszeitraum (183.000) entspricht und damit den höchsten Nettokundenzuwachs in der Unternehmensgeschichte darstellt. Die Umsätze stiegen um 17 Prozent auf 1,14 Mrd. (2010: 977 Mio.) Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 42 Prozent auf -155 Mio. Euro, nach -269 Mio. Euro in 2010. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) erhöhte sich auf 30,46 (2010: 28,68) Euro. Derweil hat Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) umfangreiche Industrieservice-Verträge mit den Konzernen BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517), ConocoPhillips (ISIN US20825C1045/ WKN 575302) und EDF Energy an mehreren Standorten in Großbritannien geschlossen. Nach Angaben des Konzerns resultieren zwei Drittel des Volumens aus Neuaufträgen, die in den nächsten Wochen beginnen. Ein Drittel des Auftragsvolumens ergibt sich aus der Verlängerung eines bestehenden Vertrags. Im Rahmen der Verträge mit einer Laufzeit von vier bis fünf Jahren erbringt Bilfinger Berger den Angaben zufolge neben Gerüstbau, Isolierung, Korrosionsschutz und Asbestsanierung umfassende Leistungen im mechanischen, elektrischen und messtechnischen Bereich. Das Papier des Baukonzerns legte daraufhin um 1,2 Prozent zu. Auf dem letzten Platz gaben Heidelberger Druck um rund 4 Prozent nach.
Bechtle (ISIN DE0005158703/ WKN 515870) verbesserten sich um 2,1 Prozent. Der IT-Dienstleister hat auf Basis vorläufiger Zahlen seine für 2011 geplanten ambitionierten Wachstumsziele erreicht und das Jahr mit neuen Rekordwerten abgeschlossen. So rechnet er mit einem Rekordumsatz von rund 2,0 Mrd. Euro, das entspricht einer Steigerung von fast 16 Prozent gegenüber 2010. Beim Vorsteuerergebnis (EBT) konnte Bechtle um 39 Prozent zulegen auf etwa 86 Mio. Euro. Die EBT-Marge verbesserte sich somit von 3,6 auf 4,3 Prozent.
Im SDAX gaben Amadeus FiRe (ISIN DE0005093108/ WKN 509310) um 2,9 Prozent nach, nachdem der Personaldienstleister im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen Gewinnanstieg erzielen konnte.
DAX: 6.655,63 (+0,59 Prozent) MDAX: 10.212,17 (+0,82 Prozent) SDAX: 4.859,61 (+1,21 Prozent) TecDAX: 761,10 (+0,70 Prozent) (02.02.2012/ac/n/m)

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