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Aktien Frankfurt Verluste nach Rally - Weiter keine Lösung für Griechenland

Autor: dpa-AFX
 |  06.02.2012, 14:43  |  491 Aufrufe  |   0  | 

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist nach der jüngsten Kursrally mit Verlusten in die Woche gestartet. Laut Börsianern drückte am Montag die immer noch fehlende Lösung für die Schuldenprobleme Griechenlands etwas auf die Notierungen. Der Dax verlor am Nachmittag 0,26 Prozent auf 6.748,94 Punkte. Am Freitag hatte der Leitindex mit einem Wochenplus von knapp 4 Prozent geschlossen und mit der siebten Gewinnwoche in Folge zudem die beste Entwicklung seit Anfang 2007 hingelegt. Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Montag um 0,22 Prozent auf 10.391,19 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,09 Prozent auf 771,05 Punkte.

Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg sprachen mit Blick auf Griechenland von einer 'Verschnaufpause' nach der 'euphorischen Würdigung der US-Konjunkturzahlen' vor dem Wochenende. Die vorhandene Liquidität sollte die Kurse indes weiter antreiben. Ein Teil der Mittel, die die Europäische Zentralbank den Banken bereitgestellt habe, gelange offensichtlich direkt in die Aktienmärkte, und 'dass die Quartalszahlen der europäischen Konzerne im Mittel eher mau ausfallen, wird als Vergangenheit abgehakt'. Dazu kamen positive Konjunktursignale auch aus Deutschland: Die Aufträge für die hiesige Industrie legten im Dezember dank gestiegener Auslandsaufträge stärker zu als erwartet.

Derweil richten die Experten von Bernecker den Blick auf die USA, wo neben dem Arbeitsmarkt auch die charttechnische Verfassung der wichtigen Aktienindizes Dow Jones Industrial und S&P-500-Index positive Signale aussende. Risiken drohten allerdings von einem möglichen Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen, der zu ähnlichen Kursverwerfungen führen könnte wie die japanische Tsunami- und Atomkatastrophe im vergangenen März.

BANKEN VERLIEREN WEGEN WEGEN GRIECHENLAND-PROBLEMEN

Die Aktien der Banken gehörten angesichts der weiter fehlenden Lösung für die Probleme Griechenlands zu den Verlierern. Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade verwies darauf, dass Investoren gerade bei Banken weiter sehr nervös seien. 'Auf der einen Seite haben sie einen Großteil der diesjährigen Performance verpasst, da viele Fondsmanager den Finanzsektor untergewichtet hatten.' Auf der anderen Seite schwebten aber weiterhin die Risiken über der Branche. 'Bei einem Stimmungswechsel kann die Party im Finanzsektor sehr schnell beendet sein', so der Börsianer. Für die Titel der Commerzbank ging es um 1,20 Prozent auf 1,893 Euro nach unten. Die Titel des heimischen Branchenprimus Deutsche Bank büßten 1,54 Prozent auf 33,515 Euro ein.

Dagegen legten die RWE-Titel als bester Wert um 2,11 Prozent auf 32,250 Euro zu, nachdem der Energiekonzern einen verschärften Sparkurs angekündigt und mehrere Analysten sich positiv zu den Aktien geäußert hatten. Im MDax stiegen die Gea-Titel nach überraschend guten Zahlen für das vergangene Jahr um 2,77 Prozent auf 26,180 Euro. Analysten lobten auch den konservativen Ausblick des Maschinenbau-Konzerns, der den Markterwartungen Spielraum nach oben lasse.

DOUGLAS PROFITIEREN VON STIMMRECHTE-MITTEILUNG

Die Aktien von Douglas sprangen nach einer Stimmrechte-Mitteilung um 5,01 Prozent auf 33,950 Euro hoch und setzten sich damit an die MDax-Spitze. Die Papiere profitierten von einer Stimmrechte-Mitteilung, der zufolge der ungeliebte Mit-Aktionär Erwin Müller, Inhaber der gleichnamigen Drogeriekette, sich über Derivate den Zugriff auf eine Sperrminorität von über 25 Prozent sichern könnte. Ein Börsianer sagte: 'Damit könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte selber aktiv werden oder den Preis nach oben treiben wollen. Jedenfalls bringt die Mitteilung nochmal Fantasie in den Kurs.'

Indes gaben die Aktien von Sky Deutschland nach der jüngsten Kursrally um zweieinhalb Prozent nach. Händler verwiesen auf einen Bericht im 'Spiegel', dem zufolge die Deutsche Telekom selbst für exklusive Bundesliga-Übertragungsrechte via Satellit und Kabel bieten wolle. Dies könnte zu einem Bieterkrieg mit dem Bezahlsender führen. 'Das war schon vergangene Woche zu hören, aber die Sky-Aktien haben zuletzt von guten Abonnentenzahlen profitiert', kommentierte ein Händler. Ein Bieterkrieg mit der Telekom könnte teuer werden, weshalb er den Anlegern mit Blick auf die Sky-Aktie rate, abzuwarten. In den drei Handelstagen zuvor hatte diese bei sehr hohen Umsätzen mehr als ein Drittel an Wert gewonnen, so dass viele Händler die Abgaben als Reaktion werteten./gl/tih

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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