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Börse Frankfurt Schluss Schwächer, Deutsche Börse AG im Aufwind

 |  06.02.2012, 18:28  |  1080 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben einen schwächeren Start in die neue Handelswoche erwischt und notierten im Minus. Die Stimmung der Investoren wurde dabei durch die anhaltende Hängepartie um eine Lösung der Griechenland-Krise belastet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 0,03 Prozent auf 6.764,83 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 0,37 Prozent nach auf 10.374,96 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,50 Prozent nach oben auf 4.958,22 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,28 Prozent auf 769,62 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 0,36 Prozent auf 138,82 Zähler, während der Euro um 0,01 Prozent auf 1,3125 Dollar anzog.

In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,33 Prozent im Minus. In Deutschland steht morgen die Veröffentlichung der Zahlen zur deutschen Produktion im produzierenden Gewerbe für Dezember 2011. In den USA werden die Verbraucherkredite veröffentlicht. Ferner steht die Rede von Fed-Chairman Bernanke auf dem Programm.

Der Chef der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005), der nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) unter Druck gerät, prüft eine Klage gegen die Entscheidung der EU-Kommission. Wie er in einem Zeitungsinterview erklärte, kann das Unternehmen aber auch aus eigener Kraft wachsen. Nach Aussage von Reto Francioni behält sich sein Konzern eine Klage gegen die EU-Entscheidung vor. Eine Entscheidung könne erst fallen, wenn die Begründung der Kommission juristisch analysiert und bewertet wurde. Jedoch hält Francioni die Argumente der Wettbewerbskommission für schwach. Das Papier gewann über 2,6 Prozent an Wert und war damit Spitzenreiter im DAX.

Die Aktie von RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) behauptete sich mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent an zweiter Stelle. Der Versorger wird seinen Sparkurs voraussichtlich noch einmal verschärfen. Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) notierten nahezu unverändert. Der Technologiekonzern wird zwölf Gasturbinen, sechs Dampfturbinen und 18 Generatoren für das Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk Qurayyah IPP im Königreich Saudi-Arabien liefern. Siemens hat den Auftrag von Samsung C&T erhalten. Das Auftragsvolumen inklusive eines langjährigen Service- und Wartungsvertrags liegt für Siemens den Angaben zufolge bei mehr als 1 Mrd. US-Dollar.

Einem Pressebericht zufolge wird ferner nun auch der Versicherungskonzern Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) in den Skandal um schadhafte Brustimplantate verwickelt. Wie es heißt, hat eine Patientenkanzlei, die eigenen Angaben zufolge rund 80 Geschädigte vertritt, ihre Klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld beim Landgericht Karlsruhe auf den deutschen Konzern ausgedehnt. Die Allianz ist zwar der Haftpflichtversicherer von Poly Implant Prothèse (PIP), dem Unternehmen, das die schadhaften Implantate verkauft hatte, jedoch sei fraglich, ob die Allianz tatsächlich für den Schaden einstehen muss, da PIP vorsätzlich gehandelt hat. Der Titel verlor 0,4 Prozent an Wert. Daneben notierten Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) fast auf Vortagesniveau. Der Automobilhersteller gab bekannt, dass Mercedes-Benz-Lkw einen Großauftrag erhalten hat. So hat der langjährige Großkunde Rosenbauer (ISIN AT0000922554/ WKN 892502) rund 620 Lkw geordert, die mit feuerwehrspezifischen Aufbauten versehen zwischen 2012 und 2014 an die Lebensretter im arabischen Königreich ausgeliefert werden. Für Mercedes-Benz Lkw handelt es sich um den bisher größten Einzelauftrag für Fahrgestelle mit Feuerwehr-Aufbau. Der letzte Platz im DAX wurde schließlich von der Deutschen Post mit einem Verlust von 2,4 eingenommen.

GEA Group (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) legten heute um 1,3 Prozent zu. Der Technologiekonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen Zahlen sowohl Umsatz als auch Ergebnis verbessert. Zudem soll die Dividende deutlich angehoben werden. Der Umsatz des Konzerns legte im Gesamtjahr mit 5,42 Mrd. Euro ebenfalls um 23 Prozent zu. Das operative Ergebnis, also das EBIT vor Effekten aus Kaufpreisallokationen, kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 43 Prozent auf 525 Mio. Euro. Die entsprechende EBIT-Marge des Konzerns stieg um rund 140 Basispunkte auf 9,7 Prozent. Bester Wert im MDAX war die Aktie von Douglas (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) mit einem Zugewinn von 4,5 Prozent. Der Drogeriemarkt-Unternehmer und Aktionär der Douglas Holding, Erwin Müller, hat Zugriff auf weitere rund 15 Prozent der Douglas-Aktien. Wie der Einzelhandelskonzern heute verlautbarte, wurde ihm von Müller mitgeteilt, dass dieser über mit ihm verbundene Unternehmen unverändert gut 10 Prozent der Aktien hält. Außerdem ist Müller Stillhalter von so genannten Verkaufs-Optionen und kann deshalb in nächster Zeit von dritter Seite weitere Aktien im Volumen von rund 15 Prozent angedient bekommen.

PSI (ISIN DE000A0Z1JH9/ WKN A0Z1JH) verbesserten sich um 2,6 Prozent. Das Unternehmen verstärkt sich durch die Übernahme der Schweizer Time-steps AG im Bereich Energiewirtschaftlicher Lösungen. Bei Time-steps handelt es sich um ein Softwareunternehmen, das sich auf integrierte statistische und mathematische Lösungen für Energieversorger spezialisiert hat. Von Time-steps entwickelte spezialisierte Optimierungsmodelle ermöglichen unter anderem den optimalen Einsatz von Energiespeichern, die künftig eine immer wichtigere Rolle für die Integration erneuerbarer Energien spielen werden.

DAX: 6.764,83 (-0,03 Prozent) MDAX: 10.374,96 (-0,37 Prozent) SDAX: 4.958,22 (+0,50 Prozent) TecDAX: 769,62 (-0,28 Prozent) (06.02.2012/ac/n/m)

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