Commerzbank - ist bei 2,00 Euro Schluss?
Frankfurt 06.02.2012 (www.emfis.de) Die Aktie der Commerzbank hat im Januar eine spektakuläre Rallye hingelegt. In den vergangenen beiden Wochen flaute die Kursdynamik dann aber erheblich ab.In der zweiten Januar-Hälfte wurde ein Zwischenhoch von 1,95 Euro erreicht, das seitdem nicht mehr nachhaltig überwunden werden werden konnte, obwohl beispielsweise der DAX im gleichen Zeitraum weiter anzog. Die Zurückhaltung der Anleger hat überwiegend fundamentale Gründe.
Weltuntergangsstimmung ist Vergangenheit
Zwar hat sich die Situation des Instituts zuletzt scheinbar erheblich aufgebessert. Die Commerzbank dürfte einen weitaus höheren Anteil der milliardenschweren Eigenkapitallücke, von der vor einigen Monaten noch die Rede war, aus eigener Kraft auffüllen können. Möglicherweise kommt die Gesellschaft sogar ganz ohne Kapitalerhöhung resp. neue Staatshilfen aus. Noch bestehen hierüber aber Unklarheiten. Das Institut hat seine Pläne zur Rettung aus eigener Kraft bereits der Bankenaufsicht EBA vorgelegt – es ist aber noch nicht bekannt, wie diese dort letztlich bewertet werden.
Bei 2,00 Euro liegt der Deckel drauf
Auch aus charttechnischer Sicht ist derzeit wieder mehr Zurückhaltung angesagt. Spätestens im Bereich um 2,00 Euro befindet sich ein hartnäckiger Widerstand. Bereits in den zaghaften Erholungsphasen von Ende September und Ende Oktober gelang es der Aktie nicht, dieses Niveau zu knacken. Schlimmer noch: Nachdem im Oktober der zweite Angriff auf diese Marke erneut erfolglos blieb, sackte der Wert umgehend auf ein neues Allzeittief ab.
Das aktuelle Kursniveau stellt deshalb nicht zwingend ein ideales Einstiegsniveau dar. Selbst wenn man davon ausgeht, dass demnächst wieder positive Nachrichten eintreffen werden, die den Kurs nochmals in Schwung bringen könnten, hat sich die Wahrscheinlichkeit einer vorausgehenden Konsolidierung doch erhöht.
Konsolidierung nicht auszuschließen
Zum einen ist der Gesamtmarkt nach den deutlichen Zugewinnen der vergangenen Wochen für eine Korrektur anfälliger geworden, was den Titel dann mit nach unten ziehen könnte. Zum anderen besteht die Gefahr, dass der Gegenwind von der Nachrichtenseite her speziell für die Commerzbank-Aktie wieder stärker wird. Ein potenzieller Belastungsfaktor ist die Griechenland-Krise, bei der sich eine Lösung möglicherweise schwieriger gestaltet, als dies zuletzt erhofft wurde. Daneben droht auch von Seiten anderer Schuldnerländer wie Portugal demnächst womöglich neues Ungemach. Die ungeklärte Zukunft der angeschlagenen Tochter Eurohypo stellt ein weiteres Damoklesschwert dar.
Aus der rein charttechnischen Sicht würde erst ein Überwinden des Widerstands bei 2,00 Euro wieder ein klares Einstiegssignal darstellen. Und auch dann ist eine weiterhin äußerst volatile Kursentwicklung zu erwarten.
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