Börse Frankfurt am Mittag Verluste, Douglas im Höhenrausch
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben einen schwächeren Start in die neue Handelswoche erwischt und notieren am Montag auch zur Mittagszeit im Minus. Die Stimmung der Investoren wird dabei durch die anhaltende Hängepartie um einen Schuldenschnitt Griechenlands belastet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verliert aktuell 0,62 Prozent auf 6.724,88 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,47 Prozent auf 10.364,97 Stellen fällt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,15 Prozent auf 4.926,33 Zähler nach unten. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verschlechtert sich um 0,49 Prozent auf 767,96 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,34 Prozent auf 138,79 Punkte, während sich der Euro um 0,46 Prozent auf 1,3063 US-Dollar verbilligt.
Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Berlin heute mitteilte, hat sich der Auftragseingang in der Industrie im Dezember 2011 erhöht. Nach vorläufigen Angaben kletterten die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent. Im Vormonat waren sie hingegen um 4,9 Prozent gesunken. Der Umfang an Großaufträgen war für einen Dezember unterdurchschnittlich. Die deutschen Reallöhne sind derweil im Jahr 2011 weiter angewachsen. Wie das Statistische Bundesamt heute erklärte, lagen die Reallöhne, d.h. die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, nach vorläufigen Angaben um durchschnittlich 1,0 Prozent höher als im Vorjahr, nach einem Plus von 1,5 Prozent in 2010. Ferner lagen die Nominallöhne im Jahr 2011 nach bisher vorliegenden Ergebnissen um voraussichtlich 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert, die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 2,3 Prozent.
Die US-Börsen dürften heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,27 Prozent. Der NASDAQ-Future gibt um 0,40 Prozent nach, während der S&P-Future 0,45 Prozent verliert. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Der Chef der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005), der nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) unter Druck gerät, prüft eine Klage gegen die Entscheidung der EU-Kommission. Wie er in einem Zeitungsinterview erklärte, kann das Unternehmen aber auch aus eigener Kraft wachsen. Nach Aussage von Reto Francioni behält sich sein Konzern eine Klage gegen die EU-Entscheidung vor. Eine Entscheidung könne erst fallen, wenn die Begründung der Kommission juristisch analysiert und bewertet wurde. Jedoch hält Francioni die Argumente der Wettbewerbskommission für schwach. Das Papier verliert 0,3 Prozent an Wert. Spitzenreiter im DAX ist zur Mittagszeit weiterhin die Aktie von RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) mit einem Zugewinn von 2 Prozent. Der Versorger wird seinen Sparkurs voraussichtlich noch einmal verschärfen. Für Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) geht es um 0,3 Prozent nach unten. Der Technologiekonzern wird zwölf Gasturbinen, sechs Dampfturbinen und 18 Generatoren für das Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk Qurayyah IPP im Königreich Saudi-Arabien liefern. Siemens hat den Auftrag von Samsung C&T erhalten. Das Auftragsvolumen inklusive eines langjährigen Service- und Wartungsvertrags liegt für Siemens den Angaben zufolge bei mehr als 1 Mrd. US-Dollar.
Einem Pressebericht zufolge wird ferner nun auch der Versicherungskonzern Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) in den Skandal um schadhafte Brustimplantate verwickelt. Wie es heißt, hat eine Patientenkanzlei, die eigenen Angaben zufolge rund 80 Geschädigte vertritt, ihre Klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld beim Landgericht Karlsruhe auf den deutschen Konzern ausgedehnt. Die Allianz ist zwar der Haftpflichtversicherer von Poly Implant Prothèse (PIP), dem Unternehmen, das die schadhaften Implantate verkauft hatte, jedoch sei fraglich, ob die Allianz tatsächlich für den Schaden einstehen muss, da PIP vorsätzlich gehandelt hat. Der Titel verliert 1,5 Prozent an Wert. Daneben fahren Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) um 0,4 Prozent vor. Der Automobilhersteller gab bekannt, dass Mercedes-Benz-Lkw einen Großauftrag erhalten hat. So hat der langjährige Großkunde Rosenbauer (ISIN AT0000922554/ WKN 892502) rund 620 Lkw geordert, die mit feuerwehrspezifischen Aufbauten versehen zwischen 2012 und 2014 an die Lebensretter im arabischen Königreich ausgeliefert werden. Für Mercedes-Benz Lkw handelt es sich um den bisher größten Einzelauftrag für Fahrgestelle mit Feuerwehr-Aufbau. Der letzte Platz im DAX wird schließlich von der Deutschen Bank mit einem Verlust von 2,3 eingenommen.
GEA Group (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) legen um 2,4 Prozent zu. Der Technologiekonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen Zahlen sowohl Umsatz als auch Ergebnis verbessert. Zudem soll die Dividende deutlich angehoben werden. Der Umsatz des Konzerns legte im Gesamtjahr mit 5,42 Mrd. Euro ebenfalls um 23 Prozent zu. Das operative Ergebnis, also das EBIT vor Effekten aus Kaufpreisallokationen, kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 43 Prozent auf 525 Mio. Euro. Die entsprechende EBIT-Marge des Konzerns stieg um rund 140 Basispunkte auf 9,7 Prozent. Bester Wert im MDAX ist derzeit die Aktie von Douglas (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) mit einem Zugewinn von 5,1 Prozent. Der Drogeriemarkt-Unternehmer und Aktionär der Douglas Holding, Erwin Müller, hat Zugriff auf weitere rund 15 Prozent der Douglas-Aktien. Wie der Einzelhandelskonzern heute verlautbarte, wurde ihm von Müller mitgeteilt, dass dieser über mit ihm verbundene Unternehmen unverändert gut 10 Prozent der Aktien hält. Außerdem ist Müller Stillhalter von so genannten Verkaufs-Optionen und kann deshalb in nächster Zeit von dritter Seite weitere Aktien im Volumen von rund 15 Prozent angedient bekommen.
PSI (ISIN DE000A0Z1JH9/ WKN A0Z1JH) verbessern sich um 0,9 Prozent. Das Unternehmen verstärkt sich durch die Übernahme der Schweizer Time-steps AG im Bereich Energiewirtschaftlicher Lösungen. Bei Time-steps handelt es sich um ein Softwareunternehmen, das sich auf integrierte statistische und mathematische Lösungen für Energieversorger spezialisiert hat. Von Time-steps entwickelte spezialisierte Optimierungsmodelle ermöglichen unter anderem den optimalen Einsatz von Energiespeichern, die künftig eine immer wichtigere Rolle für die Integration erneuerbarer Energien spielen werden.
DAX: 6.724,88 (-0,62 Prozent) MDAX: 10.364,97 (-0,47 Prozent) SDAX: 4.926,33 (-0,15 Prozent) TecDAX: 767,96 (-0,49 Prozent) (06.02.2012/ac/n/m)

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