Auch Panasonic erwartet Rekordverlust
Tokio 03.02.2012 (www.emfis.de) Schlechte Zeiten für die japanischen Elektronikriesen: In den letzten Tagen haben bereits Sony und Sharp für das laufende Geschäftsjahr per März 2012 Verlustprognosen abgeliefert. Nun hat auch Panasonic nachgezogen...Panasonic hat heute seine Nettoverlustprognose für das Geschäftsjahr 2011/12 auf 780 Milliarden Yen (10,2 Milliarden US-Dollar) fast verdoppelt. Die letzte Schätzung vom Oktober hatte noch minus 420 Milliarden Yen betragen. Gleichzeitig wurde die Umsatzprognose von ursprünglich 8,3 auf 8,0 Billionen Yen gesenkt. Neben dem weiterhin schwachen Geschäft mit Handys und TV-Geräten belasten sowohl die Auswirkungen der Flutkatastrophe in Thailand, als auch die Kosten für den Konzernumbau nach der Übernahme des kleineren Rivalen Sanyo Electronics.
Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, wäre dies der bislang zweithöchste Verlust einer japanischen Herstellerfirma, der nur knapp über dem bisherigen Negativrekord von 787,34 Milliarden Yen liegt, den Hitachi im Jahre 2008/09 aufgestellt hatte. Den bislang größten Jahresverlust hatte Panasonic mit einem Minus von 427,8 Milliarden Yen im Geschäftsjahr 2001/02 verbucht.
War die Sanyo-Übernahme sinnvoll?
Aufgrund der Rekordflut in Thailand und der Erdbebenkatastrophe im März 2011 war bei Japans Elektronikriesen zeitweise die Lieferkette zusammengebrochen. Zudem werden die stark export-orientierten Unternehmen von dem hohen Wechselkurs des Yen belastet.
Bei Panasonic kommt jedoch die Übernahme von Sanyo als negativer Faktor noch hinzu: Da es teilweise Überschneidungen bei der Produktpalette der beiden Firmen gab, hat Panasonic keine andere Alternative, als seine gesamte Produktion umzustrukturieren. Da in diesem Zusammenhang auch unweigerlich etliche Mitarbeiter entlassen werden, muss Panasonic nun hohe Abfindungszahlungen schultern. Sanyo wurde vor allem wegen seiner starken Position bei Akkus und in der Solarenergie übernommen, doch die erstarkte Konkurrenz aus China und Südkorea hat die Profite in diesen Branchenzweigen mittlerweile deutlich gedrückt.
Im Dezemberquartal verbuchte Panasonic einen Nettoverlust von 197,6 Milliarden Yen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 40 Milliarden Yen gemacht. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf 1,96 Billionen Yen zurück.
Panasonic gab seine Quartalszahlen nachbörslich bekannt. Im Vorfeld war der Aktienkurs heute an der Börse Tokio um 1,2 Prozent auf 599,00 Yen gestiegen.
Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag "Moody´s senkt Bonität von Sony und Panasonic" auf www.emfis.de .
Wertpapiere des Artikels:
Matsushita Electric Industrial
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