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Börse Frankfurt am Mittag Deutlichere Abschläge, K+S fester, Fielmann deutlich unter Druck

 |  07.02.2012, 12:06  |  936 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte müssen am Mittag deutlichere Abschläge hinnehmen. Dabei belastet die Hängepartie um das hochverschuldete Euro-Mitglied Griechenland erneut die Gemüter der Investoren. Sollte sich nicht bald eine Einigung ergeben, droht Griechenland die Staatspleite. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verschlechtert sich aktuell um 0,45 Prozent auf 6.734,42 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) verliert um 0,94 Prozent auf 10.277,03 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,37 Prozent nach unten auf 4.940,02 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verliert um 0,73 Prozent auf 764,00 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,27 Prozent auf 139,00 Zähler, während sich der Euro um 0,11 Prozent auf 1,3132 US-Dollar verteuert.

Nachdem die wichtigsten US-Indizes am Vorabend mit Abschlägen geschlossen hatten, zeichnet sich aktuell eine gemischte Handelseröffnung an der Wall Street ab. So verteuert sich der Dow Jones-Future derzeit leicht um 3,00 Punkte, während der S&P500-Kontrakt um 0,30 Zähler abgeben muss. Der NASDAQ 100-Future notiert derzeit mit einem Minus von 1,00 Zählern. Am Abend werden die Daten zur Entwicklung der US-Verbraucherkredite bekannt gegeben. Daneben geht auch die laufende Quartalszahlensaison in eine weitere Runde. Unter anderem veröffentlichen im Laufe des Tages Coca-Cola und Walt Disney ihre Quartalsberichte.

Im DAX präsentiert sich derzeit die Aktie des Düngemittelherstellers K+S mit Zugewinnen von mehr als 1,5 Prozent an der Spitze. Dabei kann der Wert von positiven Geschäftszahlen des norwegischen Konkurrenten Yara International (ISIN NO0010208051/ WKN A0BL7F) profitieren, der zuvor für das vierte Quartal mit einem überraschend deutlichen Gewinnanstieg aufwarten konnte. Auch Anteilsscheine der Münchener Rück und der Deutschen Börse sind derzeit mit Zugewinnen von 0,9 bzw. 0,8 Prozent mit am oberen Ende des DAX zu finden.

Leichte Zugewinne sind daneben auch bei der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) auszumachen. Die Geschäftskundensparte T-Systems will einem Medienbericht zufolge viel mehr Arbeit in Ländern mit niedrigen Löhnen erledigen lassen. Das sagte Reinhard Clemens, Vorstand der Deutsche Telekom AG und Leiter von T-Systems, in einem Zeitungsinterview. "Aktuell erledigen Programmierer und Techniker in Ländern mit besonders günstigen Löhnen rund ein Viertel der Arbeit, 2015 sollte dieser Offshore-Anteil bei 40 bis 50 Prozent liegen. So entfällt hierzulande ein entsprechender Anteil - bei Freiberuflern und Partnerfirmen, aber auch Mitarbeitern." Gleichzeitig beschrieb es Clemens als "Kraftakt", 1 Mrd. Euro bis 2015 einzusparen, indem zusätzlich unter dem Dach der T-Systems die gesamte interne Computertechnik der Telekom zusammengezogen wird. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Clemens aus: "Wenn wir Personalumbau machen, dann ist der auch sozialverträglich." Derzeit kann die Aktie rund 0,2 Prozent anziehen.

Deutlich schwächer tendiert gegen Mittag die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212), die derzeit rund 1,8 Prozent abgeben muss. Einem Medienbericht zufolge will der Vorstandschef der führenden deutschen Fluglinie, Christoph Franz die operative Rendite der Fluggesellschaft langfristig auf 8 Prozent steigern. Das neue Sparziel von 1,5 Mrd. Euro will Franz unter anderem über einen Personalabbau in noch unbekannter Größenordnung sowie eine straffere Konzernstruktur erreichen, bei der einige Konzerntöchter Teile ihrer bisherigen Eigenverantwortung abgeben müssen. Auch bei Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) sind angesichts negativer Analystenkommentare aktuell größere Abschläge von rund 2,1 Prozent auszumachen. Einem Pressebericht zufolge will der Konzern gegen die ausufernde Masse von Vorschriften für seine Mitarbeiter vorgehen. "Wir haben uns im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, die Regelwerke zu entschlacken", sagte Christine Hohmann-Dennhardt, Vorstand für Integrität und Recht, in einem Zeitungsinterview. Zu ihrem Amtsantritt habe sie insgesamt 1.800 bestehende Regeln vorgefunden. "Wir haben die Zahl mittlerweile auf knapp 1.000 verringert. Und wir sind noch längst nicht am Ende." Schlusslicht im DAX ist derzeit die Aktie von BMW, die rund 2,3 Prozent leichter tendiert.

Im MDAX zeigen sich derzeit Wacker Chemie mit Zugewinnen von rund 2 Prozent an der Spitze. Auch Anteilsscheine von TUI legen gut 1,6 Prozent zu, nachdem die britische Konzerntochter TUI Travel (ISIN GB00B1Z7RQ77/ WKN A0MWY8) den Verlust im ersten Quartal leicht reduzieren konnte.

Am unteren Ende sind hingegen bei der Optikerkette Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) Abschläge von mehr als 7 Prozent auszumachen. Wie Europas führende Optikerkette heute auf Basis vorläufiger Berechnungen verkündete, lag der Konzernumsatz im abgelaufenen Fiskaljahr demnach mit 1,05 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 994 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis liegt voraussichtlich bei 172 Mio. Euro, nach 170,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss erreichte nach vorläufigen Berechnungen 124 Mio. Euro, nach 120,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Anschluss zeigte sich Fielmann zuversichtlich, seine Marktanteile weiter ausbauen zu können.

Schwächer präsentiert sich auch die Aktie des Hafenbetreibers HHLA (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848). Am Morgen hatte der Konzern vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt und dabei einen Umsatz- und Ergebnisanstieg ausgewiesen. Derzeit muss die Aktie nach anfänglichen Aufschlägen mehr als 1 Prozent abgeben.

Der Baukonzern HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) muss ebenfalls Federn lassen, obwohl die australische Tochter Leighton (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) einen weiteren Großauftrag an Land ziehen konnte. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde die Leighton-Tochter Thiess Pty. Ltd. von dem Minenkonzern Oz Minerals mit der Erweiterung der in Südaustralien gelegenen Prominent Hill Copper and Gold Mine beauftragt. Das Rahmenabkommen mit einer Laufzeit von sechs Jahren hat einen Gesamtauftragswert von rund 1 Mrd. Australischen Dollar (AUD). Derzeit verbilligen sich Anteilsscheine von HOCHTIEF um knapp 0,8 Prozent.

Im TecDAX kann centrotherm an der Spitze rund 4,3 Prozent zulegen. Daneben sind auch Drillisch und STRATEC bei den Investoren gefragt. Am unteren Ende geben derzeit AIXTRON um 3,3 Prozent ab.

Im SDAX muss die Aktie der Fluggesellschaft Air Berlin (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) derzeit Einbußen von 0,6 Prozent hinnehmen, nachdem die zweitgrößte deutsche Airline am Morgen ein Minus bei den Passagierzahlen für den Monat Januar ausgewiesen hatte. Leichte Zugewinne sind unterdessen beim Online-Broker comdirect bank (ISIN DE0005428007/ WKN 542800) auszumachen. Unternehmensangaben zufolge erhöhte sich die Kundengesamtzahl der comdirect Gruppe Ende Januar auf 2.639.216 (Dezember 2.630.525). Es wurden 1.682.260 Wertpapierdepots geführt (Dezember: 1.683.301), und das betreute Kundengesamtvermögen lag im Januar bei 43,27 Mrd. Euro (Dezember: 41,59 Mrd. Euro). Derzeit legt die Aktie von comdirect im oberen Mittelfeld um 0,3 Prozent zu. An der Spitze des SDAX steht derzeit zooplus mit Aufschlägen von rund 4 Prozent, während Anteilsscheine von Norma 4,2 Prozent abgeben.

DAX: 6.734,42 (-0,45 Prozent) MDAX: 10.277,03 (-0,94 Prozent) SDAX: 4.940,02 (-0,37 Prozent) TecDAX: 764,00 (-0,73 Prozent) (07.02.2012/ac/n/m)

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