Durchwachsen Dow im Minus; Dax positiv; Nikkei und Asien nachgebend; Ackermann völlig überschätzt; Mastercard trotz Sonderlast positiv; Blackstone weiter Redstone; Cewe Color zeigt Druckbranche wo’s lang geht
Die Signale bleiben weiter widersprüchlich. Viele Preise eignen sich nicht mehr als Orientierung, da sie durch politische Manipulationen und Eingriffe verzerrt sind und nicht mehr die wahre Preislage widerspiegeln. Es ist an der Zeit, dass die Politik sich endlich aus dem Markt heraushält. Und der Hybris widersteht, gegen die Finanzmärkte angehen zu können.
Globalyze Marktbericht
Kurz vor den heute zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zum Arbeitsmarkt gab an der Wall Street der Dow um -0,09% (12.705) leicht nach. Nasdaq und S&P 500 waren da weniger hasenfüßig und legten um +0,40% (2.859) und +0,11% (1.325) zu. Im Dow gaben Merck um -0,5% nach, nachdem sie die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Aus purer Solidarität legte sich auch Pfizer mit -0,9% ins Minus. Hingegen stemmten sich Bank of America und Alcoa mit +1,2% und +2,2% gegen den Abwärtstrend. Vergebens. Zwar ist das Parkett grundsätzlich der Meinung, dass die Dinge gar nicht so schlecht aussehen, andererseits gäbe es noch genug Unabwägbarkeiten, die zur Vorsicht geraten. Das zeigt z.B. auch Mastercard, wo der Anstieg der Kundenkäufe die Aktie um +6,7% nach oben katapultierte. Es gab aber auch große Verlierer. Abercrombie & Fitch, die mit ihren Quartalszahlen unter den Erwartungen lagen, wurden erneut mit -14% abgestraft. Auch Ann gab um -6,7% nach. Ansonsten stieg Gold wieder einmal um +0,6% auf 1.756,80 Dollar die Unze. Der Dollar legte gegen Euro und Yen zu.
Für die positive Stimmung in Frankfurt musste wieder einmal FED-Chef Bernanke mit fälschlicherweise als Quantitative Easing 3 Programm gedeuteten Aussagen herhalten. Dass er alles tun wird, um das Finanzsystem und die heimische Wirtschaft zu stützten, ist ein Satz, der sich beinahe jedem Beige Book seit Beginn der Finanzkrise entnehmen lässt. Wie positiv noch über das katastrophale Ergebnis und vor allem die katastrophale Entwicklung des Deutsche Bank AG Aktienkurses seit Ackermann den Vorstandsvorsitz innehat, gesprochen wird, ist erstaunlich. Auch finde ich es schon beeindruckend, dass den Meisten die Tatsache, dass gegen diese größte deutsche Bank wegen des Verdachts des Betrugs ermittelt wird, scheinbar nur eine Randnotiz wert ist. Es scheint im Europa des Rechtsbruchs keinen mehr zu interessieren, ob man sich an Recht und Gesetz hält oder nicht. Wobei den maroden Banken sowieso zunehmend etwas Exterritoriales zugebilligt wird. Warum wissen die Geier. Die ganz Schlauen werten jetzt die erfolgreich verlaufende Anleiheauktion Spaniens und Frankreichs als Gesundung des Marktes. Was völliger bullshit ist. Wenn ich meinen Kindern 100 Euro in die Tasche stecke und sie damit in der Schule angeben, dann ist das verständlich, aber wenig beeindruckend. Nichts anderes ist das Zusammenspiel von Bad Notenbank EZB und Banken im Zusammenhang mit den europäischen Staatsanleihen. Im Dax schob sich diesmal K+S und Deutsche Börse mit +3,90% und +3,88% an die Spitze. Commerzbank looste mit -0,89% ab. Im Tec Dax lagen Nordex SE und SMA Solar Technology mit +4,32% und +4,10%. Q-Cells stürzte nach seinem gestrigen kurzen Zwischenhoch wieder mit -23,81% ab.
In Tokyo endete der Nikkei angesichts einer flauen Nachrichtenlage und Gewinnmitnahmen mit -0,51% und 8.831 Punkten im Minus. Bei den Branchen gaben Konsumfinanzen, Glass und Keramik und Immobilien am stärksten nach. Größte Gewinner waren Elektromaschinen, Öl und Kohle sowie Großhandel. Hitachi, deren Gewinn in den ersten neun Monaten um -61% auf 85,2 Mrd. Yen fiel, legten um +7,3% zu. Sony Corp. stiegen ebenfalls trotz einer deutlichen Gewinnreduzierung für 2012 um +5,6%. Canon legte nach Aktienrückkaufplänen (ca. 50 Mrd. Yen) um +3,7% zu. Das Chemieunternehmen Tosoh, die ihre Gewinnprognose einkassierten, stiegen um +10%. Der mitten in der Restrukturierung steckende und Fabriken schließende Stahlproduzent Sumco Corp. gab nach. Der Maschinenbauer Minebea, der von der Development Bank of Japan unterstützt wird, schoss um +10% nach oben.
Auch die anderen asiatischen Märkte gaben zumeist nach. Australiens ASX verlor -0,3%, Südkoreas Kospi -0,6%. In Südkorea gaben die beiden weltgrößten Werften Samsung Heavy Industries und Hyundai Heavy angesichts schwacher Erträge um -1,7% bzw. -5,1% nach. Neuseelands NZX50 legte hingegen um +0,2% zu.
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Blackstone weiter Redstone. Ein Rückgang bei den Performance Fees und Investmenteinnahmen in den meisten Gebieten führte dazu, dass der Verlust des Vorjahres von -11 Mio. Dollar in diesem Jahr auf -123,4 Mio. Dollar anstieg.
Standpunkt: Wobei für das Gesamtjahr der Verlust von -370 Mio. Dollar auf -269 Mio. Dollar zurückgegangen ist. Im Private Equity Bereich, der zu 28 % zum Gesamtergebnis beiträgt, ging der Umsatz um -24,5% auf 190,9 Mio. Dollar zurück. Auch die in den Vorjahren positive Immobiliensparte gab nach. Nun sucht Stephen Schwarzmann sein Heil in den sog. „Alternativen Investments“, was immer er darunter auch verstehen mag. Während in den USA das so-called econmic net income mit +449,9 Mio. Dollar (Vorjahr: +512,7 Mio. Dollar) zum Besten gegeben wird, frage ich mich, wie das wohl errechnet wird. Die Mühe das nachzuvollziehen, mache ich mir heute Morgen jedenfalls nicht. Blackstone halte ich jedenfalls, nachdem was ich gelesen habe, für keinen Kauf.
Sonderlast drückt Mastercard . Trotz des Anstiegs der Kundenausgaben um +16%, der Transaktionen um +23% und des Umsatzes um +20% auf 1,73 Mrd. Dollar brach der Gewinn wegen Prozesslasten um -95,4% auf 19 Mio. Dollar ein.
Standpunkt: Wobei man die Strafe wegen Verstoßes gegen die Antitrust Laws über 495 Mio. Dollar dagegenhalten muss. Rechnet man diese zur Erlangung des nachhaltigen Gewinns raus, dann sieht es bei Mastercard gar nicht so schlecht aus. Insofern ist der Anstieg des Kurses entgegen des Absturzes des Gewinns nachvollziehbar und gerechtfertigt.
M’bishi Heavy steigert Gewinn um +82%. In den ersten neun Monaten steigerte der Schiffbauer und Schwermaschinenhersteller trotz eines Rückgangs der Umsätze um -6,2% auf 1,9 Billionen Yen den Gewinn um +82% auf 32,72 Mrd. Yen.
Standpunkt: Wobei der Gigant gleich eine Kürzung seines Ausblicks mit auf den Weg gab. So soll der Gewinn für das Gesamtjahr von 35 Mrd. Yen auf 20 Mrd. Yen zurückgehen. Wobei die Umsätze unangetastet bei 2,85 Billionen Yen belassen wurden. Auch das Ergebnis erscheint besser als es unter nachhaltigen Gesichtspunkten ist. So war das Turbinengeschäft wohl recht gut, allerdings floss auch der Immobilienverkauf der Zentrale in Downtown Tokyo mit ein. Insofern sollte man das Unternehmen erst einmal von der Ferne beobachten.
Cewe Color expandiert weiter. Mit der Übernahme der Dresdner Saxoprint GmbH baut der Fotodienstleister seine Online-Druckkapazitäten im Geschäftskundensegment und Offset-Druck weiter aus.
Standpunkt: Wer den Dienst Viaprinto.de schon einmal ausprobiert hat (wir haben das getan), weiß wie einfach es sein kann, Bücher, Flyer oder was auch immer drucken zu lassen. Vorbei die Tage, wo man zu einer Agentur musste, damit man erst einmal das richtige Druckformat für die Druckerei hatte. Und so liegt Cewe Color und sein Vorstandschef Hollander mit seiner Strategie weiter richtig.
Motherboard Preise steigen um +10%. Als Antwort auf steigende Kupferpreise und chinesische Personalkosten wird von den Motherboard Herstellern Asustek Computer und Gigabyte Technology eine Preiserhöhung um 10 % erwartet.
Standpunkt: Und zwar soll das noch im 1. Quartal 2012 der Fall sein. Schon Anfang 2011 wurden die Preise um +5% bis +11% angehoben. Grund ist der Anstieg des Kupferpreises von 8.000 Dollar die Tonne auf 8.600 Dollar. Auch ist der Mindestlohn in China zuletzt von 1.160 CNY (=184 Dollar) um +8,62% auf 1.260 CNY angestiegen. Shanghai hatte sogar einen Anstieg um +14,28% auf 1.280 CNY und Shenzen um +13,63% auf 1.500 CNY zu verzeichnen. Dennoch erwarten die beiden taiwanesischen Firmen einen Anstieg der Auslieferungen im 1. Quartal um +10% bis +20%.
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