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Aktienfonds SJB FondsPortrait. Fidelity Japan Advantage Fund.

 |  03.02.2012, 18:17  |  762 Aufrufe  |   0  | 

Japan hat sich schneller als erwartet von dem dreifachen Schock aus Erdbeben, Tsunami und Atomunfall erholt. Zwar trafen die Ereignisse vom 11. März 2011 das Land mit voller Wucht. Experten prognostizierten weitreichende Produktionsausfälle und ein Abgleiten in die Rezession. Die Folgen sind jedoch kurzfristiger als zunächst gedacht, Japans Konjunktur ist schon wieder angesprungen. Bereits im laufenden Jahr 2012 wird für das Land ein Wirtschaftswachstum von +2,2 Prozent erwartet.

Vor allem der Automobil- und Elektroniksektor, Japans wichtigste Industriezweige, haben die Folgen der Dreifachkatastrophe außerordentlich gut verkraftet. Die Lieferketten wurden schnell wiederhergestellt, nach einer nur kurzen Unterbrechung konnte die Produktion erneut aufgenommen werden. Mit Erfolg: So rechnet der Autobauer Toyota im Geschäftsjahr 2011/2012 bereits wieder mit einem Milliardengewinn und wird insgesamt die gleiche Menge Autos wie im Vorjahr produzieren. So merkwürdig es klingt: Die Wiederaufbaumaßnahmen wirken wie ein Konjunkturpaket und kurbeln die japanische Wirtschaft an. Gleichzeitig kann Japan seinen Status als erfolgreiche Exportnation verteidigen: Über die Hälfte der Exporte geht mittlerweile in die stark wachsenden Ökonomien Südostasiens inklusive China, aber auch die USA bleiben ein Haupthandelspartner.

Nach einer langen Phase nachgebender Aktienkurse überzeugen die japanischen Unternehmen mittlerweile durch solide Fundamentaldaten und ein günstiges Bewertungsverhältnis. Gerade für eine auf Stockpicking-Strategien spezialisierte FondsGesellschaft wie Fidelity ergeben sich damit sehr interessante Möglichkeiten bei der Einzeltitelwahl. Von diesen Chancen will der Fidelity Japan Advantage Fund A-JPY (WKN A0CA6W, ISIN LU0161332480) Gebrauch machen. Der Fonds investiert in attraktiv bewertete japanische Unternehmen unterschiedlichster Branchen und wurde am 30. Januar 2003 aufgelegt. Als Basiswährung dient der Yen, das FondsVolumen liegt derzeit bei umgerechnet 1,15 Milliarden Euro. FondsManager Ronald Slattery leitet den Japan-Fonds seit Februar 2007 und nutzt als Benchmark den Russell/Nomura Total Market Value Index. Der Start ins neue Jahr ist ihm sehr gut gelungen: Allein im Januar 2012 wurde bereits ein Plus von +5,55 Prozent in Euro verzeichnet. Damit liegt der Fidelity-Fonds unter den in Japan anlegenden Aktienfonds ganz vorn. Können auch die weiteren Performancezahlen überzeugen?

FondsEntwicklung. Übersichtlich.

Für unsere SJBFondsAnalyse haben wir den Fidelity Japan Advantage Fund dem MSCI Japan als Vergleichsindex gegenübergestellt. In den neun Jahren seit seiner Auflegung hat der Fonds eine durchschnittliche Wertentwicklung von +8,05 Prozent pro Jahr in Euro erzielen können (Stand 31.01.2012). Damit kann er eine langfristige Mehrrendite zum MSCI Japan erwirtschaften, der im selben Zeitraum ein Plus von +3,33 Prozent p.a. auf Eurobasis aufweist. Die mehr als doppelt so hohe Rendite über einen derart langen Zeitraum hat als klarer Qualitätsausweis des Fidelity-Fonds zu gelten. Bemerkenswert ist zudem, dass es FondsManager Ronald Slattery gelingt, mit japanischen Aktien, die sich im letzten Jahrzehnt nur unterdurchschnittlich entwickelten, eine Outperformance des MSCI AC World zu erreichen. Der marktbreite internationale Aktienindex bringt es lediglich auf eine durchschnittliche Jahresrendite von +6,58 Prozent in Euro – 1,47 Prozentpunkte weniger als der Japan-Fonds.

Beim Blick auf die kurz- und mittelfristige Wertentwicklung von Fonds und Vergleichsindex setzt sich das positive Szenario aus Sicht des Fidelity-Fonds fort. In der Dreijahresperiode erwirtschaftete der Fidelity Japan Advantage eine beachtliche Rendite von +9,83 Prozent p.a. in Euro, während der MSCI Japan mit +5,02 Prozent p.a. schwächer abschnitt. Auch über ein Jahr gelingt es dem Fonds dank seiner Stockpicking-Strategie, den ersten Platz zu verteidigen. Hier liegt die Rendite des Fonds mit -6,16 Prozent zwar im negativen Bereich, aber trotzdem höher als beim Referenzindex, der es auf -7,29 Prozent brachte. Insgesamt schneidet der Fidelity Japan Advantage damit äußerst positiv ab: in allen drei untersuchten Zeiträumen wird ein Renditevorsprung zum Vergleichsindex erzielt, der auch in seiner absoluten Höhe überzeugt.

Blickt man auf die Volatilität, mit der das FondsManagement seine durchweg besseren Performanceergebnisse erzielt hat, so liegt diese auf einem leicht erhöhten Niveau. Der Fidelity Japan Advantage verzeichnet seit Auflegung eine mittlere Schwankungsbreite von 18,68 Prozent, während sich der MSCI Japan mit 17,06 Prozent begnügt. Auch über drei Jahre liegt die Volatilität des Fonds mit 18,29 Prozent p.a. oberhalb der Schwankungen des Index von 17,08 Prozent p.a. Kurzfristig unterbietet der Fonds die annualisierte Volatilität seiner Benchmark: Für ein Jahr ist seine Schwankungsintensität mit 18,60 Prozent etwas niedriger als die „Vola“ von 18,81 Prozent, die der Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Als Quintessenz der Kennzahlenanalyse bleibt festzuhalten: Die hohe langfristige Mehrrendite rechtfertigt allemal die geringfügig höheren Volatilitätswerte. Das leicht gesteigerte Risiko hat sich für FondsManager Slattery mehr als bezahlt gemacht.

FondsStrategie. Entschlüsselt.

Der Fidelity Japan Advantage Fund investiert in Aktien japanischer Unternehmen jeglicher Marktkapitalisierung, wobei der Fokus auf unterbewerteten Titeln liegt. Das Portfolio ist über zahlreiche Branchen breit gestreut, wird aktiv gemanagt und besteht in der Regel aus 60 bis 100 Titeln. Aufgrund seines Stockpicking-Ansatzes weicht FondsManager Slattery von der Sektorengewichtung des Vergleichsindex teils deutlich ab, die Branchenaufteilung des Fonds ergibt sich vielmehr aus der Einzeltitelauswahl. Die Titelselektion des Fonds erfolgt nach dem “Bottom-up”-Prinzip. Um die erfolgversprechendsten und bewertungsmäßig attraktivsten Aktienwerte herauszufiltern, orientiert sich Slattery hauptsächlich am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), den Gewinnerwartungen sowie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Der Ansatz des Fondsmanagers, der Tokio zu seiner Wahlheimat erkoren hat, stellt damit Bewertungskennzahlen stärker in den Vordergrund als die qualitative Analyse von Unternehmenskennzahlen. Für jeden als Investment in Frage kommenden Titel definiert Slattery ein Kursziel auf Grundlage der Gewinnschätzungen für die nächsten 12 bis 18 Monate. Ob eine Aktie dann tatsächlich ins Portfolio aufgenommen wird, hängt in erster Linie von ihrer Notierung im Vergleich zum Kursziel ab. Der Fondsmanager bevorzugt als Neuanlage Titel, die mit einem Abschlag gehandelt werden, und verkauft die Aktien, wenn sie das Kursziel erreicht haben. Der Besuch von Unternehmen dient Slattery dazu, seine Gewinn- und Bewertungsmodelle vor Ort zu diskutieren und zu hinterfragen. Auch dieser direkte Kontakt ist ihm sehr wichtig, um Substanzwerte zu identifizieren.

In der Branchengewichtung des Fidelity Japan Advantage Fund sind Banken und Finanztitel mit 14,8 Prozent des FondsVolumens am stärksten vertreten. Auch zwei Titel der Top-10-Holdings entstammen diesem Bereich. Der von Slattery am stärksten gewichtete Einzeltitel ist die Sumitomo Mitsui Financial Group mit 6,0 Prozent Portfolioanteil, gefolgt von der Mitsubishi UFJ Financial Group mit 5,8 Prozent. Den zweiten Platz im Aktienportfolio nehmen Titel aus dem Sektor Transport und Logistik mit 14,4 Prozent ein. Aus diesem Bereich sind die beiden japanischen Autobauer Toyota und Honda unter den Top-10-Positionen vertreten. 13,3 Prozent des FondsVermögens sind in Chemieunternehmen investiert, Elektronikkonzerne decken 8,1 Prozent des Portfolios ab. Aus dem Elektroniksektor werden von Slattery besonders Tokyo Electron sowie Sumitomo Electric Industries favorisiert, die beide ihren Platz unter den zehn größten Einzelpositionen des Fonds finden. Telekommunikationsunternehmen wie NTT DoCoMo sind im Japan-Fonds von Fidelity mit 8,0 Prozent gewichtet. 7,6 Prozent des FondsVolumens entfallen auf Pharmawerte. Abgerundet wird das Portfolio durch Handelsfirmen wie die Supermarktkette Lawson (5,3 Prozent) sowie Unternehmen aus dem Bereich der Grundstoffe (3,3 Prozent). Liquide Mittel in Höhe von 5,5 Prozent ermöglichen es dem Fonds, auch künftig die Chancen unterbewerteter Substanztitel zu nutzen.

SJB Fazit. Fidelity Japan Advantage Fund.

Japan erholt sich weit besser als gedacht vom Schock des Tsunamis und seinen Folgen. Nach einer langen Baisse an Tokios Aktienmarkt sind die Bewertungen japanischer Unternehmen auf einem attraktiven Niveau angekommen. Hiervon profitiert der Fidelity Japan Advantage Fund, der mit seiner Stockpicking-Strategie einen hohen Renditevorsprung zum Vergleichsindex eingefahren hat. Konnichi wa, Japan!

Fidelity. Hintergründig.

Die US-amerikanische FondsGesellschaft Fidelity wurde 1946 gegründet. Publikumsfonds in Deutschland: 140. Deren verwaltetes Vermögen:12,3 Milliarden Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 4.500, davon 316 in Deutschland. Geschäftsführer: Dr. Christian Wrede, Dr. Evelyn Muth und Ellen Posch. Stand: 30.06.2011. SJB Abfrage: 02.02.2012.

Kategorie: FondsPortrait

Anlagegebiet: Japan

FondsName: Fidelity Japan Advantage Fund A-JPY

Anbieter: Fidelity Investments

FondsManager: Ronald Slattery

ISIN: LU0161332480

WKN: A0CA6W

Auflage: 30.01.2003

MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5

Internet: http://www.fidelity.de

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Autor

Gerd Bennewirtz ist geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989. Seit 20 Jahren berät er FondsKunden. Das macht erfahren und wachsam. Ihr SJB FondsPortrait folgt darum festen Prinzipien: 1. Unabhängigkeit. Die FondsDaten stammen aus erster Hand, die Marktdaten von Experten aus aller Welt. 2. Individualität. Die Themen sind Ihre Themen. Täglich destilliert aus 5.000 aktiven Mandaten von Unternehmern und Führungskräften. 3. Antizyklik. Wir servieren frische Märkte mit Perspektive. 4. Zuverlässigkeit. Wir liefern verlässlich das SJB FondsPortrait. Auf Wunsch täglich, wöchentlich oder monatlich. Gratis unter FondsPortrait@sjb.de oder www.sjb.de.