Börse Frankfurt am Morgen Verhaltener Start, Fielmann deutlich unter Druck
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach eher schwächeren Vorgaben aus den USA startet der DAX am Morgen leichter in den neuen Handelstag. Dabei dominiert nach wie vor die Sorge über einen immer wahrscheinlicher werdenden Staatsbankrott Griechenlands das Geschehen. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verschlechtert sich aktuell um 0,16 Prozent auf 6.753,68 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) verliert um 0,56 Prozent auf 10.316,66 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,02 Prozent nach oben auf 4.959,00 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) gewinnt um 1,69 Prozent auf 826,76 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,22 Prozent auf 138,93 Zähler, während sich der Euro um 0,19 Prozent auf 1,3142 US-Dollar verteuert.
Die wichtigsten Indizes an der Wall Street verzeichneten am Montag vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden Griechenland-Krise leichte Abschläge. Der Dow Jones (ISIN US2605661048 / WKN 969420) notierte mit 0,13 Prozent im Minus bei 12.845,13 Punkten, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271 / WKN 969427) 0,13 Prozent auf 2.901,99 Zähler nachgab. Für den S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) ging es um 0,04 Prozent nach unten auf 1.344,33 Punkte. In den USA stehen am Abend die Verbraucherkredite zur Veröffentlichung an. Außerdem geht die Quartalszahlensaison in eine neue Runde. Unter anderem gewähren Schwergewichte wie Coca-Cola und Walt Disney einen Einblick in ihre Bücher.
Im DAX steht unter anderem die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212), im Fokus. Einem Medienbericht zufolge will der Vorstandschef der führenden deutschen Fluglinie, Christoph Franz, die operative Rendite der Fluggesellschaft langfristig auf 8 Prozent steigern. Das neue Sparziel von 1,5 Mrd. Euro will Franz unter anderem über einen Personalabbau in noch unbekannter Größenordnung sowie eine straffere Konzernstruktur erreichen, bei der einige Konzerntöchter Teile ihrer bisherigen Eigenverantwortung abgeben müssen. Zu Handelsbeginn muss die Aktie dennoch abgeben und verbilligt sich um mehr als 1 Prozent. Ebenfalls schwächer tendieren derzeit adidas und Henkel.
Auch bei der zur Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gehörenden Geschäftskundensparte T-Systems soll es einem Pressebericht zufolge mittelfristig deutliche Einsparungen geben. So will T-Systems viel mehr Arbeit in Ländern mit niedrigen Löhnen erledigen lassen. Das sagte Reinhard Clemens, Vorstand der Deutschen Telekom AG und Leiter von T-Systems, in einem Zeitungsinterview. "Aktuell erledigen Programmierer und Techniker in Ländern mit besonders günstigen Löhnen rund ein Viertel der Arbeit, 2015 sollte dieser "Offshore-Anteil" bei 40 bis 50 Prozent liegen. So entfällt hierzulande ein entsprechender Anteil - bei Freiberuflern und Partnerfirmen, aber auch Mitarbeitern." Gleichzeitig beschrieb es Clemens als "Kraftakt", eine Milliarde Euro bis 2015 einzusparen, indem zusätzlich unter dem Dach der T-Systems die gesamte interne Computertechnik der Telekom zusammengezogen wird. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Clemens aus: "Wenn wir Personalumbau machen, dann ist der auch sozialverträglich." Anteilsscheine der Deutschen Telekom sind derzeit mit Zugewinnen von rund 0,3 Prozent im oberen Mittelfeld zu finden. An der Spitze präsentieren sich derzeit HeidelbgerCement mit Zugewinnen von 1,5 Prozent, während RWE und K+S um jeweils mehr als 1 Prozent zulegen können.
Im MDAX gab es bei der Optikerkette Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) Zahlen für das abgelaufene Fiskaljahr. Wie Europas führende Optikerkette am Dienstag auf Basis vorläufiger Berechungen verkündete, lag der Konzernumsatz im abgelaufenen Fiskaljahr demnach mit 1,05 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 994 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis liegt voraussichtlich bei 172 Mio. Euro, nach 170,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss erreichte nach vorläufigen Berechungen 124 Mio. Euro, nach 120,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Anschluss zeigte sich Fielmann zuversichtlich, seine Marktanteile weiter ausbauen zu können. Das Unternehmen verdanke seinen Erfolg strikter Kundenorientierung und engagierten Mitarbeitern und habe im abgelaufenen Berichtsjahr deren Leistung mit einer deutlichen Gehaltsanpassung gewürdigt. Hinzu seien für besondere Leistungen Tantieme- und Aktienprogramme gekommen, die überwiegend im vierten Quartal ausgeschüttet worden seien. Der gesamte Personalaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28 Mio. Euro. Die ersten Wochen des laufenden Jahres stimmen den Konzern eigenen Angaben zufolge zuversichtlich. Bei den Anlegern kommt das Zahlenwerk nicht gut an. Aktuell verbilligt sich die Aktie um mehr als 7 Prozent und steht damit mit deutlichem Abstand am unteren Ende des MDAX.
Ebenfalls leichter präsentiert sich zu Handelsbeginn die Aktie des Modekonzerns GERRY WEBER (ISIN DE0003304101/ WKN 330410): Konzernangaben vom Dienstag zufolge erzielte der Retail-Bereich einen Januar-Umsatz in Höhe von 21,1 Mio. Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat von 4,0 Mio. Euro bzw. 23,4 Prozent entspricht. "Diese Zahlen stimmen uns positiv für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12. Mit dem leichten flächenbereinigten Minus von rund 1 Prozent hatten wir gerechnet, da die Vorlage des Vorjahres mit 20,5 Prozent Umsatzplus doch extrem hoch gewesen ist und entsprechend schwer zu überbieten war", erklärte Geschäftsführer Ralf Weber. Derzeit verbilligt sich der Wert um knapp 0,5 Prozent.
Vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr gab es auch beim Hafenbetreiber HHLA (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848): Demnach hat die HHLA im Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen, noch nicht testierten Zahlen einen Konzernumsatz von rund 1,22 Mrd. Euro (Vorjahr: 1.07 Mrd. Euro) erzielt und ein Betriebsergebnis (EBIT) von rund 205 Mio. Euro (Vorjahr: 193 Mio. Euro) erwirtschaftet. Das börsennotierte Kerngeschäft der HHLA, der Teilkonzern Hafenlogistik, erzielte Erlöse von rund 1,19 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,04 mrd. Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 195 Mio. Euro (Vorjahr: 180 Mio. Euro). Damit hat die HHLA ihre im Herbst 2011 präzisierte Jahresprognose erfüllt. In den Ergebnisgrößen sind zuvor erwähnte Wertberichtigungen von rund 10 Mio. Euro. Der Umschlag der HHLA im Segment Container legte im abgelaufenen Jahr um 21,3 Prozent auf 7,1 Millionen Standardcontainer (TEU) zu. Damit übertraf die HHLA beim Mengenwachstum nach den bisher veröffentlichten Zahlen die großen Häfen der Nordrange (Rotterdam, Antwerpen). Der Konzern konnte wie auch schon 2010 Marktanteile gewinnen und damit seine Marktposition ausbauen. Getragen wurde das Wachstum des Containerumschlags von prozentual zweistelligen Zuwächsen in den für die HHLA besonders wichtigen Fahrtgebieten Fernost und Osteuropa sowie dem weiter verbesserten Serviceangebot der HHLA bei der Abfertigung von Großschiffen. Aktuell kann die Aktie von HHLA um 0,6 Prozent anziehen.
Auch der Baukonzern HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) steht zu Handelsbeginn im Fokus, nachdem die australische Tochter Leighton (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) einen weiteren Großauftrag an Land ziehen konnte. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde die Leighton-Tochter Thiess Pty. Ltd. von dem Minenkonzern Oz Minerals mit der Erweiterung der in Südaustralien gelegenen Prominent Hill Copper and Gold Mine beauftragt. Das Rahmenabkommen mit einer Laufzeit von sechs Jahren hat einen Gesamtauftragswert von rund 1 Mrd. Australischen Dollar (AUD). Aktuell kann der Wert um 0,5 Prozent zulegen.
An der Spitze kann Wacker Chemie um mehr als 1 Prozent zulegen. Daneben sind auch ProSiebenSat.1 und TUI gefragt.
Im TecDAX kann centrotherm zu Handelsbeginn mit Zugewinnen von mehr als 6 Prozent die Spitze übernehmen. Gefragt sind außerdem QSC und Süss Microtec mit Aufschlägen von mehr als 2 Prozent. Am unteren Ende verbilligt sich derzeit Q-CELLS um 3,8 Prozent. Im SDAX muss Air Berlin (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) zu Beginn Federn lassen. Wie aus einer am Morgen veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde im Januar ein Rückgang bei der Zahl der beförderten Passagiere veröffentlicht. Demnach wurden im Berichtszeitraum 1.901.779 (2011: 2.145.188) Fluggäste befördert, was einem Minus von 11,3 Prozent entspricht. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen die Kapazität gezielt um 14,4 Prozent. Die Januarauslastung der Flotte konnte erstmals seit Beginn der Veröffentlichung der Verkehrszahlen auf rund 75 (2011: 72,35) Prozent gesteigert werden. Das entspricht einem Plus von 2,6 Prozentpunkten. Derzeit verbilligt sich der Wert um knapp 0,2 Prozent.
Der Online-Broker comdirect bank (ISIN DE0005428007/ WKN 542800) präsentierte daneben die Zahlen für den Monat Januar. Unternehmensangaben zufolge erhöhte sich die Kundengesamtzahl der comdirect Gruppe Ende Januar auf 2.639.216 (Dezember 2.630.525). Es wurden 1.682.260 Wertpapierdepots geführt (Dezember: 1.683.301), und das betreute Kundengesamtvermögen lag im Januar bei 43,27 Mrd. Euro (Dezember: 41,59 Mrd. Euro). Die Aktie von comdirect präsentiert sich derzeit leicht fester und liegt mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent im Mittelfeld.
Deutlichere Zugewinne sind aktuell bei GfK und Hawesko auszumachen, die jeweils 1,6 Prozent anziehen können. Am unteren Ende des SDAX sind bei Norma und zooplus Abschläge von rund 1 Prozent auszumachen.
DAX: 6.753,68 (-0,16 Prozent) MDAX: 10.316,66 (-0,56 Prozent) SDAX: 4.959,00 (+0,02 Prozent) TecDAX: 769,04 (-0,08 Prozent) (07.02.2012/ac/n/m)

0
