Wette auf den Tod Deutsche Bank mit Lebensversicherungsfonds in der Kritik
Harsche Kritik an der Deutschen Bank: Grund ist ein Anlagefonds, bei dem mit der Lebenserwartung von Menschen spekuliert wird. „Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen“, schreibt die Ombudsstelle des Bankenverbands an einen Anleger, der sein Geld zurückfordert. Ein Gericht müsse die Frage klären, ob die „Wette auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises nicht gegen sich aus unserer Sittenordnung ergebende Verhaltensverbote verstößt“, berichtet das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.
Der morbideste von drei Lebensversicherungsfonds ist der „db Kompass Life 3“. Die Deutsche Bank sammelte insgesamt über 700 Millionen Euro bei Kleinanlegern ein. Normalerweise kaufen solche Fonds Lebensversicherungen auf, um im Todesfall die Versicherungssumme zu kassieren. Doch das Geldinstitut ging beim Lebensversicherungsfonds „db Kompass Life 3“ einen Schritt weiter: Anstatt eche Policen einzukaufen, bot dei Deutsche Bank Anlegern mit dem „db Kompass Life 3“ eine Art Wette auf die Restlebensdauer von rund 500 Personen an, die von einer „Tracking Company“ regelmäßig kontaktiert werden.
Dem Produkt liegen komplexe versicherungsmathematische Modelle zugrunde. Doch das Prinzip ist einfach: Je früher die sogenannten Referenzpersonen des Fonds sterben, desto höher ist der Gewinn für die Anleger. „Das ist ein makabres Rechenspiel ohne jedes Investitionsobjekt“, sagt der Rechtsanwalt Tilman Langer, der rund 30 Anleger des Fonds vertritt.
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